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331. Vancouver (Freitag, 28. August 2009)
Mit vollgepackten Koffern warteten wir auf unser Taxi in Richtung Flughafen. Für die nächsten Tage stand ein weiteres Highlight auf dem Programm: Schiffstour von Vancouver nach Seward (Alaska) mit anschliessender Landtour von Seward nach Fairbanks.
Der Flug von Calgary nach Vancouver war mit 1 Stunde sehr kurz und angenehm. Bei der Landung entdeckten wir im Port of Vancouver unser Kreuzfahrtschiff ... es sah riesig aus. Dieser Eindruck bestätigte sich bei der Ankunft am Port. Uns verschlug es beim Anblick der „Radiance of the Seas“ die Sprache!
Der check-in verlief reibungslos und schon standen wir inmitten des Schiffes. Die Erkundung unseres neuen zu Hauses dauerte einige Stunden ... Poolanlagen, Kletterwand, Themenbars und -lounges, Casino, „Solarium“ - Poolbereich in afrikanischem Safari-Stil, Minigolfanlage, Spa und Fitness Center, Sportfeld mit Basketball/Volleyball Spielfeld etc. ... Nach der Erkundung knurrten unsere Mägen und wir begaben uns zum Buffet. Wow, das Angebot war einfach überwältigend. Peter meinte lapidar, dass es mindestens 7 Wochen dauern würde, um alles auszuprobieren ... Nach einer feinen Stärkung begaben wir uns in die Kabine. Auch diese war – für eine Innenkabine – sehr grosszügig konzipiert. Den ganzen Nachmittag tourten wir durch die verschiedenen Lokalitäten des Schiffes. Kurz vor dem Abendessen verliessen wir den Hafen von Vancouver und genossen einen wunderschönen Blick auf dessen Skyline.
Pünktlich um 20.30 Uhr öffneten sich die Tore zum Speisesaal. Wir gesellten uns an einen 12er Tisch mit jungen amerikanischen Pärchen. Das Abendessen war vorzüglich ... Vorspeise, Hauptgang und Dessert. Der Besuch des Gym war nicht nur vorprogrammierte sondern beschlossene Sache J. Nach einem kurzen Bar-Besuch hauten wir uns ins Bett.
Geschrieben von Nicole
332. Auf offener See (Samstag, 29. August 2009)
Nach einer erholsamen Nacht (Es schwankte bei weitem nicht so stark wie bei den Galapagos Inseln) stärkten wir uns zuerst an dem vielfältigen Buffet. Wie Nicole es schon geschrieben hat, wird es sehr schwierig hier wenig zu essen. Das Schiff fuhr heute durch die „Inside Passage“ in Richtung Norden bis wir morgen früh dann in „Ketchikan“ anlegen werden. So mussten wir uns für heute keine Gedanken zu einer Landtour machen. Stattdessen sassen wir zuoberst in einem Liegestuhl auf dem Sonnendeck und liessen uns von der Sonne aufwärmen. Das Seefahrerleben ist einfach herrlich. Für uns ist es schon eine Gewöhnungssache nach so langer Zeit im Camper auf einmal mit soviel Luxus verwöhnt zu werden. Schon praktisch wenn man gleich mit seinem Hotelzimmer von einem Ort zum anderen Reisen kann. J
Am Abend war Formal Dressing angesagt. Das bedeutet, dass wir uns in Schale schmissen und wie stinkreiche Leute zum Nachtessen gingen. Wer schon einmal „das Traumschiff“ oder „Love Boat“ gesehen hat weiss was ich meine. Wir waren mittendrin. Vor dem Nachtessen gingen wir noch zum Kapitäns-Apéro. Dort war der Kapitän, übrigens ein Norweger, und stellte sich und seine Mannschaft vor. Dabei fiel und auf dass Herr Kapitän sehr witzig war. So erklärte er zum Beispiel, dass er das Navi seines Autos dabei habe und wir uns keine sorgen machen müssten, dass wir das Ziel erreichen werden. Er entschuldigte sich auch gleich für den nächsten morgen. Falls wir beim anlegen einen Stoss spüren sollten, dann sei das die Schuld seines Stellvertreters denn dieser würde morgen dieses Manöver durchführen. Ha ha ha.... J
Geschrieben von Peter
333. Ketchikan (Sonntag, 30. August 2009)
Kurz nach 7.00 Uhr morgens erreichte unser Schiff den Hafen von Ketchikan. Dieses verschlafene Nest ist die viertgrösste Stadt Alaskas und Verkehrsknotenpunkt für den Südteil von Südost-Alaska. Der Spitzname „Gateway City“ bezieht sich auf die geografische Lage und die Drehkreuzfunktion. Ketchikan ist mit über 4’000 mm Regen pro Jahr ausserdem einer der neiderschlagsreichsten Orte der Welt ... Doch glücklicherweise behielt die Sonne am heutigen Tage die Oberhand.
Nach einem feinen Frühstück begaben wir uns auf Entdeckungstour. Gemütlich schlenderten wir einem kleinen mit unzähligen Lachsen gefüllten Bach entlang. Ca. 1 Mio. Lachse wandern jedes Jahr diesen Fluss stromaufwärts. Ein wahrlich atemberaubendes Spektakel. Danach ging’s zur pittoresken Creek Street an der Waterfront in Downtown. Bis in die 1950er-Jahre war dies ein bekannter Rotlicht-Bezirk. Die meisten der auf Pfeilern gebauten Häuser am Ketchikan Creek wurden restauriert und beherbergen nun Touri-Shops, Restaurants und Kneipen.
Am frühen Nachmittag kehrten wir wieder zu unserem schwimmenden Hotel zurück. Wir genossen den Nachmittag an Deck, am Buffet und im Fitnesscenter.
Geschrieben von Nicole
334. Juneau (Montag, 31. August 2009)
Was für ein Tag. Um 6 Uhr morgens standen wir auf dem obersten Deck und hielten nach Walen Ausschau. Der Kapitän liess gestern in einer Durchsage verlauten, man habe die Chance heute Morgen Tiere beobachten zu können. (Unter anderem Wale, Bären und Elefanten...Ha ha ha J ) Leider hatten wir kein Glück, genossen aber Trotzdem die einzigartige und neblige Stimmung bei der Einfahrt zu Juneau. Gleich nach dem Anlegen startete unsere erste Landtour in Alaska. Wir nahmen an einer „Photo und Wildlife Tour“ teil. Zuerst ging es mit einem kleinen Boot mit 14 Leuten raus aufs Meer um Wale zu beobachten. Zuerst hatten wir eine richtig dicke Nebelsuppe zu durchqueren. Diese löste sich dann aber rasch auf und wir fanden danach tatsächlich die ersten Wale. Eine Buckelwalmutter mit ihrem Jungen. Dabei konnten wir sogar noch zusehen wie das Junge mit einem Satz aus dem Meer sprang und mit einer gewaltigen Wasserfontäne zurück ins Wasser krachte. (Ich war einer der Glücklichen der genau diesen Moment fotografierte. Das vermutlich beste Bild der Alaskareise). Leider sahen wir keine weiteren Wale. Dafür noch ein paar Seelöwen, welche sich auf einer Boje breitmachten. Der zweite Teil der Tour fand auf dem Land statt. Wir wanderten an einem Gletscher entlang in einen sehr schönen Regenwald. Natürlich wurde auch hier wie wild fotografiert. In einem kleinen Bach sahen wir feuerrote Lachse Flussaufwärts schwimmen. Hier scheint jedes Bächlein voller Lachse zu sein. (Zum Glück sind wir genau zu dieser Jahreszeit hier! )
Zurück am Pier entschieden wir uns spontan für eine zweite Wal-Beobachtungstour. Nach dem Mittagessen auf dem Schiff ging es dann auch gleich los. Wieder fuhren wir mit einem kleinen Boot aufs Meer hinaus und hatten etwas mehr Glück als am Morgen. Wir sahen etliche Wale nach Nahrung suchen. Natürlich gab es wieder einige Bilder von Walflossen. Und wieder sahen wir wie Wale aus dem Wasser sprangen, doch ich war zu langsam um Sie zu fotografieren.
Am Abend unternahmen wir endlich etwas gegen dieses gute Essen an Board. Während einer Stunde rackerten wir uns im Fitnesscenter ab und verdienten uns ein feines Nachtessen.
Geschrieben von Peter
335. Skagway (Dienstag, 1. September 2009)
Auch an diesem Morgen liess sich die Sonne nicht blicken. Die Nebelschwaden waren dick und lagen noch tief in den Tälern. So genossen wir einen gemütlichen Morgen auf dem Schiff ... ausschlafen und ausgiebig Frühstücken . Danach packte uns jedoch die Entdeckungslust und schon waren wir mitten im Geschehen ... Im August 1896 wusch ein Tlingit in einem Nebenfluss des Klondike River seine Pfanne. Dabei entdeckt er auf einmal Goldstreifen, die so dick „wie Käse in einem Sandwich“ waren. Eines der grössten Abenteuer in der Geschichte Nordamerikas hatte begonnen. Innert weniger Monate wuchs Skagway zu einer blühenden Stadt mit 20’000 Einwohnern an. Heute zählt das ehemalige Goldrausch-Dörfchen nur gerade 800 Einwohner. Doch an diesem Tage lagen gleich 4 Kreuzfahrtschiffe vor Anker und so wuchs die Stadt vorübergehend auf über 10’000 Personen an!
Wir begaben uns in den nahegelegenen Wald. Auch weitab vom Tourismus-Rambazamba gab es einiges zu entdecken ... oder waren wir auf der Suche nach ein bisschen Ruhe?!?
Geschrieben von Nicole
336. Icy Strait Point (Mittwoch, 2. September 2009)
Schon wieder war eine Tour eingeplant geplant. Und wieder standen wir sehr früh am Morgen bereit um Wale und Bären zu beobachten. Zuerst ging es wieder mit einem Boot aufs Meer hinaus. Das Wetter war zwar bewölkt aber man hatte eine gute Sicht. Alles in allem sahen wir auf der etwa zweistündigen Fahrt etwa 15 verschiedene Wale. Doch leider war der Kapitän dieses Bootes etwas eine Schlafkappe. Ich weiss nicht genau warum, aber jedes Mal wenn wir einen oder mehrere Wale entdeckten, fuhren wir in die andere Richtung. Jeder Wal den wir sahen war einfach viel zu weit weg um gute Fotos zu machen. Klar gibt es regeln, dass man nicht zu nahe an die Tiere heran fahren darf. Mir kam es allerdings eher so vor, dass wenn wir einen Wal sahen, fuhren wir irgendwo anders hin wo es keinen hatte. Da wurde dann lange herumgewartet bis wir den nächsten Wal Entdeckten. Darauf fuhren wir nicht etwa zum Wal hin, nein wir fuhren irgendwo hin wo es keine Wale hatte... ???
Wir erhofften uns sehr, dass die Landtour um einiges besser sein wird. Mit einem Bus fuhren wir 40 Minuten in den Regenwald hinein. Da stiegen wir aus und marschierten einen kleinen Waldweg ab. Am Waldrand konnten wir von einer Beobachtungsplattform aufs offene Grasland mit einem kleinen Bach blicken. Auch hier war der Bach völlig von Lachsen überschwemmt. Ein Festessen für Bären, Adler und Wölfe. Aber wie das Schicksal halt will, waren alle Tiere irgendwo anders. Kein Bär, kein Wolf und kein Adler liessen sich blicken. Wir marschierten drei Plattformen ab und hatten absolut kein Glück auf dieser Tour. Etwas enttäuscht kehrten wir zum Mittagessen auf unser Luxusschiff zurück.
Schade dass es heute nicht so geklappt hat. Aber immer noch besser als die Tiere in einem Zoo bestaunen zu müssen. Die Tourveranstalter können ja auch nichts dafür. Wir wussten von Anfang an, dass keine Tiersichtungen garantiert sind. Vielleicht haben wir ja weiter nördlich noch Glück und kommen endlich zu unserem Bärenbild.
Geschrieben von Peter
337. Hubbard Glacier (Donnerstag, 3. September 2009)
Bereits um 6.00 Uhr morgens wurden wir von unserem Kapitän über Lautsprecher geweckt. Wir haben unser heutiges Tagesziel erreicht ... der Hubbard Gletscher ... der absolute Höhepunkt unserer Exkursion mit dem Ausflugsschiff.
Von seiner Quelle im Yukon-Territorium erstreckt sich der Gletscher über 122 km in die Yakutat Bay und die Disenchantment Bay. Er ist damit der längste in einem Gewässer endende Gletscher Alaskas. Seine Stirnseite misst über 10 km.
Gut ausgerüstet mit Kappe, Schal und Winterjacken (Zwibala-Prinzip) betraten wir im Morgengrauen die Reling. Es war ein eigenartiges Gefühl, dem Gletscher auf diese Art und Weise so nahe zu kommen. Sehr faszinierend waren auch die Gletscherabbrüche, die sich meist mit einem unheimlichen Krachen ankündigten. Wir verbrachten mehrere Stunden in der Bucht in unmittelbarer Nähe zum Gletscher und genossen einen grossartigen und einmaligen Ausblick. Natürlich liessen wir es uns nicht nehmen, dazu ein feines Frühstück zu geniessen.
Nach der Besichtigung des Gletschers fuhren wir der Küste entlang in Richtung Seward, unserer letzten Station. Wir verbrachten den Tag mit packen und besuchten noch einige Shows, unter anderem auch die Interview-Stunde mit unserem norwegischen Kapitän.
Wir werden unser schwimmendes Hotel vermissen!
Geschrieben von Nicole
338. Seward (Freitag, 4. September 2009)
Mit einem tränenden Auge verliessen wir heute unser liebgewonnenes Schiff. Die Kreutzfahrt war hier in Seward leider schon zu Ende. Der zweite Teil in Alaska, in einem Bus, stand uns nun bevor. Doch zuerst verweilten wir noch ein wenig in Seward und besuchten das „Alaska Sea Life Center“. Da konnten wir einige wunderschöne Vögel (Puffins) und einen riesigen Seehund beobachten. Gleich nach dem Mittagessen nahmen wir an einer dreistündigen „Wildlife-Cruise“ teil. Dabei konnten wir Lachse, Fischotter, Kormorane, Weisskopfadler und!! Die schnellsten Vögel der Welt beobachten. Allerdings sassen die zuletzt genannten Vögel nur „faul“ auf einem Baum herum. Wale konnten wir diesmal keine ausmachen dafür sahen wir noch ein paar Seehunde und „Puffins“.
Nun stand uns ein fantastisches Abenteuer bevor. In einem Panorama-Restaurant Wagen der „Alaska Rail“ fuhren wir innerhalb von drei Stunden von Seward nach Alyeska. Es war ein einmaliges Erlebnis, links und rechts von uns war nichts anderes als pure Wildnis. Wir sahen dichten Regenwal, Berge, Wasserfälle und riesige Gletscher. Natürlich liessen wir es uns nicht entgehen im Speisewagen eine Mahlzeit zu geniessen. Ganz interessant war es auch ganz am Ende des Zuges. Dort hatte es wie in einem alten Western eine kleine Terrasse wo man mit dem kühlen Fahrtwind der Wildnis noch ein bisschen näher kam.
Geschrieben von Peter
339. Alyeska (Samstag, 5. September 2009)
Die ersten Sonnenstrahlen wanderten über die Gipfel rund um Alyeska ... wir waren bereits zu unserer ersten Expeditions-Tour aufgebrochen. Ein kleiner Pfad führte uns tief in den Wald. Es waren noch nicht allzu viele Touris unterwegs und wir genossen die ruhigen Morgenstunden. Leider entdeckten wir nur einige Eichhörnchen und ein Ptarmigan, das Nationaltier Alaskas. Doch wir liessen uns nicht entmutigen und so bestiegen wir die Gondel ins Skigebiet. Noch während der Fahrt entdeckten wir 3 Schwarzbären beim Frühstück. Unser Fazit: Wandern für nix L.
Am späteren Morgen ging’s mit dem Bus dem Cook Inlet entlang nach Anchorage. Das Cook Inlet ist eine 310 km lange Bucht. James Cook segelte im Jahr 1778 auf der Suche nach der Nordwestpassage als erster Europäer in die Bucht. Im Cook Inlet hat sich eine genetisch und geographisch isolierte Beluga-Population von ca. 400 Tieren entwickelt. Wir hatten riesiges Gluck und konnten einige dieser Tiere vom Bus aus beobachten J.
Am Mittag erreichten wir das pulsierende Anchorage. Mit 283’000 Einwohnern stellt Anchorage mehr als 40% der Gesamtbevölkerung Alaskas. Die Gründung von Anchorage geht ausnahmsweise nicht auf Goldsucher zurück, Pate stand vielmehr die Alaska Railroad. Anchorage ist heute das wirtschaftliche Zentrum Alaskas mit einer – für diese Stadtgrösse – immenses ausgedehnter kommerzieller Infrastruktur südlich und westlich der überschaubaren Innenstadt.
Unsere erste Anlaufstelle war der Wochenend-Markt. Hier steuerte Peter sogleich den Fastfood-Stand mit Renntierwürsten und Hirschburgern an. Danach schlenderten wir gemütlich durch die Innenstadt und zogen durch die Touristenshops. Wie gesagt, die Innenstadt ist sehr überschaubar ... und nach 2 Stunden auch entdeckt.
Mit dem Bus fuhren wir weiter ins malerische Talkeetna, einer 800-Seelen-Siedlung. Sofort machten wir uns auf den Weg, dieses ulkige Dörfchen zu besichtigen. Doch der Anblick des wolkenlosen Mt. McKinley zog uns magisch an.
Der Mt. McKinley in Alaska ist mit 6’194 Metern Höhe der höchste Berg Nordamerikas. Er wurde nach dem 25. US-Präsidenten William McKinley benannt. Ein alternativ verwendeter Name des Berges ist Denali, ein Wort aus dem Athapaskischen, das der Grosse oder der Hohe bedeutet. Denali ist der offizielle Name des Berges in Alaska. Während sich der offizielle Name in den USA inzwischen im allgemeinen Sprachgebrauch durchgesetzt hat, wird im deutschsprachigen Raum meist die alte Bezeichnung benutzt.
So verbrachten wir einige Stunden am Ufer eines Flusses und genossen den wunderschönen Blick auf Mt. McKinley. Doch der Hunger kam auf und so zogen wir wieder ins Dörfchen zurück. Auf Rat unserer Reiseführerin liessen wir uns im Roadhouse nieder. Eine bei Bergsteigern sehr beliebte Beiz (mit Hotel). Das Abendessen war üppig und sehr nahrreich ... mmmmhhh.
Geschrieben von Nicole
340. Denali (Sonntag, 6. September 2009)
Heute führte uns die Reise zum „Denali National Park“. Mit dem Bus wurden wir im gleichnamigen Dörfchen Denali für ein Mittagessen abgeladen. Danach nahmen wir an einer geführten Tour im „Denali Visitor Center“ teil. Ich würde jetzt einmal behaupten, dass die Hälfte unserer Gruppe eingeschlafen war. Während einer Stunde wurden wir in einer monotonen Art mit Informationen überflutet. Auch die kurze Wanderung anschliessend war nicht viel besser. Unsere „Guidin“ quasselte ununterbrochen daher sodass die ganze Sache etwas langweilig und in die Länge gezogen wurde.
Interessanter wurde der Abend. Nachdem wir in einer „Lodge“ einquartiert wurden, machten wir uns noch auf zu einer kleinen Abendwanderung. Dabei konnten wir tatsächlich zwei Fischotter nahe bei ihrem Damm beobachten. Nicht nur das, es war so ruhig da draussen, dass wir Sie sogar noch hören konnten wie Sie an Ästen herumnagten. Da wir alleine durch den Wald wanderten mussten wir uns irgendwie bemerkbar machen. Wir wollten auf keinen Fall einen Bären aufschrecken, so wurde fleissig gesungen, gepfiffen und geredet. Trotz dieses „Lärmes“ sahen wir noch Fasane, Hasen und Eichhörnchen... J
Die Landschaft hier ist wirklich atemberaubend. Genau so wie man sich die tiefen Wälder von Alaska vorstellt. Auch die Stimmung ist einzigartig. Diese Farben erzielen eine unglaubliche Wirkung auf uns. Das letzte Mal war in Australien am „Ayers Rock“ wo ich solch intensive Farben gesehen habe.
Geschrieben von Peter
341. Denali (Montag, 7. September 2009)
Unser Abenteuer begann früh morgens. Bereits um 7.00 Uhr standen wir für die Tundra Wilderness Tour im Denali Nationalpark bereit. Auf dieser privat und nicht vom Parkservice organisierten Tour werden die Touris täglich für 6 bis 8 Stunden bis 80 Kilometer (53 Meilen) mit dem Bus in den Nationalpark gefahren. Die Chancen Wildtiere zu sehen, sind relativ gut ... unsere Erwartungen waren dementsprechend hoch J.
Schnell waren alle entdeckungshungrigen Passagiere an Board und unsere mehrstündige Reise konnte beginnen. Wir fuhren nur wenige Kilometer in den Park, da entdeckten wir bereits ein Elchhirsch und zwei Elchkühe. Wow, war dies ein guter Start in den Tag ... und das Glück blieb uns hold ... Auf einer Passhöhe grasten friedlich zwei Dall Schafe und auf einer offenen Alm hetzte eine Grizzlybärin mit ihrem Jungen durch die rot verfärbten Heidelbeerbüsche. Weiter ging unsere Reise durch eine weite Ebene. Dort wurde unser Bus von einer Herde Karibus begleitet, mehrere Steinadler zogen am Himmel ihre Kreise und ein Schneehase hoppelte über die Strasse.
Kurz bevor wir wieder unsere Rückreise antraten, hielten wir nochmals vor dem Mt. McKinley an. Auch heute war er ohne Wolken in seiner ganzen Pracht zu bestaunen! Natürlich durften die obligaten Fotos nicht fehlen! Auf dem Rückweg entdeckten wir weitere Dall Schafe, nochmals eine Grizzlybärin mit zwei Jungen, zwei einsame Bären (einer im Flussbett, der andere am Beerenfuttern), Murmeltiere und weitere Karibus. Ja, unsere Entdeckungstour im Denali Nationalpark war äusserst erfolgreich. Wir waren von den vielen Eindrücken erschlagen und gönnten uns nach dem 9-stündigen Aufenthalt eine kurze Verschnaufpause.
Doch der Tag war noch nicht zu Ende. Am Abend war eine Husky Homestead Tour bei Jeff King angesagt. Der erfolgreiche Schlittenhundeführer hat das Yukon Quest 1981 gewonnen und an jedem Iditarod ab dem Jahre 1991 teilgenommen; viermal ist er Sieger gewesen. Er lebt mit seiner Frau, die eine bekannte Tierwelt-Malerin ist, und mit drei Töchtern im Denali Park. Er ist Eigentümer und Betreiber des Goose Lake Kennel, das heisst er züchtet und trainiert 60-70 Huskies im Jahr.
Wahrend der 1 ½-stündigen Tour erhielten wir einen kleinen Einblick ins Musher-Leben sowie ins Hundetraining und durften die zukünftigen Champions in den Armen halten (allerdings waren die Welpen von uns Zweibeinern nicht allzu sehr begeistert, sie vermissten ihre Mami).
Unserer Meinung nach, wurde der Besuch bei Jeff King zu sehr verkommerzialisiert.
Geschrieben von Nicole
342. Fairbanks (Dienstag, 8. September 2009)
Der letzte Tag in Alaska. Mit dem Bus fuhren wir vom Denali Nationalpark in Richtung Fairbanks. Unterwegs genossen wir den letzten Blick auf den wolkenfreien Mt. McKinley. Je weiter nördlich wir kommen, leuchten die Bäume immer mehr in herbstlichen Farben. Irgendwo sahen wir sogar ein Strassenschild mit der Aufschrift „Nordpol“. Doch damit war nicht der nördlichste Punkt unseres Planeten sondern eher ein kleines Dörfchen in der nähe gemeint. Zum Mittagessen erreichten wir dann die Stadt Fairbanks. Hier genossen wir eine Mahlzeit in einem lokalen Restaurant und streiften noch ein bisschen durch die Touristenstrassen. Danach ging es weiter zu einer Öl-Pipeline-Besichtigungs-Plattform...??? Da konnte man eine Ölpipeline beobachten....wie langweilig.... Der anschliessende Besuch auf einer Goldmine gestaltete sich schon viel interessanter. Auf eine abenteuerliche weise wurde uns erklärt wie das Goldschürfen früher funktioniert hat. Dabei konnten wir selber unser Glück im Goldschürfen ausprobieren und fanden tatsächlich Gold im Wert von 18 USD. (Das Gold konnten wir sogar behalten. Ob es echt ist oder nicht wird sich noch zeigen!)
Nach der Goldmine wurden wir in unser letztes Hotel in Alaska gebracht. Da verabschiedeten wir uns von unserer Reiseleiterin und machten uns daran unsere Koffer zu packen. Bald darauf gingen wir ins Bett mit dem Wissen, dass wir um 3.00 Uhr morgens aufstehen müssen.
Geschrieben von Peter
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