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123. Auckland (Samstag, 31. Januar 2009)

Auf zehenspitzen verliessen wir vor 5.00 am unser Jugi-Zimmer. Wenige Minuten später sassen wir bereits im Airport Shuttle-Bus. Nach mehreren Stopps bei anderen Jugendherbergen, Hotels etc. (nach ca. 30 Minuten kurvten wir immer noch in der Nähe unserer Jugi herum) erreichten wir bei Sonnenaufgang den Flughafen. Der check-in verlief einwandfrei und so standen wir nach wenigen Minuten am Gate einsteigebereit. Der Flug nach Neuseeland war sehr angenehm und vor allem kurz J. Wir amüsierten uns köstlich ab unserem asiatischen Sitznachbarn, welcher mit seinem Schnarchen das ganze Flugzeug unterhielt.

Auch für Neuseeland gelten bestimmte Einreisevorschriften. Gutgläubig – wie wir Schweizer sind – haben wir auf dem Einreiseformular die Frage „Führen Sie Wanderschuhe, Angelausrüstung etc. mit?“ mit JA beantwortet. Prompt mussten wir den Bio-Zöllnern unsere Wanderschuhe vorführen. Natürlich waren die Sohlen mit rotem Outback-Sand überzogen (wie sollte es auch anders sein J). Die nette Zöllnerin schnappte sich die verdreckten Schuhe und reinigte sie gründlich. Wow, wir staunten nicht schlecht ... gratis Schuhputz!

Mit einem Taxi gelangten wir zu unserem Camper-Vermieter. Sascha, der Inhaber der Firma, erklärte uns sehr, sehr, sehr ausführlich alle Formalitäten und die Funktionen des Camperli. Unsere erste Fahrt führte zum Einkaufszentrum und danach ging’s zum Campground. Nach ca. 1 Stunde hatten wir uns einigermassen eingerichtet.

Todmüde schliefen wir bereits vor 10.00 pm ein.

Geschrieben von Nicole

 

 

124. Sandspit (Sonntag, 1. Februar 2009)

Als hätten wir die letzten Monate nichts anderes gemacht. Aufstehen, Morgenessen, Zeugs verstauen und zum nächsten Campground fahren. Diesmal allerdings in einem anderen Land und mit einem anderen Camper. Zum Glück waren wir uns wenigstens den Linksverkehr schon gewohnt. Der neue Camper lässt sich allerdings sehr leicht fahren, anders als der „Alte“ aber sehr angenehm. Die erste Nacht im Camper war allerdings noch nicht so toll. (Für mich schon, schnarch, schnarch J). Aber wir haben ja 4 Monate Zeit uns einzugewöhnen.

Der Campground war wunderschön. An einer Bucht gelegen, stand unser Camper nur gerade 5 Meter vom Meerwasser entfernt. (Nur bei Flut!). Bei Ebbe konnte man hunderte von Metern auf dem Sand herauslaufen. Irgendwie fühlten wir schon hier, dass die Landschaft unserer Heimat sehr ähnlich ist.

Das Wetter war sehr wechselhaft. Am morgen war es bewölkt und hat genieselt, am Nachmittag wunderschön mit Sonnenschein und am Abend ging ein schwacher Wind und es wurde auch schnell etwas kühl. Einheimische aus Auckland meinten, man solle den Wetterbericht hier nicht ernst nehmen, denn er stimme sowieso nicht.

Die Leute hier scheinen alle sehr freundlich zu sein. Alle waren sofort bemüht uns zu helfen.

Geschrieben von Peter

 

 

125. Sandspit (Montag, 2. Februar 2009)

12 Stunden Zeitverschiebung in die Schweiz bedingt frühes Aufstehen. Wie jedes Wochenende wollten wir uns mit unseren Familien in Verbindung setzten. So stand ich pünktlich um 8.00 am im Office und beantragte einen Wireless-Internet-Zugang. Nach einer Stunde Plauderei waren die wichtigsten News ausgetauscht und wir konnten uns wieder in die Traumwelt begeben ... schnarch, schnarch J.

Mittags wurde es sportlich. Wir schnappten uns die vom Campground gratis zur Verfügung stehenden Kanus und Ruderboote und erkundeten die Umgebung. Das paddeln auf dem offenen Meer bereitete uns riesigen Spass. Wir werden dies so rasch als möglich wiederholen!

Kurz nach 6.00 pm schnappte sich Peter seine Angelausrüstung. Leider hatte er auch an diesem Tag kein „Fischerglück“ L.

Geschrieben von Nicole

 

 

126. Whananaki (Dienstag, 3. Februar 2009)

Weiter Richtung Norden schlugen wir unsere Zelte in Whananaki auf. Unterwegs versuchten wir noch in Whangarei diverse Haushaltsartikel zu kaufen. Wir fanden zwar eine relativ günstige Bratpfanne, jedoch die Salatschüssel und das Salatbesteck fanden wir nicht und die Flip Flops die wir dort fanden waren viel zu teuer. Wir finden es hier allgemein etwas teuer in Neuseeland, sind aber glücklich, dass der Neuseeländische Dollar momentan sehr schwach ist gegenüber dem Schweizer Franken.

Dem Leser sind sicherlich schon die unaussprechlichen Ortschaftsnamen aufgefallen. Jawohl, uns geht es genau so, mir zumindest. Ich kann mir solche Namen wie Whananki schon gar nicht merken. So muss ich für die Tagesberichte ständig nachschauen wo wir sind und wo wir waren! J

Der Campground in „Whananki“ war sehr schön. Er war so abgelegen und spärlich bevölkert, dass wir hier sogar keinen Handy-Empfang hatten. Zum einen schön, zum anderen mühsam weil wir Werner und Barbara Stibal (Bekannte aus der Schweiz die momentan hier Ferien machen) anrufen wollten. Ich weiss jetzt nicht ob wir das schon geschrieben haben, auf alle Fälle haben uns die Beiden in „ihr“ Ferienhaus in Paihia eingeladen. Darum fuhren wir auch zuerst Richtung Norden und nicht wie geplant gleich in den Süden. Zurück zum Thema. Wir wollten die Beiden anrufen, hatten jedoch keinen Handyempfang. Also benutzen wir die Telefonzelle vor dem Campground und konnten uns so mit den Stibals für den nächsten Tag verabreden.

Ach ja, auch heute hatte ich kein Anglerglück. Ich bleibe jedoch am Ball! J

Geschrieben von Peter

 

 

127. Paihia (Mittwoch, 4. Februar 2009)

70 Kilometer sollten doch in einer Stunde Auto fahrt zu bewältigen sein? Oh nein, wir hatten uns total verschätzt oder besser gesagt die Strassenzustände überschätzt. Nördlich von Auckland schlängelt sich der Highway 1 durch dicht bewaldete Hügelketten – rauf und runter. Die letzten Kilometer nach Paihia waren mit der Bergstrasse nach Arosa zu vergleichen (gemäss Werner Stibal). Folglich mussten wir unsere Geschwindigkeit den Gegebenheiten anpassen und benötigten für die erwähnten Kilometer beinahe 2 Stunden.

Mit einem schlechten Gewissen (Schweizer Pünktlichkeit!) erreichten wir das Feriendomizil von Barbara und Werner Stibal in Paihia. Der Anblick des „Ferienhäuschens“ übertraf unsere Erwartungen bei Weitem. Wow, als Barbara meinte, wir dürfen sehr gerne einen Flügel des Hauses für uns benützen, waren wir hin und weg! Von Platzmangel war keine Rede mehr. Natürlich herrschte nach wenigen Minuten wieder ein Kleiderchaos.

Nach Kaffee und Kuchen wechselten wir unsere Tenues von Röckli/Hose in Bikini/Badehose. Mit der Fähre setzten wir von Okiato nach Russel über. Unter einem mächtigen Baum an einer kleinen Bucht breiteten wir unsere Badetücher aus und stürzten uns sogleich ins erfrischende Meer.

Dieser perfekte Tag wurde durch ein feines BBQ abgerundet. Bei Steaks und Wein genossen wir einen gemütlichen Abend auf der Terrasse des „Ferienhäuschens“.

Nochmals herzlichen Dank an Barbara und Werner Stibal für ihre Gastfreundschaft!

Geschrieben von Nicole

 

 

128. Paihia (Donnerstag, 5. Februar 2009)

Werner und Barabra Stibal kenne ich noch von früher, denn ich war oft bei Ihnen zu Hause und habe mich um Ihre „EDV-Sorgen“ gekümmert. Und wie der Zufall will kam das Treffen in Neuseeland eigentlich wegen eines Computerproblems zustande. Werner hatte ein Problem mit seinem Laptop und dem Internetanschluss. Zusätzlich war noch ein Problem mit dem senden von Emails. Ich gehe jetzt hier nicht noch mehr ins Detail, auf jeden Fall versuchte ich an diesem Morgen diese Probleme in den Griff zu bekommen, was mir auch teilweise gelungen ist. (Ja, Ja immer diese Computerprobleme ! J) Später am Morgen gingen wir noch auf eine Entdeckungstour in Paihia entdeckten jedoch nichts Weltbewegendes.

Dafür wurde es am Nachmittag absolut spitzenmässig! Spontan wurden wir von Barbara und Werner auf eine Partie Golf auf dem lokalen Golfplatz eingeladen. Das war der absolute Hammer! Wir und Golfspielen... J.hätten wir uns nie gedacht. Wir spielten 9 Löcher auf dem 18-Loch Golfplatz. Das hat wirklich spass gemacht. Obwohl ich zweimal eine „Lady“ (Eine Lady nennt man einen Schlag wenn man wie ich einen Baum oder unser „Golfwägeli“ trifftJ) fabrizierte, hatte ich am Schluss den Dreh einigermassen raus. Natürlich war das nichts im vergleich zu Werner oder Barbara, diese zwei Profis konnten uns eine Menge Tipps geben und sie waren die zwei perfekten Golflehrer.

Danach besuchten wir das Wangirei Festival, es war jedoch nicht mehr viel los. Wir sahen nur noch eine Gruppe Maori eine Art Tanz (Kampfritual oder so ähnlich) zu üben, welche sie dann wohl am nächsten Tag aufführen wollten.

Danach verköstigten wir uns nochmals mit einem BBQ zuhause bei den Stibals.

Geschrieben von Peter

 

 

129. Waiwera (Freitag, 6. Februar 2009)

Heute packte uns wieder das Reisefieber. So brachen wir unsere Zelte bei der Familie Stibal in ihrem wunderschönen „Ferienhäuschen“ ab. Natürlich putzten wir noch gründlich die benutzten Räumlichkeiten (seit Monaten fuchtelten wir wieder mit einem Staubsauger herum!).

Gegen Mittag stand der Besuch des Waitangi Festes auf dem Programm. Dabei wird an ein symbolträchtiges Abkommen der Briten und Maori vom 6. Februar 1840 gedacht: Der Vertrag von Waitangi hat heute beinahe so einen hohen Stellenwert wie die Verfassung der USA, allerdings ist er noch umstrittener. Das Problem ist seine unterschiedliche Auslegung durch die Vertragspartner. Nach der englischen Version wurden den Maori Rechte garantiert, diese mussten sich dafür aber der britischen Regierung unterordnen. Die Version der Maori will dagegen eine Wiederherstellung der Häuptlingswürden erkennen, was zugleich das Recht auf eine regionale Regierung begründetet ...
An diesen Festivitäten waren vorwiegend Maori beteiligt. Festlich Geschmückt zelebrierten ca. 50 Maori vor ihrem Besammlungshaus den traditionellen Haka (Tanz). Kennzeichen des Haka sind schreckliche Schreie, wilde Armbewegungen, die an Faustschläge erinnern, und donnerndes Stampfen, mit dem alles zermalmt werden soll, was sich in den Weg stellt, sowie angsteinflössende Grimmassen. Wir waren zutiefst von dieser Darbietung beeindruckt.

Bei einem feinen Lunch genossen wir nochmals die Gesellschaft von Barbara und Werner Stibal. Anschliessend verabschiedeten wir uns und reisten sogleich in Richtung Süden weiter ....

Geschrieben von Nicole

 

 

130. Waiwera (Samstag, 7. Februar 2009)

Wieder einmal mehr versuchte ich mich im Fischen. Die Ausgangslage war hervorragend. Direkt am Meer, Köder vorhanden und sämtliche Informationen über Flut und Ebbe eingeholt. Also marschierte ich am Nachmittag zirka 300 Meter den Felsen entlang zu einem netten Plätzchen. Dieses lag auf einem Felsvorsprung mitten im Meer. Laut der Aussage der Campingplatzbetreiberin sollte etwa 1 Stunde später Ebbe sein. So musste ich mir keine Gedanken darüber machen, dass ich mit trockenen Füssen zurücklaufen kann. Die Nette Dame hatte sich aber offenbar verschätzt. Als Nicole mich beim Angeln besuchen wollte, war das Meer schon soviel gestiegen, dass Sie gar nicht mehr zu mir hinaus gekommen ist. Ich musste dann ein Stück durchs Wasser marschieren, damit ich wieder zurück kam. (Gefangen habe ich natürlich nichts! J)

Später am Nachmittag statteten wir der lokalen Badeanstalt einen Besuch ab. Hier gab es Bäder mit heissem Wasser aus natürlichen Quellen. Es war wie ein kleines „Alpamare“ bei uns, denn es hatte auch Rutschbahnen für die kleinen. Diese Rutschbahnen hatten es aber in sich, Kurz und heftig. So etwas würden Sie in der Schweiz gewiss nicht zulassen. Wir hatten jedoch unseren Spass und Nervenkitzel J Die Bäder mit heissem Wasser waren danach Ideal zum Entspannen. Zuerst im 31 Grad und dann im 38 Grad Celsius warmen Wasser. In das Becken mit 48 Grad Celsius streckten wir nur kurz unseren Fuss und schnell wieder hinaus. Definitiv zu heiss! So verweilten wir uns noch im Wasserbecken mit angrenzender Grossleinwand und Filmprojektion.

Geschrieben von Peter

 

 

131. Raglan (Sonntag, 8. Februar 2009)

Bereits vor 8.00 am hatten wir eine „schwierige“ Entscheidung zu treffen: Sollen wir die Strasse durchs Hinterland oder der Küste entlang nehmen? Peter entschied sich – aus „Fischerei-Technischen-Gründen“ – natürlich für die Küstenstrasse, mir war es jedoch egal (Neuseeland zeigt überall von seiner schönsten Seite J). Der Entschluss war schnell gefasst: Ab nach Süden auf der Küstenstrasse!

Doch bevor wir uns auf die erwähnte Küstenstrasse begeben konnten, mussten noch die notwendigen Lebensmittel beschafft werden. Da kam das riesige Shoppingcenter südlich von Auckland wie gerufen. Leider blieb für einen ausgeprägten Bummel keine Zeit L.

Nach wenigen Kilometern Autofahrt erreichten wir den kleinen, entzückenden Ort Raglan. Gleich nach unserer Ankunft auf dem örtlichen Campground erkundete Peter die Fischerei-Reviere. Wie sich jedoch herausstellte, waren die Buchten mehr für Surfer als für Fischer (mit kleiner Angelrute) geeignet ....

Geschrieben von Nicole

 

 

132. Kawhia (Montag, 9. Februar 2009)

So etwas wie Heute hatten wir bestimmt noch nicht erlebt. Wir betraten das Office vom Campingplatz in Kawhia und wollten eigentlich einen Stellplatz mit Strom haben. Snow (Ja, tönt wie Schnee) der Campingplatzbesitzer begrüsste und herzlich und überredete uns zugleich zu einer fahrt in einem Kanu. Wir konnten nicht einmal den Campingplatz bezahlen und schon standen wir in Schwimmwesten und einem Paddel in der Hand bereit zum Kanu fahren. Anscheinend kam langsam wieder die Ebbe und wir mussten uns beeilen damit wir nicht unterwegs aufs trockene laufen! Für eine Stunde sollte es allerdings noch reichen. Als wir dann starten wollten, drückte uns Snow noch seinen Hund Nelson sowie seine Armanduhr in die Hand. Gleichzeitig schnappte er sich Nicoles Kamera und Schoss noch ein Bild von Nicole dem Hund und mir. Danach Paddelten wir los, Nicole mit dem Hund vorne auf dem Kanu zuerst, und ich hinterher. Nelson versuchte immer zuvorderst am Spitz zu stehen, er sah aus wie eine Geleonsfigur! J Auf dem Rückweg setzte er sich dann bei meinem Kanu vorne rein.

Am späteren Nachmittag machten wir uns auf zu den heissen Quellen. Direkt am Strand gelegen konnte man hier seine Füsse 10 Zentimeter in den Sand graben und man konnte das warme Wasser spüren. Snow drückte uns natürlich bei der Abfahrt eine Schaufel in die Hände. So schaufelten wir wie die Maulwürfe und unser eigener Pool füllte sich immer mehr mit Wassert. So lagen wir  später in diesem Sandloch und genossen das warme Wasser und den Anblick aufs offene Meer. Zwischendurch gab es eine kleine Abkühlung im frischen Meerwasser direkt neben unserer Badewanne.

Geschrieben von Peter

 
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