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183. Wellington (Mittwoch, 1. April 2009)
Bye bye Südinsel. Heute um 10.00 am legte die Interislander (Fähre) von Picton ab. Einerseits freuten wir uns wieder auf die Nordinsel andererseits mussten wir uns von den geliebten Alpen und den tierreichen Gewässern verabschieden. Glücklicherweise wurde uns der Abschied einwenig versüsst: Begleitet von einer Gruppe Dusky Delfinen schipperten wir an einem etwas frischen Herbstmorgen aus dem Marlborough Sound. Bewaffnet mit einem guten Buch und einem heissen Kaffee genossen wir die 3 ½-stündige Überfahrt.
Auf dem uns bestens bekannten Campground in Wellington buchten wir uns für die nächsten 3 Tage ein. Danach gingen wir in den Pak’n’Save (Einkaufskette) und füllten unseren Kühlschrank mit frischem Obst & Gemüse, Käse & Fleisch und weiteren kleinen Köstlichkeiten. Den restlichen Nachmittag liessen wir ausklingen. Die noch ausstehende Stadtbesichtigung steht Morgen auf dem Programm.
Geschrieben von Nicole
184. Wellington (Donnerstag, 2. April 2009)
Das wunderschön herbstliche Wetter heute lud förmlich zu einem Besuch in der Stadt ein. Beim letzten Besuch in Wellington vor rund einem Monat war es nass, kalt und regnerisch. Ich wollte unbedingt den grössten jemals gefangenen Tintenfisch der Welt ansehen. Dieser war hier in Wellington im „Te Papa Museum“ ausgestellt. Es war ein eindrücklicher und furchterregender Anblick. Zwar war er nicht ganz so gross wie in manchen Filmen oder Büchern solche Ungeheuer beschrieben werden, aber er war trotzdem so gross, dass er einen ausgewachsenen Menschen problemlos mit in die Tiefe reissen könnte. Ach ja, der Tintenfisch war tot und in Formaldehyd eingelegt. Diese Ungeheuer leben in der Antarktis und befinden sich normalerweise in sehr tiefen Gewässern. An der Wasseroberfläche hätte so ein Riesentintenfisch keine grossen Überlebenschancen.
Später besuchten wir noch den botanischen Garten von Wellington. Zugegeben waren wir etwas verwöhnt vom Garten in Christchurch. Dieser hier in Wellington vermochte uns nicht wirklich zu überzeugen. Nichts desto trotz war er auch sehr schön zum anschauen und lud natürlich zum verweilen ein. Uns zog es aber weiter und wir genossen nochmals eine Fahrt mit dem „Cable-Car“. Eine Art Tram, welches von der Stadt zum botanischen Garten hinauf führte. Das Gefährt wurde von einem Seil bergaufwärts gezogen. Am anderen Ende des Seiles war das zweite „Cable-Car“ befestigt. Ganz oben war eine Umlenkrolle, so konnte immer ein Gefährt bergauf und das andere bergabwärts fahren.
Geschrieben von Peter
185. Wellington (Freitag, 3. April 2009)
Neuseeland = Der Herr der Ringe. Peter Jackson war durch seine kleinen neuseeländischen Firmproduktionen bereits ein Lokalheld, bevor er die Regie bei der legendären Herr der Ringe-Trilogie führte. Die Auswirkungen dieses Films waren einzigartig: Wellington wurde kurzerhand in Mittelerde umbenannt, die neuseeländische Regierung setzte einen Minister für die Ring-Filme ein und Jackson wurde mit dem neuseeländischen Verdienstorden ausgezeichnet.
Viele Kiwis haben zum Erfolg der Filme beigetragen: Insgesamt arbeiteten (vollzeit) etwa 2'000 Neuseeländer an der Trilogie mit. Dazu kamen die Komparsen – 15'000, darunter einige Hundert neuseeländische Armeeangehörige, wurden in Rüstungen gesteckt und kamen in Schlachtszenen zum Einsatz. Wer durch Neuseeland reist, wird feststellen, dass so ziemlich jeder inklusive seines Hundes eine Rolle in dem Filmen hatte oder zumindest jemanden kennt, der mit dabei war.
Als bekennende Fans des Film-Epos musste mindestens ein Tag in Neuseeland ganz im Zeichen von „Lord of the Rings“ stehen. So buchten wir eine Tour beim berühmten Anbieter Ring Rover Tour Wellington. Ungeduldig warteten wir wie vereinbart um 08.40 am vor dem Te Papa Museum. Mit etwas Verspätung traf unser enthusiastischer Guide in einem kleinen Mini-Van namens Aragorn ein. Gleich wurden wir mit mehreren Hintergrundinfos bombardiert und an folgende Drehorte chauffiert:
Wellington (Mt. Victoria)
· Frodo auf der Flucht vor dem Nazgûl: Der etwas unheimliche Wald bildete die perfekte Location für den Dreh. Frodo und die Gefährten sind auf der Flucht vor dem Nazgûl und finden schliesslich unter einer riesigen Baumwurzel Schutz.
Bis zu 30mal mussten die Hobbits einen steilen Weg entlang rennen. Für den „fetten“ Sam Gamschee war dies jedoch zu anstrengend. Er ist in dieser Filmszene sehr selten zu sehen J.
· Nazgûl positioniert sich: Die Verfolgung der Hobbits war erfolglos.
Der Nazgûl verkörpern den Tod, d.h. kein Atem darf zu erkennen sein. Um die Filmszene glaubwürdig zu gestalten, wurde dem Nazgûl einen Schnorchel umgebunden. Der Schlauch endete bei den Nüstern des Pferdes. So ist für den Betrachter nur das Pferd am schnauben.
· Dunharrow und Rohirrim: Einzelne kurze Szenen wurden hier aufgenommen und im Studio nachbearbeitet.
Dry Creek Quarry:
· Helm’s Deep und Minas Tirith: Die berühmten Schlachten wurden in einem Steinbruch gedreht und anschliessend im Studio nachbearbeitet.
Am ehemaligen Standort deutet nichts mehr (wirklich gar nichts mehr) auf den Film hin.
Hutt River:
· River Anduin und Rohan River: Alle „Boots-Szenen“ wurden hier verfilmt.
Die Schauspieler mussten in den kleinen Elven Booten mehrmals den Fluss runter (Aragorn) und rauf (Boromir) paddeln. Legolas Adlerblick suchte nicht nach Orks sondern schweifte über die Autobahn.
Kaitoke Rgional
· Park Rivendell: Nach dem Angriff auf der Wetterspitze liess sich Frodo hier aufpäppeln.
Während der Aufnahmen waren mehr als 300 Crew-Mitglieder an der Arbeit. Um das Herbst-Feeling herbeizuzaubern, wurden mehrere Tausend Laubbäume aus Taiwan eingeflogen. Auch die Bevölkerung von Wellington wurde aufgerufen, ihr Laub nicht zu kompostieren sondern der Film-Crew zu übergeben.
Harcourt Park
· Isengard: Gandalf reitet auf seinem Pferd in den Hof von Isengard ein.
Gandalf wurde bei jeder Reiterszene gedoubelt J.
· Isengard: Gandalf und Saruman schlendern durch den Garten von Isengard.
Bei der Nachbearbeitung im Studio wurden weitere Laubbäume hinzugefügt und der Strommasten durch den Tower of Isengard ersetzt.
· Isengard: Orks fällen Bäume rund um Isengard.
Natürlich durfte im Harcourt Park keine Bäume gefällt werden. Folglich wurde ein bereits gefällter Baum herbeigeschafft und in mehreren Einstellungen immer wieder „neu“ gefällt.
Fernside
· Lothlórien und Gladden Fields: Im wunderschönen altenglischen Garten wurden die Szenen aufgenommen und im Studio nachbearbeitet.
Wellington
· Bree: Nach der Flucht vor dem Nazgûl treffen die Hobbits im regnerischen Bree ein.
Die Location von Bree wurde inmitten von Wellington neben einem Kinderspielplatz erstellt J.
· Peter Jackson Film-Studios: Leider wurde uns der Zutritt verwehrt. So blieb uns nur der Blick von aussen.
· Weta. Die Firma Weta war zuständig für die digitalen Effekte. Leider blieben auch hier die Türen verschlossen. Doch im eigenen Museum konnten wir Aragorns Schwert, eine Ork-Ausrüstung und weitere Exemplare bestaunen. Ein super spannender Kurzfilm gewährte uns Einblick ins Making-off.
· Peter Jackson’s zu Hause und Aufenthaltsorte der Schauspieler: Peter Jackson wohnt „natürlich“ an bester Wohnlage und nicht allzu weit von den Studios. Auch seine Schauspieler gastierten während der Dreharbeiten in unmittelbarer Nachbarschaft.
Unsere Reise endete wieder im Stadtzentrum von Wellington. Wir waren von den vielen Informationen und Eindrücken überwältigt... unser Kopf rauchte J. Ein unvergesslicher Tag im Zeichen von The Lord of the Rings!!!
Geschrieben von Nicole
PS: Auch unser Guide hat eine Statisten-Rolle übernommen: Ork-Gebrüll. Während eines Cricket-Spiels mit über 35'000 Besucher wurden die Ork-Schreie aufgenommen: Waaahhhh oder so ähnlich ...
186. Castlepoint (Samstag, 4. April 2009)
Von Wellington ging es heute weiter in Richtung Norden. Wir wussten eigentlich nicht ganz so genau wohin wir fahren sollen, so entschied ich mich für „Castlepoint“. Dieses Küstendörfchen war etwa 200 Kilometer von Wellington entfernt und auf der Strassenkarte war ein Symbol zum Fischen eingezeichnet. Die Strasse führte in ein abgelegenes und kleines Dorf, welches einsam an der Küste lag. Dort angekommen, gab es eine Felsformation, von welcher man seine Angel in das Meer werfen konnte. Einige Standhafte Fischer standen dort oben und warfen ihre Hacken in die stürmischen Fluten des Meeres. Mir war es eindeutig zu windig. Abgesehen von meiner noch nicht ganz abgeklungener Blasenentzündung stand da noch ein Gedenkstein als Erinnerung an alle (Ich nehme jetzt mal an es waren Fischer), welche hier ums leben gekommen sind. Tatsächlich hatte es hier dermassen grosse Wellen, dass man keine Chance gehabt hätte, wenn man hier ins Wasser geflogen wäre. So quartierten wir uns auf dem hiesigen Campingplatz ein und genossen wieder einmal das rauschen des Meeres und das schöne Herbstwetter.
Unsere goldene Wetterregel hatte uns in den letzten Tagen wirklich im Stich gelassen. Es herrscht jetzt schon seit Tagen das schönste Herbstwetter mit angenehmen Temperaturen und keinem einzigen Wölkchen am Himmel. Ich hoffe nur nicht, dass sich der Wettergott bei uns noch rächt und uns mit tagelangem Regen bestraft! J
Geschrieben von Peter
187. Napier (Sonntag, 5. April 2009)
Still und leise zelebrierte das kleine wunderschöne Dörfchen Castelpoint (sicherlich nicht mehr als 50 Einwohner) die Zeitumstellung von Sommer- auf Winterzeit. Nur dank der aufmerksamen Rezeptionistin entging uns dieses Ereignis nicht voll und ganz. Natürlich freuten wir uns, dass wir am Sonntag eine Stunde länger ausschlafen konnten. Doch die liebe Sonne machte uns einen Strich durch die Rechnung. Bereits kurz nach 7.00 am waren wir „hellwach“.
So nahmen wir die 250 Kilometer nach Napier in Angriff. Die Reise führte durch hügeliges landwirtschaftliches Gebiet. In dieser Region dreht sich fast alles um die Schafzucht – in einem Radius von 16 Kilometer rund um Masterton, der wichtigsten Stadt hier, gibt es sage und schreibe 3 Mio. Schafe!
Am frühen Nachmittag erreichten wir das sonnenverwöhnte Städtchen Napier an der Hawkes Bay. Leider gestaltete sich die Suche nach dem Campground einwenig schwierig. Zwar verfügten wir über die Adresse und einen begrenzten Kartenausschnitt, doch dies reichte beim hiesigen Strassenwirrwarr nicht aus. Doch wer sucht der findet ... und so standen wir nach wenigen Minuten (es waren keine Stunden!) auf dem Campground. Leider bahnte sich an diesem wunderschönen Herbsttag noch ein weiteres Problem an: Der Wireless Internetanschluss funktionierte nicht, d.h. wir konnten uns mittels Kreditkarte nicht anmelden! Da half nur noch ein verzweifelter Anruf beim Internetanbieter ... et voilà ... dieser offerierte uns einen 24h gratis Internetzugriff (als Entschädigung). So verbrachten wir den restlichen Tag mit skypen, surfen ... einfach geniessen.
Geschrieben von Nicole
188. Wairoa (Montag, 6. April 2009)
Wieder einmal ohne zu wissen wohin es gehen solle, stiegen wir heute Morgen in unser „Cämperli“ und fuhren in Richtung Norden. Nach rund 120 Kilometer erreichten wir „Wairoa“. Diese 5000-Einwohner grosse Dörfchen liegt an der Mündung des „Wairoa-Flusses“. Natürlich lud der Fluss zum Angeln ein und so entschieden wir uns hier zu übernachten, zumal der Campingplatz direkt am Fluss lag. Heute war wieder einmal Waschtag. Und bei diesem schönen Wetter war es kein Problem die Wäsche draussen aufzuhängen um sie trocknen zu lassen. Dies konnten wir seit langem nicht mehr machen. Der ganze letzte Monat auf der Südinsel waren wir deutlich kühlerem und vor allem schlechterem Wetter ausgesetzt. Je weiter nördlich wir kommen, umso wärmer und angenehmer werden die Temperaturen. So wird es auch in der Nacht nicht mehr so frostig kalt und die Scheiben sind morgens auch nicht mehr wirklich angelaufen. Gut, dank der Zeitumstellung auf Winterzeit können wir jetzt am Morgen eine Stunde länger schlafen. Dann ist die Sonne jeweils höher am Himmel und es ist automatisch wärmer am Morgen. Ist ja eigentlich auch egal, Hauptsache es ist nicht mehr ganz so kalt wie die letzten Wochen.
Ich versuchte also nach der Wäsche einen Fisch im Fluss zu fangen. Ich hatte jedoch kein Glück und kam mit leeren Händen „Nachhause“. Es war trotzdem schön und entspannend.
Geschrieben von Peter
189. Gisborne (Dienstag, 7. April 2009)
Unser heutiges Tagesziel hatten wir noch nicht auserkoren. Nach Lust und Laune wollten wir an einem hübschen Plätzchen unser „Lager“ aufschlagen. So fuhren wir gemütlich der Küstenstrasse in Richtung Norden entlang. Bei der herrlichen Mahia Peninsula legten wir einen Stopp ein. Wie in einer Kreuzung aus Santorini und Dover sind die kahlen Hügel von Mahia mit Koniferenbüschen und dunkelbraunen Sandstrand übergeben, vor dem die muntere blaue See liegt. Peter war sich bezüglich der Fischer-Möglichkeiten einwenig verunsichert und so setzten wir unsere Fahrt fort. Wieder kämpfte sich unser Cämperli über steile Hügelkuppen und durch dunkle Wälder in Richtung Norden voran. Am frühen Nachmittag erreichten wir Gisborne.
Die östlichste Stadt Neuseelands, die fast schon an die internationale Datumsgrenze stupst, sieht als Erste im Land die Morgendämmerung. Der Maoriname für diese Gegend lautet „Tairawhiti“, was übersetzt soviel heisst wie: „die Küste, an der die Sonne über das Meer scheint“. Und völlig zu Recht: Gisborne wärmt sich unter mehr Sonnentagen als alle anderen Städte Neuseelands. Hier lautet die Devise: Füsse hochlegen und ein paar Tage bleiben ... genau dies haben wir auch vor J!!!
Peter packte sofort seine Anglerausrüstung und war bis kurz vor der Abenddämmerung verschwunden, meine Wenigkeit verbrachte den Nachmittag mit lesen, im Internet surfen und natürlich mit sünnala.
Geschrieben von Nicole
190. Gisborne (Mittwoch, 8. April 2009)
Irgendwann hat jeder geduldige Angler einmal Glück. Und so war ich gestern der Glückliche. Was ich alles aus dem Meer gefischt habe, übertrifft alles andere was ich bisher in meiner ganzen Angler Kariere geangelt habe. (Abgesehen vom geführten Angeltrip in Queenstown). Und ich angelte sogar den grössten Fisch den ich je gefangen habe. Es war ein „Tommy“, etwas Ähnliches wie Hering. Dazu habe ich noch etliche kleinere Tommys sowie vier Krabben gefischt...ja Krabben. Die hingen alle an meinem Köder und wollten nicht mehr los lassen. Ich habe Diese jedoch wieder zurück geworfen da sie viel zu klein waren.
Nebst dem Angelglück hatten wir hier in Gisborne auch Glück mit dem Internet. Wir bezahlten relativ wenig für einen 24 Stunden unlimitierten Internetzugang. So nutzen wir die ganze Zeit um uns mit diversen Filmen, Dokumentationen und Beiträgen einzudecken. So luden wir von ARD, ZDF und sonstigen deutschsprachigen Fernsehsendern alles auf unseren Laptop was nur möglich war. Auf diese Idee waren wir erst jetzt nach 6 Monaten ohne Fernseher gekommen. Wie gesagt das alles war gestern als wir hier in Gisborne angekommen sind.
Heute wollten wir ursprünglich wieder weiter fahren, jedoch hielten uns die Möglichkeiten zum Angeln und uns mit Fernsehfilmen einzudecken noch einen ganzen Tag länger hier. Nicole beschäftigte sich mit dem downloaden von Sendungen und ich mich mit dem Angeln. Ich hatte wieder Glück und fing nochmals ein paar grössere Tommys. Ich hatte leider nicht mehr viel Platz im Kühlschrank und so schenkte ich mein Fang einem anderen Fischer.
Geschrieben von Peter
191. Te Araroa (Donnerstag, 9. April 2009)
Heute Morgen war ganz Grisborne auf den Beinen. Das von uns aufgesuchte Lebensmittelgeschäft platzte aus allen Nähten, die Einkaufswagen im XXL-Format waren randvoll und die Leute vom Gedränge genervt. Was war nur los? Na, klar: Ostern!
Glücklicherweise verliessen wir noch am selbigen Tage die Stadt in Richtung East Cape. Dieses Gebiet erscheint kaum auf dem Radar von Reisenden. Deshalb ist es hier auch besonders charmant: Grandiose Küstenlinien erheben sich zu waldbedeckten Bergen, Autokarosserien rosten im mannshohen Gras entlang des Highways und Farmgebäude stehen bedenklich schief herum. Das Kap bewahrt sich einen lebendigen Maorieinfluss und einen engen Gemeinschaftsgeist.
Kurz nach Grisborne liegt das fotogene Maoridorf Whangara, Kulisse für den Film Whale Rider. Doch nur ein kurzes Augenzwinkern und wir hatten die Autobahnausfahrt verpasst. So düsten wir weiter der Küste entlang in Richtung Norden. In Tolga Bay, der grössten Gemeinde des East Cape, legten wir unseren ersten Stopp ein. Der Strand ist hier tief und weit, geschmückt mit Neuseelands längstem Pier, einer 660 m langen, langsam verfallenden Stahlkonstruktion, an der die schwere Brandung rostige Rache nimmt. Wenige Minuten nach unserer Besichtigung begann es zu regnen. So zwängte sich unser Cämperli landeinwärts über kleine Hügelkuppen ins Epizentrum eines Hagelschauers. Die Strassen wurden weiss und unsere Sorge bezüglich Winterreifen immer grösser. Doch auf unser Auto war (und ist) verlass und es meisterte die Hügel wie auch die hagelbedeckte Autobahn einwandfrei.
Am späten Nachmittag ereichten wir das einsame Te Araroa. Die einzige Attraktion in diesem kleinen Kaff war der mit über 350 Jahren, 22 Stämmen und 40 m langen Ästen der Te-Waha-O-Rerekohu angeblich Neuseelands grösster Pohutukawabaum. Danach machten wir uns auf die Suche nach einem Campground. Leider war dies die schlechteste Wahl, die wir hier in Neuseeland je getätigt hatten: Der Campground war schummrig, die Gestalten düster und die sanitären Einrichtungen ..
Geschrieben von Nicole
192. Ohope Beach (Freitag, 10. April 2009)
„Ohope Beach“ war unsere Zwischenstation auf dem Weg nach „Roturua“. Nach den katastrophalen zuständen des Campingplatzes von gestern musste heute wieder ein schöner gefunden werden. Dies ist nicht schwierig wenn der Campingplatz zu der Kette „Top Ten“ gehört. So bezogen wir relativ früh unser nächstes Quartier in Ophone Beach“. Wir staunten allerdings nicht schlecht als wir die vielen Leute auf dem Campingplatz sahen. Natürlich hatten wir völlig vergessen das normal arbeitende Leute an Ostern frei hatten. Und was tut man an Ostern wenn man frei hat und in der Nähe des Meeres wohnt? Genau man fährt dort hin und verbringt ein paar schöne Tage am Meer und an der Sonne. Zusätzlich war heute noch der Start zu den Herbstferien in Neuseeland. Es war allerdings nicht so voll wie in Australien während der Weihnachtsferien.
Wir genossen den Rest des Tages mit Faulenzen und erholten uns von den langen Autofahrten der letzten Tage. Am späteren Nachmittag gab es noch ein Spaziergang am Strand.
Geschrieben von Peter
193. Blue Lake (Samstag, 11. April 2009)
Unser Abschied von der Ostküste verlief kurz und schmerzlos, werden wir doch noch einige Tage in dieser Region verbringen. Doch für die nächste Woche soll das Hinterland (Rotorua und Taupo) erkundet werden.
So düsten wir in Richtung Blue Lake Campground, ein kleines etwas verschlafenes Plätzchen ... nur leider sehr überfüllt L. Schade, müssen wir nun in den nächsten 2 Wochen mit gut besuchten oder sogar ausgebuchten Campgrounds rechnen. So fassten wir auch rasch den Entschluss, die Touri-Stadt Rotorua auf unserer Rückreise (an die Küste) zu erkunden.
Den Nachmittag verbrachten wir mit einem kurzen Spaziergang am Blue Lake, mit lesen, Sudoku spielen etc.
Geschrieben von Nicole
194. Taupo (Sonntag, 12. April 2009)
Anhand des starken Verkehres ahnten wir schon auf der Hinfahrt, dass in „Taupo“ auch Ostern gefeiert wird. Taupo liegt im Herzen der neuseeländischen Nordinsel. Der gleichnamige See liegt gleich neben Taupo und soll einer der besten Seen zum Angeln sein. Ich besitze jedoch kein Boot und deshalb kann es mir egal sein... L. Zusätzlich benötigt man hier eine spezielle Anglerlizenz, welche ich auch nicht habe. Es gibt hier aber noch dutzende andere Attraktionen in der Umgebung. So starteten wir am Nachmittag zu einem einstündigen Spaziergang zu „heissen Quellen“ ganz in der Nähe des Campingplatzes. Nun wir hatten nichts zu trinken bei uns und was sich noch als viel kritischer herausstellte: wir hatten keine Karte und keine Ahnung welchen Weg wir eigentlich nehmen sollten. Wir marschierten einfach einem Waldweg entlang der ungefähr in die Richtung verlief in die wir wollten. Nach ungefähr zwei Stunden erreichten wir die wunderbaren „Huka Falls“. Es war zwar nicht unser gesuchtes Ziel dafür wussten wir jetzt wo wir sind. Wir sind also definitiv den falschen Weg gelaufenJ. Für den Rückweg, der übrigens an den ursprünglich gesuchten Quellen vorbei führte, brauchten wir lediglich noch eine Stunde. Diesmal verlief der Weg direkt neben dem Fluss. Dieser war wunderbar zum anschauen. Das Wasser war glasklar und es hatte nur wenig Strömung. Am liebsten hätte ich sofort eine Angelhacken hinein geworfen (Es stellte sich jedoch später heraus, dass es hier wohl keine Fische geben würde.) Todmüde erreichten wir unser Zuhause und nutzen den Abend des Ostersonntag um mit unseren Liebsten Zuhause zu Telefonieren / Skypen.
Geschrieben von Peter
195. Taupo (Montag, 13. April 2009)
Heute Morgen war es nun soweit: Unsere erste Skype-Sitzung mit Andrea & Urs in Südamerika. Die Freude über ein „Wiederhören“ war gross und so plauderten wir auch beinahe 1 Stunde über Reiseerlebnisse, sanitäre Einrichtungen J usw.
Danach starteten wir unsere Erkundungstour in und um Taupo. Unser erstes Ziel waren nochmals die Huka Falls. Bei diesen atemberaubenden Wasserfällen wird der längste Fluss Neuseelands, der Waikato, zunächst in das Nadelöhr einer engen Schlucht gedrängt, wo das Wasser dann spektakuläre 10 m tief in ein tosendes Becken stürzt. Doch leider blieb und nicht allzu viel Zeit übrig, mussten wir doch um 12.00 pm beim Staudamm der Aratiatia Rapids sein.
Also düsten wir mit unserem Cämperli dem Waikato entlang in Richtung Damm. Bevor die Regierung einen Staudamm zur Stromerzeugung hinknallte, waren die Stromschnellen des Waikato ein Spektakel. Doch auch heute muss nicht ganz darauf verzichtet werden. Die Fluttore werden vor- und auch nachmittags geöffnet. Von unserem guten Aussichtspunkt (zuerst gegen die Schleusen, danach in Richtung Rapids) konnten wir einige imposante Fotos schiessen.
Auf dem Weg zum nächsten Highlight passierten wir die futuristisch anmutenden silbernen Röhren und Gebäude des Wirakei Geothermal Power Project. Dieses erzeugt genug Energie, um Napier, Rotorua, Hamilton und Taupo mit Elektrizität zu versorgen; fast 5% des in Neuseeland erzeugten Stroms stammen aus diesem Gebiet.
Wenige Minuten später erreichten wir die Craters of the Moon. Das geothermische Kraftwerk war der Geburtshelfer dieses Thermalgebiets. Als durch den menschlichen Eingriff der Grundwasserspiegel absank und sich die Druckverhältnisse änderten, entstanden die Craters of the Moon mit neuen Dampffontänen und heissen Schlammtümpeln, die sich heute durch die Landschaft ziehen. Glücklicherweise stank es nicht nach Schwefel J. So genossen wir den Rundwanderweg in vollen Zügen ... zutiefst fasziniert!
Am späten Nachmittag erreichten wir wieder unseren Campground und widmeten uns sogleich auch der Bearbeitung der Fotos und der Erstellung des Tagesberichtes ... sehr pflichtbewusst, oder J.
Geschrieben von Nicole
196. Whakapapa (Dienstag, 14. April 2009)
Ganz im Sinne von „Herr der Ringe“ besuchten wir heute den Drehort von „Mordor“ und des berühmt berüchtigten Schicksalsberges. Die Gegend um Whakapapa mit ihren Vulkanen ist dazu gerade prädestiniert. Einer der Drehorte befand sich am Fusse des Mt. Ruhapehu (Ich habe mir diese komischen Namen sicher nicht ausgedacht! J ). Auf halber Strecke zum Gipfel befindet sich der Parkplatz der Skilifte. Die Landschaft hier erinnert an eine felsige, kahle irgendwie nicht wirkliche Welt. Wir schauten uns die Gegend etwas an ohne zu wissen welcher Drehort wo genau gewesen ist. Überall das gleiche trostlose Bild von Nichts ausser Geröll. Am Horizont sahen wir noch einen weiteren Vulkan, den Schicksalsberg. Dieser sah genau so aus, wie ein Vulkan im Bilderbuch abgebildet sein sollte. Steil nach oben gerichtet mit ein wenig Schnee am Gipfel. Nachdem wir die obligatorischen Fotos gemacht hatten, verliessen wir dieses „Land des Bösen“ und quartierten uns auf dem Campground am Fusse des Vulkanes ein. Keine Angst, der Vulkan wird ständig überwacht und man merkt es frühzeitig bevor etwas geschehen sollte... J
Geschrieben von Peter
197. Taupo (Mittwoch, 15. April 2009)
Nach einer ruhigen Nacht am Fusse der Vulkane brachen wir heute erneut in Richtung Taupo auf. Doch unterwegs legten wir einen kurzen Stopp ein und zwar beim Tongariro National Trout Centre unterstützt vom Department of Conservation (DOC). Sofort war Peters Interesse geweckt J. Die Forellenaufzuchtstation befindet sich am weltberühmten Togariro River (nur Insidern ein Begriff J). Ein 1.5 km langer Spazierweg führte uns an Unterwasser-Schaubecken, einer Brutanlage und an Fischteichen vorbei. Im Informationszentrum bestaunten wir eine riesige Sammlung von Anglergeräten und liessen uns im „Kinosaal„ von einem Kurzfilm berieseln. Peter suchte noch das Gespräch mit dem Ranger und musste leider erfahren, dass nur Fliegenfischen in diesen wunderbaren tierreichen Gewässern gestattet sei. L
Nach einer kurzen Fahrt erreichten wir unseren bekannten Campground in Taupo. Den „freien“ Nachmittag nutzten wir für die Beschaffung von Informationen über die „kritische“, politische Lage in Fiji.
Geschrieben von Nicole
198. Rotorua (Donnerstag, 16. April 2009)
Heute mussten wir unser Quartier früher als gewohnt verlassen. Wir wollten nämlich einen Geysir in der Nähe von Rotorua bewundern, der jeden morgen um 10.15 Uhr seine Ladung Wasser gegen den Himmel spukt. Von Taupo kommend, erreichten wir den Schauplatz des Spektakels gerade noch rechtzeitig. Wir waren jedoch von dem riesigen Besucheransturm etwas überrascht. Nicht weniger als etwa 500 Leute wollten sich das Schauspiel nicht entgehen lassen. Wir erwischten gerade noch rechtzeitig einen geeigneten Platz mit guter Sicht auf den Geysir. Es ist schon erstaunlich, dass er jeden Tag exakt um 10.15 Uhr mit seiner Darbietung loslegt.....dachten wir uns jedenfalls. So eine Art natürliche Uhr die vielleicht mit den Gezeiten dem Mond oder weiss ich was zusammenhängt. Wir waren dann aber schon recht enttäuscht, als ein Parkwächter mit Mikrofon vor das Publikum trat und genau um 10.15 Uhr ein Stück Seife den Schlund hinunter warf. Danach begann es zu brodeln und kurze Zeit später erwachte der Geysir und entlud seine Ladung in voller Wucht. .... J
Nach diesem „künstlichen“ Naturschauspiel genossen wir noch den Park rund um den Geysir. Es gab noch etliche Löcher, Schlunde, Schlammpfützen und Felsspalten aus denen dichter und heisser Dampf hinausströmte. Es blubberte, dampfte und roch überall nach Schwefel. Es war schon interessant, die ganze Gegend hier muss auf einer sehr unstabilen und noch aktiven Gegend stehen.
Später fuhren wir weiter nach Rotorua und füllten zuerst unseren Kühlschrank im Einkaufszentrum auf. Danach bezogen wir einen Campingplatz mit eigenen heissen Mineralbädern und einem natürlichen Dampf-Garer. Das Fischen im 10 Meter entfernten Fluss liess ich bleiben, nachdem ich bemerkte, dass es aus dem Fluss ebenfalls dampfte.
Geschrieben von Peter
199. Rotorua (Freitag, 17. April 2009)
Nur in Neuseeland können solch abwechslungsreiche Tage verbracht werden – der heutige haute uns von den Socken J!
Zischende Geysire, dampfende heisse Quellen und explodierende Schlammlöcher (ich liebe Schlammlöcher J) – schon beim ersten Atemzug in der schwefelhaltigen Luft von Rotorua (Spitzname Fartopolis = Furzstadt) gewinnt man einen Eindruck von der aktivsten Thermalgegend Neuseelands. Die Marori verehren die einzigartige Landschaft und gaben einem der spektakulärsten Gebiete den Namen Waiotapu (heiliges Wasser). Heute sind deren kulturelle Vorführungen zu ebenso grossen Attraktionen wie die Naturschauspiele selbst geworden ... und ein solches Maori-Konzert wollten wir uns unter keinen Umständen entgehen lassen.
So führte unser Weg ins Te Puia. Vor dem Marae (Versammlungshaus) standen gemäss den Anweisungen einer Maori-Dame in Reih und Glied und bewunderten die Begrüssungszeremonie. Ein aus dem Publikum ernannter „König“ wurde von den Kriegern mit dem hongi-Gruss (Nasenkuss) begrüsst. Danach durften wir das Marae betreten und das Maorikonzert konnte beginnen. Unvergesslich waren die traditionellen poi-Tänze, bei denen Frauen Bälle aus gewobenem Flachs mit beeindruckender Geschwindigkeit und Kraft durch die Luft schleudern, und natürlich der dramatische haka (Kriegstänze). Der wohl bekannteste Tanz steht zwar für alle Arten von Tanz, wurde aber nach und nach mit dem Gesang assoziiert, der traditionell einer Schlacht vorausging oder verdächtige Personen (Europäer J) abschrecken sollte. Kennzeichen des Tanzes sind schreckliche Schreie, wilde Armbewegungen, die an Faustschläge erinnern, und donnerndes Stampfen, mit dem alles zermalmt werden soll, was sich in den Weg stellt – ein wahrhaftig Angst einflössender Anblick. Der Haka-Tanz erlangte durch die All Blacks (Rugby) einen hohen Bekanntheitsgrad!
Nach dieser grossartigen Erfahrung besichtigten wir noch den Park mit seinem Besuchermagnet, dem Pohutu-Geysir. Auf dem Rückweg erkundeten wir noch ein Künstleratelier, in dem traditionelle Maoriweber, -holzschnitzer und -grünsteinmetze arbeiten.
Nach der Kultur das Adrenalin ... Wie bereits erwähnt, ist in Neuseeland alles möglich. Doch wir wollten uns nicht aus einem Flugzeug stürzen (Falschirmspringen) oder an Gummibändern baumeln (Bungeejumping). Uns lag es an etwas viel aussergewöhnlicherem: Wir wollten in einer Plastikkugel den Berg hinunter rollen (zorbing). Gesagt, getan ... so sassen wir wenige Minuten nach unserer Entscheidung festgezurrt in der Plastikkugel und donnerten im „Waschmaschinengang“ den Berg hinunter. Doch bei dieser einen Fahrt konnten wir es nicht belassen. So stürzten wir uns in unsere Badeklamotten und flitzten in dem mit Wasser gefüllten Zorb im Zickzackkurs in Richtung Tal. Wirklich ein unvergessliches Erlebnis ... fun pur!
Geschrieben von Nicole
200. Rotorua (Samstag, 18. April 2009)
Der Gestank nach faulen Eiern hat uns noch nicht ganz vertrieben. Eigentlich waren wir eher zu faul nach den Anstrengungen von gestern. So stürmte ich heute Morgen früh gleich in das Office des Campingplatzes und verlängerte unseren Aufenthalt hier in Rotorua nochmals um einen Tag. Natürlich legten wir uns danach nochmals aufs Ohr und schliefen erstmal richtig lange aus. Nach dem aufstehen putzen wir dann unseren Camper so richtig Gründlich heraus. Es war ja nicht mehr zum aushalten in diesem Schweinestall! J Es war auch wieder einmal an der Zeit unsere Wäsche zu waschen. Es gab sehr viele Fotos zum bearbeiten, beschriften und zu sichern und die Tagesberichte waren auch noch nicht alle geschrieben.... kurz und bündig: Wir hatten jede Menge zu tun heute. L
Geschrieben von Peter
201. Papamoa Beach (Sonntag, 19. April 2009)
Der heutige Tag stand ganz im Zeichen von Frodos Heimat. Matamata, der richtige Name von Hobbingen, lag nur einen Katzensprung von Rotorua entfernt. So erreichten wir das von Touris überloffene Örtchen am späten Vormittag. Gleich nach unserer Ankunft buchten wir im Information-Centre eine Hobbingen-Tour.
Mit einem etwas älteren Bus-Modell wurde unsere gut überblickbare Gruppe zum ehemaligen Film-Drehort – eine Schaffarm – gekarrt. Seit dem Dreh von Herr der Ringe haben tausende von Filmfans (über 70'000) – wir gehören nun dazu – das Fimset besucht. Es ist gerade noch genug davon übrig geblieben, dass einen die eigene Phantasie - ohne die ist man allerdings verloren – ins Auenland versetzen kann. Natürlich konnten wir wieder einige spannende Hintergrundinfos in Erfahrung bringen:
· Die neuseeländische Armee hat eigens eine 1.5 km lange Zufahrtsstrasse für all die Lastwagen der Film-Crew gebaut.
· 37 Hobbit-Häuser und eine Brücke wurden provisorisch aus Holz errichtet und mit Sagegz verkleidet.
· Ein Baum wurde in Einzelteilen (versägt) nach Matamata importiert und hier wieder aufgebaut. Die Blätter waren aus Plastik und mussten in mühsamer Arbeit an die Äste angeklebt werden.
· Mehrere tausend Kilo Blätter wurden aus Taiwan importiert und an die hiesigen Bäume geklebt.
· Bis zu 400 Leute wurden drei Mal täglich mit einem zweigängigen Menu verwöhnt.
Nach dem spannenden Ausflug nach Hobbingen düsten wir wieder in Richtung Küste. Auf dem wunderschönen Papamoa Beach Campground verbrachten wir einen geselligen Abend bei 4 Stunden Skype-Sitzung.
Geschrieben von Nicole
202. Papamoa Beach (Montag, 20. April 2009)
Gestern während den Skype-Gesprächen habe ich es meinem Vater noch gesagt. Vielleicht müsse er mir noch ein neues Netzteil für den Laptop mit nach Hawaii mitbringen. Leider hat unser Netzteil einen Wackelkontakt und es schien sich von Tag zu Tag zu verschlechtern. Prompt nachdem wir das Gespräch beendet hatten, fing unser Netzteil an komisch zu riechen und es entwickelte sich stinkender Rauch an der Stelle mit dem Wackelkontakt. Natürlich schalteten wir sofort alles ab und versuchten das Problem zu lösen. Doch leider hatten wir kein Werkzeug oder einen Lötkolben dabei....
So war fast klar, dass wir den heutigen Tag mit der Suche eines neuen Netzteiles verbringen werden. Ich weiss aus eigener Erfahrung wie schwierig es ist genau das richtige Netzteil zu finden. Normalerweise muss man so ein Netzteil bestellen und dann abwarten bis es mit der Post zugesandt wird. Wir machten uns also auf die Suche nach einem Computergeschäft, je grösser desto eher besteht die Chance das Richtige zu finden. Nach nicht einmal einem Kilometer fanden wir ein kleines Computergeschäft. Die können das hier sicher bestellen, dachten wir uns und betraten das Geschäft. Der Verkäufer hörte uns zu, betrachtete das Netzteil und begann in einer Schublade zu wühlen. Nach einer Weile kramte er ein Netzteil hervor und meinte das müsste es sein. Welch ein Riesenglück! Er hatte genau das richtige Netzteil an Lager und konnte es uns verkaufen. Man muss es sich mal vorstellen. Von hunderten verschiedenen Marken und Gerätetypen hat er genau das richtige an Lager! Natürlich kauften wir es und waren überglücklich das Problem gelöst zu haben. Das Notebook ist sehr wichtig für uns. Es ist sozusagen die Verbindung mit unseren Verwandten und Freunden. Den Rest des Tages verbrachten wir mit Relaxen und Lesen.
Geschrieben von Peter
203. Papamoa Beach (Dienstag, 21. April 2009)
Nach einem durchregneten Montag und der darauf folgenden Nacht, begrüsste uns heute Morgen die Sonne. Kurzerhand entschlossen wir uns, nochmals einen Tag länger an diesem wunderschönen Fleckchen Erde zu verweilen. Bei einem gemütlichen Spatziergang am Meer erkundeten wir die Umgebung. Die restliche Zeit verbrachten wir mit lesen, schreiben, im Internet surfen etc.
Geschrieben von Nicole
204. Papamoa Beach (Mittwoch, 22. April 2009)
Gleich am Morgen Früh startete ich den Laptop und versuchte meinen Kumpel Thomas per Skype zu erreichen. Am Vortag habe ich ihm noch ein Mail geschickt und mich mit ihm per Skype verabredet. Es sind schon fast wieder 2 Monate her seit ich mit ihm das letzte Mal gesprochen habe. So war ich dann auch sehr froh, dass die Verbindung klappte und ich fast zwei Stunden lang mit ihm plappern konnte. Später schaltete sich auch noch Bianca, die Freundin von Thomas, zu dem Skype-Gespräch. Es sind jetzt schon über 200 Tage her, seit wir unsere Freunde das letzte Mal gesehen haben. Ich freue mich schon wahnsinnig auf das wiedersehen, auch wenn ich mich noch lange gedulden muss! Wir nutzen den Rest des Tages für einen Spaziergang. Natürlich bemühten wir uns noch den kostenlosen Internet Zugang voll auszunutzen. So luden wir ununterbrochen Sendungen, Filme, Krimis und alles was möglich war auf unseren Laptop herunter.
Geschrieben von Peter
205. Waihi Beach (Donnerstag, 23. April 2009)
Ohne irgendwelche Pläne düsten wir heute weiter in Richtung Norden – natürlich immer der Küste entlang. Wir fühlten uns jedoch nicht sonderlich fit – was auf die kurze Nacht (kostenloser Internetzugang) zurückzuführen war. Folglich spulten wir auch nicht hunderte von Kilometern ab und begaben uns bereits nach 1 Stunde Autofahrt auf einen Campground. Nach einem feinen Mittagessen hauten wir uns aufs Ohr und genossen eine ausgiebige Siesta J. Am späteren Nachmittag erkundeten wir noch die Umgebung von Waihi Beach.
Geschrieben von Nicole
206. Cormorandel (Freitag, 24. April 2009)
Heute führte uns unsere Reise nach Cormorandel. Der Tag war völlig verregnet und lud überhaupt nicht nach irgendwelchen Aktivitäten ausserhalb unseres fahrenden Zuhauses ein. So wurde sehr viel gelesen, etwas programmiert und wir schauten ein wenig Fernsehen(Genau für solche Momente haben wir uns etliche Sendungen vom Internet heruntergeladen).
Vielleicht passte das Wetter auch etwas zu unserer momentanen Stimmung. Irgendwie scheint sich bei uns eine gewisse Routine was das Reisen betrifft eingeschlichen zu haben. Ich will nicht sagen, dass wir es langweilig hätten, aber nach über 200 Tagen Camperleben sind wir schon ein wenig gesättigt. Wir haben hier eine schöne Zeit, wir freuen uns aber riesig auf das nächste Abenteuer. Wir geniessen nach wie vor jeden einzelnen Tag, aber wir interessieren uns heute für andere Dinge als am Anfang unserer Reise. Am besten merkt man es mit dem Fotografieren. Am Anfang wurde noch jede Kleinigkeit mit dem Fotoapparat festgehalten. Heute nehmen wir den Fotoapparat gar nicht mehr mit, wenn wir am Strand spazieren gehen.
Eins ist uns auf dieser Reise klar geworden. Wir könnten niemals für immer so leben und wir gehören nach Hause zu unserer Familie und zu unseren Freunden.
Geschrieben von Peter
207. Orere Beach (Samstag, 25. April 2009)
Einmal jährlich wird an die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs gedacht, der ANZAC (Australian & New Zealand Army Corps) Day. Für einen Staat mit gerade mal 1 Mio. Einwohnern war der Beitrag zum Ersten Weltkrieg erstaunlich: Rund 100'000 Neuseeländer kämpften in Übersee, fast 60'000 fielen. Denkmäler für die Gefallenen finden sich fast in jeder Stadt – und die Zahl der zwischen 1914 und 1918 Gefallen überwiegt noch die der Opfer des Zweiten Weltkriegs. Auch in diesem trug Neuseeland seinen Teil bei: Rund 100'000 Neuseeländer kämpften in Europa und im Nahen Osten, im Gegenzug landeten ab 1942 etwa 100'000 Amerikaner in Neuseeland, um es vor den Japanern zu schützen.
Wie auf Knopfdruck begann es mitten in der Nacht zu stürmen. Heftige Windböen und Regenstürme quälten unser kleines Cämperli. Glücklicherweise befanden sich auf dem hiesigen Campground keine Bäume sondern nur Büsche J. Richtig übermüdet begaben wir uns auf den Weg in Richtung Orere Beach. Die Strassen waren aufgrund der Feierlichkeiten zum ANZAC Day wie ausgestorben und so kamen wir auf der kurvenreichen Strasse sehr schnell voran. Am späteren Nachmittag erreichten wir den kleinen Küstenort und begaben uns sogleich auf Erkundungstour.
Geschrieben von Nicole
208. Orewa Beach (Sonntag, 26. April 2009)
Um unser heutiges Ziel „Orewa Beach“ zu erreichen, mussten wir durch ganz Auckland hindurch fahren. Nicoles Mutter hat uns aus der Schweiz ein Packet zukommen lassen und wir mussten dieses Packet noch unterwegs abholen. Da wir keine Adresse in Neuseeland haben, konnten wir dieses Packet via unseren Vermieter in Auckland zuschicken lassen. Unterwegs zum Vermieter kam uns noch der Gedanke, unser kleines Cämperli gegen einen grösseren einzutauschen. Der Wechselkurs ist ja immer noch sehr gut für uns und wenn wir schon mal in der Nähe sind können wir ja mal nachfragen. Tatsächlich war das Packet beim Vermieter eingetroffen und wir schauten uns nebenbei noch den grossen Bruder unseres Campers an. Prompt erhielten wir auch schon eine Offerte und wir machten uns auf den Weg zum Campingplatz. Um die nächsten Ereignisse zu beschreiben, sollte ich erwähnen, dass es heute den ganzen lieben langen Tag lang geregnet hat. Kaum hatten wir den Vermieter verlassen und auf die Autobahn eingespurt passierte es. Mitten auf der grossen Brücke in Auckland flog fast der Scheibenwischer davon. Wir hatten Riesenglück das es genau hier nicht geregnet hat! Zu allem Übel war es noch der Scheibenwischer auf der Fahrerseite. Nun wir waren auf einer sechsspurigen Autobahn und konnten schlecht anhalten! Wir entschieden uns die 20 Kilometer bis zum Campground durchzufahren. Als der Regen dann wieder einsetzte, wurde das ganze zu einem Spiesrutenlauf. Aber was sollten wir machen, mitten auf der Autobahn konnte uns sowieso niemand helfen. Mit Müh und Not erreichten wir heil den nächsten Campground. Mit einem Gabelschlüssel war das Problem dann im Nu repariert. Herzlichen Dank an unsere Campground-Besitzerin J.
Es scheint, dass unser Cämperli es nicht mag, wenn wir ihm „fremdgehen“! J Unabhängig von diesem Problem entschieden wir uns dann unser Cämperli bis zum Schluss zu behalten. Es sind ja nur noch drei Wochen bis nach Fidschi! J
Geschrieben von Peter
209. Sandspit (Montag, 27. April 2009)
Für die nächsten paar Tage sind Fischer-Ferien in Peters geliebtem Sandspit eingeplant. Doch vor der Anreise ins „Paradies“ musste noch der Vorrat an Köder, Haken und sonstigem Angelzubehör (inkl. Alkohol J) angeschafft werden.
Danach ging’s endlich los ... und nach wenigen Kilometern hatten wir unser Ziel erreicht: Sandspit, ooohhh geliebtes Sandspit! Doch die Begeisterung war nicht nur auf unserer Seite, auch die Campground-Besitzer freuten sich uns wieder begrüssen zu dürfen und wiesen uns den gleichen Camping-Platz wie vor 3 Monaten zu. Rasch bezogen wir unser Plätzli mit Meeresblick und genossen ein feines Mittagessen. Kurz darauf packte Peter seine Angel-Utensilien und begab sich auf Fisch-Fang-Tour ... und siehe da ... er kehrte mit 2 Red Snapper zurück.
Geschrieben von Nicole
210. Sandspit (Dienstag, 28. April 2009)
Angeln stand auch heute auf dem Tagesplan. Leider verschiebt sich der Zeitpunkt von Flut und Ebbe jeden Tag um eine halbe Stunde. Hier in „Sandspit“ ist der beste Zeitpunkt nicht wie üblich bei einkommender Flut, sondern bei Ebbe. Dann ist der Hafen von „Sandspit“ nur noch durch einen schmalen Kanal mit dem offenen Meer verbunden. Genau in diesem Kanal tummeln sich dann sämtliche Fische der ganzen Bucht. So ging es heute um zirka 16.00 Uhr los. Um diesen Kanal zu erreichen, musste ich dann jeweils eine riesige und nasse Sandbank überqueren, wo zuvor noch der Meeresspiegel einen Meter höher lag. Dann habe ich etwa zwei bis drei Stunden Zeit bevor die Flut das Gebiet wieder mit Wasser überschwemmt. (Keine Angst, auch bei Flut könnte man noch im Wasser stehen.) Heute war das Glück allerdings nicht auf meiner Seite. Ich habe zwar wieder drei Snapper gefangen, diese waren jedoch alle zu klein. Einen konnte ich nicht mehr „lebend“ vom Hacken lösen, so dass dieser als „Möwenfutter“ endete. Die anderen konnte ich recht gut vom Hacken lösen und wieder zurück ins Meer werfen.
Geschrieben von Peter
211. Sandspit (Mittwoch, 29. April 2009)
Nach einigen Tagen im Zeichen der Fischerei wagten wir uns heute wieder unter die Leute. Obwohl dieses Vorhaben indirekt wieder mit der Fischerei in Zusammenhang stand. Peter waren die Köder ausgegangen. So suchten wir in Warkworth ein Fischerei-Geschäft auf. Ein sehr netter und aufmerksamer Herr beantwortete leidenschaftlich und sehr ausführlich all unsere Fragen und nach einer geschlagenen halben Stunde verliessen wir mit einem kleinen Paket Köder (Wert von $ 5.-) das Geschäft.
Am späteren Nachmittag schnappte sich Peter die Angelausrüstung und war für die nächsten Stunden verschwunden. Meine Wenigkeit erkundete die Umgebung von Sandspit und schlenderte gemütlich einen kleinen Hügel hinauf. Die Aussicht war einfach herrlich!
Kurz vor der Abenddämmerung kehrte ein ziemlich genervter Peter zurück. Er bezeichnete sein heute angeschafften Köder als sch.... und stiess noch weitere Fischer-Flüche aus!
Geschrieben von Nicole^
212. Sandspit (Donnerstag, 30. April 2009)
Nach dem fürchterlichen Köder von Gestern (Den Rest habe ich alles ins Meer geworfen), musste heute wieder etwas Richtiges her. Richtig heisst in diesem Fall „Bonito“. Ich glaube „Bonito“ ist „Thunfisch“, bin mir aber dessen nicht ganz sicher. Nebst dem Köder kauften wir sonst noch etwas frisches Gemüse, Obst und Brot ein. Ich war schon ganz gespannt auf den Nachmittag. Wird der neue Köder seine Wirkung zeigen? Zuerst unternahmen wir noch einen kurzen Spaziergang und liessen uns von unseren Freunden, den Enten, etwas unterhalten. (Wir sind beide seit neuestem Entenfreunde geworden!) Später ging es dann endlich wieder ans Angeln. Und siehe da, keine fünf Minuten nachdem ich den Hacken ins Meer geworfen hatte, wurde schon mächtig daran gezogen und gerüttelt. Offenbar stehen Schnappfische auf „Bonito“. Leider ist diese Art von Köder etwas „lose“ und man verliert ihn sehr schnell vom Hacken bzw. die Fische reissen den Köder einfach weg. Man muss schon etwas Geschick an den Tag legen um den Köder gut und vor allem in der richtigen Menge am Hacken zu befestigen. Doch ich hatte Glück und am Schluss waren es zwei beachtliche „Snapper“(Schnappfische), welche ich an Land gezogen habe.
Heute versuchte ich mein Können mal im Fisch filetieren. Eigentlich kann ich das überhaupt nicht, ich habe lediglich einmal im Internet eine Anleitung gesehen. Es war aber viel einfacher als ich es angenommen habe. Klar, die Filets sahen nicht wie im Supermarkt aus und es hatte auch noch ein wenig Gräten drin. Aber geschmeckt hat es trotzdem! J
Geschrieben von Peter
213. Waipu Cove (Freitag, 1. Mai 2009)
Mit einem weinenden und lachenden Auge verabschiedeten wir uns von den geliebten Freunden – den Enten. Doch heute geht es weiter in den Norden ...
Von Sandspit aus fuhren wir auf einer malierischen Strecke in Richtung Leigh zum Goat Island Beach. Goat Island Beach ist einer von Neuseelands ganz besonderen Orten. Das Goat Island Marine Reserve war das erste Meeresschutzgebiet des Landes. Hier ist das Meer zu einem gigantischen Aquarium geworden. So tummeln sich nebst unzähligen Fischen auch Schnorchler und Taucher im Wasser. Doch für unsere Verhältnisse war das Wasser zu kalt ... bbbrrrr. So spazierten wir nur die Küste entlang, immer mit Blick aufs Wasser, in der Hoffnung die riesigen Snapper zu entdecken.
Von Leigh resp. vom Goat Island Beach folgten wir der Strasse in Richtung Pakiri. Diese kleine verschlafene Ortschaft ist ein heimliches Paradies mit einem wunderschönen 9 km langen weissen Sandstrand, Sanddünen und Brandung. Bei unserer Entdeckungstour stiessen wir auf eine Filmcrew. Unsere Neugier war geweckt und nach wenigen Minuten brachten wir in Erfahrung, dass es sich um eine Doku für das Fernsehen in Singapur handelte. (Schade, kein Hobbit-Film L!)
Am späteren Nachmittag erreichten wir den Campground in Waipu Cove.
Geschrieben von Nicole
214. Russell (Samstag, 2. Mai 2009)
Ginge es nach dem Wetter hätten wir heute den ganzen Tag im Bett verbringen können. Es regnete den ganzen Tag ununterbrochen. Wir entschieden uns trotzdem dem Weg Richtung Norden zu folgen, denn unser Kühlschrank war wieder Einmal leer. So erreichten wir nach einer Stunde Autofahrt „Whangerie“, eine etwas grössere Stadt in der Umgebung. Da versuchten wir in diversen Geschäften einen Polarisationsfilter für meine Kamera zu besorgen. Gar nicht so einfach aber nach dem dritten oder vierten Versuch wurden wir dann fündig. (Mit diesem Filter erhoffe ich dann in Ecuador etwas bessere Bilder machen zu können. Und vielleicht nützt er auch schon etwas in Fidschi.) Da wir vernommen haben, dass Bobbi sein letztes Gummihuhn in seine Bestandteile zerbissen hat, versuchten wir noch, leider ohne Erfolg, ein neues zu finden. Natürlich wurde in „Whangerei“ auch noch die übliche Ladung Essen eingekauft.
Danach führte uns der Weg von „Whangerei“ nach „Russel“. Einen kleinen Teil der Strecke mussten wir sogar mit einer Fähre zurücklegen. Die Überfahrt dauerte aber nur gerade ein paar wenige Minuten. Am Abend nutzen wir die gute Internetverbindung auf dem Campingplatz für ein paar Gespräche mit der Heimat.
Geschrieben von Peter
215. Russell (Sonntag, 3. Mai 2009)
Nach einem regnerischen Samstag begrüsste uns heute die Sonne! Juhuiii, die Entdeckungstour konnte beginnen!
Das historische Russell liegt Paihia auf der anderen Seite der Bucht direkt gegenüber. Was den Stil betrifft, könnte es aber auch aus einer anderen Welt stammen. Russell war ursprünglich eine befestigte Maorisiedlung, die sich das ganze Tal entlang zog und auf den klangvollen Namen „süsser Pinguin“ hörte. Es ist ein friedlicher und schöner kleiner Ort (1'140 Einwohner), der sich in seinen Werbebroschüren als romantisch beschreibt! Das Ufer der Stadt wird von stattlichen Herrenhäusern, gemütlichen Cafés, Restaurants und Bars gesäumt. Ein Ort zum verweilen!
Nach einem ausgiebigen Frühstück krackselten wir zum Flaggenmasthügel hinauf. Der Ausblick auf die Bay of Island war einfach fantastisch. Hunderte von Segelschiffen tummelten sich zwischen den unzähligen kleinen Inseln. Die atemberaubende Küstenlandschaft, durchzogen von Dutzenden von Buchten mit klarem Wasser, das in türkisenen und tiefblauen Farbtönen schimmerte! Wow!
Geschrieben von Nicole
216. Russell (Montag, 4. Mai 2009)
Schon seit geraumer Zeit habe ich Thomas ein „Fresspacket“ versprochen. Dazu benötigte ich noch verschiedene kleinerer Utensilien, welche ich jedoch hier nicht genauer erläutern werde. Ich möchte ihm ja nicht die Überraschung verderben! J So klapperten wir alle Läden von Russel ab, bis ich das Packet mit Leckereien und anderen Überraschungen gefüllt hatte. Natürlich legten wir auch dieses Mal ein Stapel mit Foto-DVD’s in das Packet. (Die Backups unserer Ferien-Fotos sind ja der eigentliche Grund unserer Pakete Nachhause.)
Es war auch wieder Einmal an der Zeit, unsere Homepage zu aktualisieren. In letzter Zeit hatten wir zwar nicht sehr Viele Fotos gemacht, es reichte jedoch für ein weiteres Fotoalbum auf der Homepage. Die Tagesberichte und die Hutfotos waren auch schon lange nicht mehr aktualisiert worden. Den Besuch am „Longbeach“ liessen wir aus zeitlichen Gründen dann sein.
Geschrieben von Peter
217. Whatuwhiwhi (Dienstag, 5. Mai 2009)
Der Abschied vom liebgewonnen Russell viel uns nicht leicht. Hatte uns doch der Charme dieses hübschen Städtchens magisch angezogen. Gerne hätten wir hier noch einige Tage verbracht. Doch die Uhr tickt und in 10 Tagen starten wir in unsere Flitterwochen (Juhuiii J). Also packten wir unsere Sachen und tauchten in einen aufregenden Tag, gespickt mit Geschichte und Kultur, ein.
Dank der kleinen Autofähre gelangten wir innert kürzester Zeit nach Paihia. Dort erkundeten wir die nahe gelegene Ortschaft Waitangi. Sie ist voller kultureller Symbole – dem Treaty House im Kolonialstil, dessen Garten und Rasen aus einem fernen Land hierher verpflanzt wurden; dem ihn umgebenen einheimischen Busch, der voller einheimischer Vögeln ist (und importierter Hasen J); dem spirituellen whare (Versammlungshaus) und dem kriegerischen waka (Kanu); den drei Flaggen (Englands, Neuseelands und der Maori); und der Aussicht vom Hügel auf Russell und die Bay of Islands.
Das Treaty House ist die Hauptattraktion des beeindruckenden und geschichtsträchtigen Geländes. Es nimmt in der Geschichte Neuseelands eine besondere Stellung ein. 1840 wurde hier der Vertrag von Waitangi unterzeichnet. (Ein sehr umstrittenes Dokument mit einem hohen Stellenwert analog der Verfassung der USA!).
Danach düsten wir in Richtung Kawakawa weiter. Kawakawa ist ein normales Dörfchen im Hinterland. Mit einer Ausnahme: die öffentlichen Toiletten wurden von dem österreichischen Architekten Friedensreich Hundertwasser entworfen. Er lebte von 1973 bis zu seinem Tod 2000 in der Nähe von Kawakawa in einem abgelegenen Haus ohne Strom. Die meistfotografierten Toiletten Neuseelands sind typisch Hundertwasser – viele geschwungene Linien, Keramikmosaiken und Flaschen in schrillen Farben, Gras und Pflanzen auf dem Dach.
So, nun waren alle Sehenswürdigkeiten in der Bay of Islands besichtigt und wir konnten guten Gewissens zu unserem heutigen Tagesziel, der Doubtless Bay, weiterfahren!
Geschrieben von Nicole
218. Ninety Mile Beach (Mittwoch, 6. Mai 2009)
Den nördlichsten Punkt von Neuseeland, welchen man mit einem Auto erreichen kann, erreichten wir nach einer Haarsträubenden Fahrt. Die ersten anderthalb Stunden Fahrt waren ganz in Ordnung. Dann wurde die Strasse zu einer Schotterpiste und zuletzt kam noch eine Kilometerlange Baustelle dazu. Das Problem an der ganzen Sache war, dass es sehr steil auf- und abwärts ging und anstelle des Belages nur noch durchnässter Matsch da war. Zusätzlich wurde man noch an den unmöglichsten Stellen zum anhalten gezwungen. Wir erreichten trotzdem das Ende der Strasse und standen nun am berüchtigten „Cape Reinga“. Hier gibt es nur noch einen Leuchtturm und eine Toilette für die Touristen. Was aber am meisten auffällt hier ist der enorm starke Wind. Ja es hat uns fast umgehauen. Im Reiseführer steht, dass es hier bis zu 10 Meter hohe Wellen geben kann. „Na dann gute Nacht“ dachte ich mir. Wenn es hier schon bei schönstem Wetter so windet, möchte ich nicht bei Sturm hier stehen. Nach ein paar Fotos ging es dann über die 113 Kilometer lange Zufahrtsstrasse wieder zurück. Natürlich begann es vor der matschigen Stelle heftig an zu regnen und meine Nerven wurden nochmals auf die Probe gestellt. Obwohl wir an einem Steilhang wegen eines Baggers anhalten mussten, kamen wir mit viel Glück doch noch ohne Probleme am Ziel an.
Die Nacht hier am „Ninety Mile Beach“ war sehr windig. Unser Camper schaukelte fast schon wie ein Schiff auf hoher See. Vielleicht ist das eine kleine Übung auf unsere Galapagos-Rundfahrt.
Geschrieben von Peter
219. Whangerei (Donnerstag, 7. Mai 2009)
Die ganze Nacht hindurch wurde unser armes Schneckenhaus von heftigen Windböen und Regengüssen gepeinigt. Was sich wiederum auf unseren Schlaf auswirkte! Mit schwarzen Augenringen und bleichen Gesichtern starteten wir in einen wahrlich trüben Donnerstag.
Vor unserer Abreise statteten wir noch dem berühmten Ninety Mile Beach einen kurzen Besuch ab. Hier düsen Busse und Autos mit 100 km/h den Strand entlang und verwandeln ihn somit zur Autobahn. Doch schon so manches Fahrzeug blieb im weichen Sand stecken und wurde von den Fluten verschluckt J.
Nach ca. 2 Stunden Autofahrt erreichten wir unser heutiges Tagesziel Whangerei. Normalerweise meiden wir grössere Städte. Doch hier wollten wir den bestellten Polfilter für Peters Kamera abholen (unsere Galapagos-Reise rückt immer näher). Leider gab es mit der Lieferung irgendwelche Verzögerungen, so dass auch in den nächsten Tagen nicht mit dem Eintreffen des Polfilters gerechnet werden kann. Einwenig enttäuscht suchten wir einen Campground auf.
Dies war heute nicht unser Tag! Schnell hüpften wir ins Bett und holten unseren Schlaf nach!!!
Geschrieben von Nicole
220. Matakohe (Freitag, 8. Mai 2009)
Gleich nach dem Frühstück besorgten wir uns noch einige frische Lebensmittel im Supermarkt. Danach suchten wir ein Reisebüro auf, wo wir unseren Fidschi-Trip bestätigen lassen konnten. Wäre ja schlecht wenn sich z.B. ein Flug verschoben hätte und wir nichts davon mitgekriegt hätten. (Zumal wir ja nicht per Telefon erreichbar sind in Neuseeland). Es war jedoch alles in Ordnung und wir können uns jetzt entspannt auf die „Ferien“ freuen. Nach einem Mittagessen machten wir uns dann auf den Weg zum nächsten Campground. Wir erhofften uns allerdings nicht mehr sehr viel von diesem verregneten Tag und so verkrochen wir uns bei strömendem Regen im Camper und machten es uns gemütlich. Am Abend bemerkten wir noch ein kleines Übel. Schon in Australien ist uns in der letzten Woche das Gas zum kochen ausgegangen. Nach ungefähr 100 Tagen in Neuseeland ist uns heute tatsächlich nochmals das Gleiche passiert. Jetzt müssen wir schon wieder, für nur noch eine Woche lang kochen, eine ganze Ladung Gas kaufen. L
Geschrieben von Peter
221. Sandspit (Samstag, 9. Mai 2009)
Der Countdown läuft ... in einer Woche sitzen wir im Flieger. Die Vorfreude auf ein paar erholsame Tage unter der Sonne Fiji ist riesig!!!
Nach einer stürmischen und regenreichen Nacht kämpften wir uns nur mit grösster Müh aus unserem beheizten Bett. Doch unsere knurrenden Bäuche zwangen uns das kuschelig warme Nest zu verlassen. Schnell verdrückten wir unser Frühstück, bestehend aus Toast und Muesli, packten unsere Sachen zusammen und düsten in Richtung Warkworth.
An der hiesigen Tankstelle liessen wir unsere Gasflasche wieder auffüllen. Zu meinem Erstaunen kostete uns dies nur NZD $ 14.--. Danach steuerten wir das uns mittlerweile sehr gut bekannte Sandspit an.
Die Campground-Besitzer waren über unser erscheinen hoch erfreut und begrüssten uns mit enthusiastischem Winken J. Der Klatsch und Tratsch der letzten Tage war rasch ausgetauscht und schon bezogen wir wieder unser Plätzchen am Beach.
Kurz nach dem Mittagessen packte Peter seine Angelausrüstung und war den ganzen Nachmittag mit seinem Hobby beschäftigt ... leider nicht sehr erfolgreich!
Geschrieben von Nicole
222. Sandspit (Sonntag, 10. Mai 2009)
Langsam merken wir wie der Winter in Neuseeland Einzug hält. Die Temperaturen sinken und das Wetter macht der kalten Jahreszeit alle Ehre. Noch nie habe ich erlebt wie sich blauer Himmel und Regengüsse so kurz hintereinander abwechseln können. Am Ende eines solchen Tages kann man jedenfalls nicht sagen ob es jetzt schönes oder schlechtes Wetter war?!? Nun, es hielt mich nicht vom Fischen auf. Und heute hatte ich besonders viel Glück! Innert kürzester Zeit habe ich zwei grosse Fische gefangen. Diesmal waren es ein Snapper und ein Kahawai. Letzterer war sicher ein bis zwei Kilo schwer. So war mein Angelausflug frühzeitig beendet und ich machte mich ans Filetieren. So ein selbst gefangener Fisch schmeckt einfach viel besser als ein gekaufter! J
Am Abend nahmen wir Kontakt in unsere Heimat auf. Voraussichtlich war dies das letzte Mal, dass wir von Neuseeland Nachhause telefonierten. Nächste Woche befinden wir uns hoffentlich auf einer kleinen Insel irgendwo in Fidschi....
Geschrieben von Peter
223. Sandspit (Montag, 11. Mai 2009)
„Räga, Räga, Tröpfli“ ... für den ganzen Tag. So verkrochen wir uns in unserem Schneckenhaus und verbrachten den Tag mit lesen, Fotos bearbeiten, Tagesberichte schreiben, schlafen, essen .... Das Wetter liess heute wirklich keine nennenswerten Aktivitäten zu L.
Geschrieben von Nicole
224. Takapuna Beach (Dienstag, 12. Mai 2009)
Noch nie in meinem bescheidenen Leben habe ich soviel gelesen wie hier in Neuseeland. Es ist ja auch kein Wunder, soviel Zeit wie wir hier zur Verfügung haben. Habe ich einmal ein Buch angefangen muss ich es unbedingt zu Ende lesen um zu wissen wie es ausgeht. So benötigen wir in der Zwischenzeit nur noch zwei bis drei Tage um ein Buch mit ungefähren 500 Seiten zu lesen. Seit geraumer Zeit erkunden wir auf jeden Campingplatz, den wir betreten, die Bücherecke. So ein „Book-Exchange“ gibt es fast überall und manchmal hat es auch deutsche Bücher darunter. Zurzeit ackere ich mich durch die Geschichte von Eragon durch und ich bin hell begeistert davon. Das Buch gefällt mir sogar besser als „Der Herr der Ringe“. Allerdings bezweifle ich, dass der Film über „Eragon“ besser ist als „Der Herr der Ringe“. Ich möchte unbedingt zuerst noch die Fortsetzungen lesen bevor ich mir dann den Film angucke.
Der Campground hier in Takapuna ist nicht der Rede wert! Zweckmässig aber nicht unbedingt schön. Am Morgen früh rennen die Frühsportler direkt an unserem Camper vorbei und in der Nacht hört man ständig die Sirenen von Polizei, Ambulanz oder Feuerwehr.... Wir freuen uns auf Fidschi!
Geschrieben von Peter
225. Takapuna Beach (Mittwoch, 13. Mai 2009)
Für den heutigen Tag hatten wir keine Pläne und ohne Pläne keine Verpflichtungen und ohne Verpflichtungen kein Stress ... ergo ausschlafen. Pünktlich um 9.00 Uhr wurden wir von der – bereits – hochstehenden Sonne geweckt L. Peter verdrückte sich rasch unter die Dusche. Meine Wenigkeit verwandelte unser Schlafzimmer ins Wohnzimmer (Morgenfitness pur!), bereitete alles fürs Frühstück vor ... doch der Toaster funktionierte nicht mehr! Rasch ging ich der Sache nach ... unser Camper stand nicht mehr unter Strom!!! Eilig lief Peter ins Office. Doch die nette Dame im Office tröstet ihn mit amüsantem chinesisch-englisch:“Power is running out!“. So verbrachten wir den Vormittag mit lesen ... bis kurz vor Mittag der Strom wieder floss und wir den Toaster/Microwelle wieder in Betrieb nehmen und endlich Frühstücken konnten.
Den Nachmittag verbrachten wir getrennt: Peter bewachte unser Cämperli während ich mich durch unzählige Läden kämpfte. Dies war wahrlich ein Vergnügen. Lädala ohne Ende ...
Geschrieben von Nicole
226. Manukau (Donnerstag, 14. Mai 2009)
Nun haben wir es geschafft. Nach etwa 7 ½ Monaten war dies unsere letzte Nacht im Camper. Wir sind zwar noch ein Weilchen in Neuseeland und auch mit dem Camper unterwegs, für die letzten Tage haben wir uns allerdings eine „Unit“ gemietet. Das ist ein kleines Häuschen mit eigenem WC, Küche und Schlafzimmer. Eigentlich schon fast ein Hotelzimmer, unseres steht allerdings auf einem Campingplatz. So haben wir Gelegenheit unseren ganzen Kram aus dem Camper zu entfernen um diesen dann richtig putzen zu können. Als wir unsere Kabine bezogen und den Camper geleert hatten, ging es dann zuerst zum Einkaufen. Wir mussten noch Diverse Sachen für Fidschi und die nächsten Tage besorgen. Bei dieser Gelegenheit wurde auch noch ein Packet in Richtung Heimat versendet. Die Kosten für das Porto erstaunen uns jedes Mal aufs Neue!
Danach genossen wir den Nachmittag in unserem „neuen Zuhause“. Ein eigenes WC, ein normales Bett und einen Fernseher. Draussen kübelte es eimerweise Wasser vom Himmel aber uns war es egal. Wir fühlten uns Pudel wohl!
Geschrieben von Peter
227. Manukau (Freitag, 15. Mai 2009)
Irgendwie kamen wir heute einfach nicht aus den Federn ... das Bett war zu gemütlich, das Zimmer optimal temperiert und die Toilette nur um die Ecke. Mit unseren bisherigen Wohn-Verhältnissen nicht zu vergleichen! Folglich trödelten wir ziemlich lange und genussvoll in unseren eigenen vier Wänden umher.
Unser heutiges Tagesprogramm war gerappelt voll mit Wäsche waschen, Cämperli putzen, Koffer packen ... Doch vor der Arbeit das Vergnügen! So gönnten wir uns ein ausgiebiges und köstliches Frühstück im Denys. Mmmmhhhh! Als bekennende Denys-Fans stürzten uns auf die Menu-Karte. Doch oh Schreck! Auf der Karte wird kein Lumber Jack Slam, keine Onion Rings und keine French Waffeln aufgeführt. So entscheiden wir uns kurzerhand für die Kiwi-Fariante (bleibt uns auch nichts anderes übrig). Das Fazit: Kleinere Portionen zu höheren Preisen!
Am Nachmittag widmeten wir uns unseren Verpflichtungen. Während Peter unser liebgewonnenes Cämperli putzte, nahm ich mich der Wäsche an. Nach drei Wasch- und zwei Tumbler-Gängen konnten wir endlich unsere Koffer packen. Fidschi wir kommen!
Geschrieben von Nicole
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