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144. Picton (Samstag, 21. Februar 2009)
Um 6.00 Uhr Morgens weckte uns dieser dämliche Wecker. Ich könnte ihn jeweils aus dem Fenster werfen, aber er kann ja auch nichts dafür wenn er so früh gestellt wird. Dies war ja auch nötig, damit wir die Fähre zur Südinsel nicht verpassen. Pünktlich um 8.25 Uhr, fuhr diese nämlich am Hafen von Wellington ab. Die Fahrt dauerte etwa 3 Stunden und verlief verhältnismässig ruhig. Nur gerade die Passage der offenen „Tasman See“ war etwas unruhig. So brachten die riesigen Wellen auch unsere Mägen etwas zum schwanken. Dafür war die Einfahrt in die „Fjordlandschaft“ der Südinsel einfach atemberaubend. Der Kapitän meisterte diese Einfahrt in die nur gerade 100 Meter breite Bucht mit Bravour. Das Sonnendeck war anfänglich wegen dem starken Wind noch geschlossen, später aber, nahe der Südinsel wieder geöffnet. So verbrachten wir den Rest der Überfahrt auf diesem schönen Sonnendeck und genossen die Landschaft und Szenerie der Südinsel.
Auf der Südinsel angekommen, fuhren wir geradewegs auf den Campground von Picton. Hier verbrachten wir den restlichen Tag umzingelt von Schweizer Touristen.
Geschrieben von Peter
145. Okiwi Bay (Sonntag, 22. Februar 2009)
Picton war für uns – wie für die meisten Touris – das Tor zur Südinsel und heute begann unsere Erkundungstour ...
Der kurvenreiche Queen Charlotte Drive führte uns die Küste entlang über üppig bewachsene Hügel. Die Aussicht auf die Marlborough Sonds mit seinen vielen schönen Buchten, Inseln, Bays und Wasserstrassen war einfach atemberaubend!
Kurz vor Nelson verliessen wir die Touristenstrecke und bogen in ein einsames Strässchen in Richtung Okiwi Bay ein. Wieder kämpfte sich unser Camperli über steile Hügelkuppen und über einen Pass in Richtung Meer. Für die 22 Kilometer lange Strecke benötigten wir geschlagene ca. 30 Minuten!!! Kurz nach der Mittagszeit erreichten wir das verschlafene Örtchen. Nach einer sehr, sehr, sehr kurzen Erkundungstour wurden unsere Vermutungen bestärkt: Der Campground war Dreh- und Angelpunkt der Bevölkerung. Tankstelle, Zeitungsshop, Lebensmittel-Geschäft (sehr, sehr kleines Sortiment), Telefonkabine (out of order L) und ca. 10 Stellplätze für Campervans bildeten den „Dorfkern“ von Okiwi Bay.
Am späteren Nachmittag schnappte sich Peter wieder seine Angelrute. Bereits nach kurzer Zeit zappelten zwei kleine Heringe am Haken J.
Geschrieben von Nicole
146. Okiwi Bay (Montag, 23. Februar 2009)
Heute Morgen wurden wir schon wieder von unserem unbeliebtem Freund, dem Wecker, geweckt. Es war zeit mit unseren Verwandten zu telefonieren. Da es hier, abgelegen von jeglicher Zivilisation, kein Internet, Handyempfang oder Telefonkabine gab, mussten wir das Telefon des Campingplatz Besitzers in Anspruch nehmen. So wurden wieder Einmal die neusten Klatsch und Tratsch Geschichten mit der Schweiz ausgetauscht. (Nicoles LieblingsbeschäftigungJ bla bla bla)
Am Nachmittag gingen wir an dem hiesigen Strand auf Entdeckungstour. So fanden wir schöne Strandabschnitte mit Wasserfällen, Felsformationen und wucherndem Regenwald. An einer speziellen Stelle packte mich dann das „Staufieber“ und ich begann einen kleinen Rinnsaal mit Steinen und Kies zu stauen. Nicole konnte nicht länger nur tatenlos zusehen und half dann auch noch mit bei diesem kindlichen Vergnügen. Das zurück gestaute Wasser sammelte sich und wuchs allmählich zu einem „Mini-Stausee“. Da ich für heute kein Hutfoto parat, und keine Badehose dabei hatte, entschloss ich mich zum Unmöglichen. Kurzerhand sprang ich, wie Gott mich schuf, in das frische Wasser. (Natürlich hatte ich meinen geliebten Hut auf.)
So war das Hutfoto für den 146. Tag im Kasten.
Geschrieben von Peter
147. Cable Bay (Dienstag, 24. Februar 2009)
Auf der Suche nach dem perfekten Campground sind wir in Cable Bay stecken geblieben. Peter hatte sich sofort in die Landschaft (natürlich mit Fischfangmöglichkeiten) mit Postkartenidylle verliebt und natürlich war klar: Dort wo es uns gefällt, bleiben wir. Also parkierten wir unser Camperli unter zwei riesigen Bäumen (Lord of the Rings: Ents-Bäume) mit Blick aufs Meer.
Während sich Peter mit Fischen abmühte (er hatte mehrere Hakten und Sinker verloren) genoss ich meinen freien Nachmittag mit lesen und Kaffeetrinken.
Geschrieben von Nicole
148. Nelson (Mittwoch, 25. Februar 2009)
Nelson, wie schon unser kleiner Freund der Hund hiess, ist weit und breit die grösste Stadt. Wer jetzt Wolkenkratzer und eine unglaubliche „Skyline“ erwartet, irrt sich gewaltig. Nelson hat ungefähr 40'000 Einwohner und ist dementsprechend etwas grösser als Chur. Uns interessierte erst einmal wo wir unseren Kühlschrank auffüllen konnten. Danach hatten wir eine kleine Diskussion, ob wir jetzt in die Stadt fahren zum „Schoppen“ oder auf dem Campground bleiben und nichts tun. Wir lösten das Problem in dem wir für heute Nachmittag getrennte Wege gingen. (Keine Angst, wir haben uns nicht gestritten J ) So habe ich die Ruhe genossen und Nicole hat sich Nelson angesehen. Ansonsten kann ich nicht viel von diesem Tag berichten.
Geschrieben von Peter
Nachtrag: Nicole stattete dem Schmied von Lord of the Rings einen Besuch ab. Sie war sehr fasziniert von den Duplikaten. Eines der Modelle durfte sie sogar in die Hand nehmen!!!
149. Marahau (Donnerstag, 26. Februar 2009)
Der heutige Weg führte uns vor die Tore des Abel Tasman National Park in den kleinen Weiler Marahau.
Der Abel Tasman Nationalpark ist dank seiner guten Erreichbarkeit ein extrem beliebtes Wandergebiet. Während der 51 Kilometer lange Wanderweg (gehört zu dem schönsten Neuseelands) früher fast nur Insidern aus der Umgebung ein Begriff war, hat er inzwischen sein Image als Geheimtipp hinter sich gelassen. Im Sommer sind gut und gern Hunderte von Menschen gleichzeitig unterwegs.
Auch wir wollten uns auf Erkundungstour begeben und waren auf das Touri-Angebot gespannt. Das gut geschulte Campground-Personal zeigte uns die Möglichkeiten eines National Park Besuches auf ... Kayaking, Biking, Hiking etc. Doch ein weitaus wichtiger Faktor war das Wetter. Leider liess die Wettervorhersage zu wünschen übrig: Feitag = leicht bewölkt, Samstag = regen, Sonntag = bewölkt. Kurzerhand entschieden wir uns für eine dreieinhalbstündige Wanderung von Onetahuti Beach nach Torrent Bay (Aus- und Ablieferung mit dem Wassertaxi) an diesem Freigag.
Da wir am Freitagmorgen früh abfahren müssen, erledigte ich am Abend noch diverse Vorarbeiten: Brote schmieren, Rucksäcke packen, Fotoausrüstung zusammenstellen etc.
Wir freuen uns auf Morgen!
Geschrieben von Nicole
150. Marahau (Freitag, 27. Februar 2009)
Natürlich bin ich heute mit dem Tagesbericht an der Reihe. Wieso? Na klar, weil es heute viel zu erzählen gibt. Morgens um 08.50 Uhr startete unser Wassertaxi zur heutigen Expedition. Das kleine Boot stand direkt hinter unserem Camper auf einem Anhänger bereit. Wir bekamen alle Schwimmwesten und mussten ins Boot (immer noch auf dem Anhänger) setzten. Danach zog uns ein Traktor in Richtung Wasser. Das Problem war hier der Unterschied von Flut und Ebbe. Dieser kann bis zu vier Meter betragen. Momentan war hereinkommende Flut und der Traktor musste uns mehrere hundert Meter durch zirka ein Meter tiefes Wasser ziehen, bis es genug tief für das Boot war. Danach ging es dann aber auch schon los. Mit einem Affenzahn flogen wir übers Wasser und konnten dabei sogar noch einen Delphin (namens George) bestaunen. Es folgte ein Besuch einer kleinen Insel, wo hunderte von Seehunden ihr Quartier hatten. Wir sahen leider nur wenige, unser Guide hatte es wohl eilig. Unterwegs sahen wir an der Küste entlang einige traumhaft schöne Buchten. An einer diese Buchten wurden wir dann abgeladen.
Nun marschierten wir genau dieser wunderschönen Küste entlang wieder zurück. Der Weg war relativ einfach. Ab und zu ging es wieder hinauf und danach wieder herunter. Verlaufen konnte man sich hier sicher nicht, denn es gab nur gerade diesen Weg. Nur zu gerne hätte ich hier meinen Angelhacken ins Wasser geworfen. Doch leider, oder zum Glück ist hier ein Naturschutzgebiet. Also Fischen ist nicht erlaubt! L An einer dieser zahllosen Buchten hielten wir an und genossen das eingepackte Mittagessen. Natürlich begleiteten uns ständig diese verflixten Sandfliegen. Inzwischen waren wir wieder völlig zerstochen und erinnern uns nur ungern an „Airlie Beach“ in Australien. Mann muss halt mit diesen Viechern leben. So wurde unser Mückenspray auch heute arg strapaziert. Weiter ging es durch den Regenwald, über Hängebrücken und an zahllosen atemberaubend schönen Ausblicken vorbei. Nach zirka 4 Stunden marschieren erreichten wir dann unser Ziel „Torrent Bay“. Hier machten wir es uns gemütlich bis uns das Wassertaxi wieder abholen sollte. Dieses verschliefen wir um ein Haar noch. Nur per Zufall bin ich nämlich erwacht und habe gerade unser Boot in die Bucht hereinfahren sehen. Wir waren wohl so müde vom marschieren, dass wir beide am Strand liegend einschliefen.
Nach einem weiteren Flug übers Wasser, diesmal ohne Delphin, erreichten wir wieder Marahau. Hier wartete schon der Traktor mit dem Anhänger im Wasser stehend. Das Boot fuhr geradewegs auf den Anhänger und dann zog uns der Traktor wieder zurück zu unserem Campground. Ist schon lustig, man sitzt mit Schwimmweste in einem Boot, fährt auf einem Anhänger die Strasse entlang und die Leute schauen uns lachend an. J
Hundemüde erreichten wir unseren Camper und waren sogar zu faul um einen richtigen „Znacht“ zu kochen. Zum Glück gibt es diese chinesischen Fertiggerichte. „En guata“
Geschrieben von Peter
151. Pohara (Samstag, 28. Februar 2009)
Räga, räga Tröpfli ... Was sollen wir an einem solch regnerischen Tag unternehmen? Noch eine Nacht in Marahau ausharren? Nach Kaiteriteri weiterfahren und sich dort mit unserer Australien-Bekanntschaft treffen? Weiter nach Norden in Richtung Sonne fahren?
Fragen über Fragen ... Wir entschieden uns für die Sonne, welche uns hoffentlich in Pohara erwarten würde.
Gemäss Strassenkarte lagen ca. 60 Kilometer zwischen Abfahrts- und Zielort. Eine solch kurze Distanz würden wir in wenigen Minuten hinter uns bringen, dachten wir. Aber wieder einmal musste sich unser Cämperli über eine steile Passstrasse kämpfen und dies bei Nebel und heftigen Regengüssen. So benötigten wir für die angeblich kurze Strecke beinahe 1 ½ Stunden. Fix und fertig erreichten wir unseren Campground und wie es das Schicksal so wollte, fegte ein Zyklon über Pohara hinweg.
Kurz vor 5.00 pm liess uns ein lautes Krachen aufschrecken. Auf unserer Windschutzscheibe entdeckten wir Grünzeug. Schnell war klar, ein Ast war aufs Autodach gekracht. Umgehend wandte ich mich hilfesuchend ans Office. Der Campground-Besitzer, Brad, und der Pub-Besitzer J, sein Kollege, eilten sofort zur Stelle. Heftige Sturmböen und starker Regenfall verzögerten die Hilfsarbeiten. Nach ca. einer halben Stunde harten Arbeitens war der Camper vom Ästen und Laub befreit. Ein erster Augenschein ergab: Autodach noch ganz, Dachfester eingedrückt, alle Personen noch am Leben J. Brad reparierte das Dachfenster mit Klebeband und versprach uns, sich am Sonntagmorgen um unseren Cämperli zu kümmern.
Auf diesen Schock gönnten wir uns im Pub ein Bier. Die Stimmung war recht ausgelassen und so verflogen sich unsere Sorgen und Gedanken ...
Geschrieben von Nicole
152. Pohara (Sonntag, 1. Märzr 2009)
Laut Wetterprognosen sollte es heute eigentlich weiter regnen. Doch unser Camper erstrahlte am Morgen bei schönstem Wetter und Sonnenschein. Sehr bald meldete sich Brad bei uns und wollte unser Dachfenster reparieren. Ich versuchte so gut als möglich dem ehemaligen Auto-Spengler zur Hand zu gehen. Brad wusste ganz genau was er tat. So wurde der Riss im Plexiglasfenster fachmännisch mit einem Lötkolben „zusammengeschweisst“. Zusätzlich erneuerte Brad uns sämtliche Silikonfugen auf dem Dach unseres Campers. Es ist anzumerken, dass die Silikonfugen altersbedingt und nicht durch den Unfall gestern defekt waren. Zudem möchte ich noch erwähnen, dass Brad laut dem Gesetzt von Neuseeland, keine Verantwortung für solche Unfälle übernehmen muss. Er machte alle Reparaturen gratis und freiwillig! So waren wir umso mehr erstaunt, Als Brad uns nach den Reparaturen sogar noch 40 Dollar in die Hand drückte und meinte, wir müssen für diesen Unfalltag nichts bezahlen!!! Eigentlich wollten wir ihn fragen, wie viel wir ihm für die Reparaturen bezahlen sollen. Er bestand allerdings vehement darauf nichts zu wollen.
Später am Tag ging ich im nahegelegenen Hafen noch einwenig fischen. Heute hatte ich einmal Glück und fing einen grösseren Fisch. Ich weiss allerdings nicht was es genau war, er hat allerdings prima geschmeckt!
Am Abend beim Spaziergang am Meer, fanden wir riesengrosse Seesterne, Krebse die mit ihren Wohn-Muscheln unterwegs waren und ganz komische Seegurken. Es ist schon interessant was die Ebbe alles zu tage bringt.
Geschrieben von Peter
153. Murchison (Montag, 2. März 2009)
Vor der Weiterreise in Richtung Süden besuchten wir noch die Te Waikoropupu Springs. Sie sind die grössten Frischwasserquellen Neuseelands und angeblich die reinsten der Welt. Pro Sekunde werden rund 14'000 l Wasser durch unterirdische Öffnungen katapultiert. Trotz des verlockenden glasklaren Wassers ist hier schwimmen verboten L!
Von Takaka, ein typischer Hippie-Ort, schlängelte sich die Strasse über den steilen Takaka Hill (791 m) hinauf. Unser armes Cämperli kam arg ins schnaufen .... Doch die Aussicht auf den Takaka River, die Golden Bay, den Abel Tasman National Park und auf die Tasman Bay waren einfach atemberaubend.
Dach einer weitern Stunde Autofahrt erreichten wir Murchison. Das kleine Dörfchen liegt eingebettet in einem kleinen Tal zwischen mehreren Flüssen. Flüsse = Fische = Peter = Angelfieber. So war es um Peter geschehen und wenige Minuten nach unserer Ankunft standen wir im Angler-Shop und erstanden uns (Peter) eine, meiner Meinung nach sehr teuere, Anglerlizenz (Flüsse und Seen). Folglich wurden die Pläne kurzerhand geändert: Fischen stand nun auf dem Programm.
Abends veranstalteten die Campground-Besitzer eine kleine Farmshow (wahrscheinlich die „kleinste“ in ganz Neuseeland). Der Star des Abends waren jedoch nicht die Schafe, Kühe, Straussen, Schweine, Reh etc. sondern Job, der Hirtenhund. Gleich zu Beginn der Show setzte er sein Können unter Beweis und trieb die verstreuten Schafe in einer Gruppe zum Scherschuppen. Der Campground-Besitzer, ehemals ein Farmer, griff nach einem Schaf und legte es auf den Rücken. Mit wenigen „schnipp schnapp“ war die Wolle ab und das kahle Schaf torkelte benommen zur Herde zurück. Wir waren von der Show sehr beeindruckt.
Geschrieben von Nicole
154. Westport (Dienstag, 3. März 2009)
Unser heutiges Ziel war Westport. Die 100 Kilometer lange Strecke führte in einem Tal an einem wunderschönen Fluss, namens Buller River, entlang. So war es auch kein Wunder, dass wir an einer schönen Stelle anhielten und ich meine Angel ins Wasser warf. Erstaunlicherweise biss sogar einer an und konnte sich leider wieder befreien. Nun hatte ich aber Gewissheit, dass dieser für mich komische Köder funktioniert. Es handelt sich dabei um ein kleines glitzerndes Metallplättchen mit einem Hacken unten dran.
Weiter den Fluss entlang statteten wir der längsten Hängebrücke Neuseelands einen Besuch ab. Sie war ungefähr 100 Meter lang und führte über den Fluss. Es gab auch die Möglichkeit mir einer art Seilbahn wieder zurück zu donnern. Wir sparten uns allerdings die 40 Dollar pro Nase ein und nahmen den Weg über die Hängebrücke zurück.
Am Abend auf dem Campground in Westport, trafen wir dann endlich Corinne und Andy. Diese zwei Schweizer (Berner) trafen wir zum ersten Mal in Australien auf „Phillip Island“ bei der „sagenumwobenen Pinguin-Show“. Hier in Neuseeland hatten wir zuerst nur Kontakt via Email und wollten uns eigentlich schon vorher zu einem Bierchen treffen. Leider klappte es nie wirklich bis eben heute Abend. So sassen wir bis spät Abends draussen unter einem fantastischen Sternenhimmel und plauderten über Gott und die Welt.
Herzlichen Dank an Corinne und Andy für ihre Geduld und Ausdauer bei der Organisation unseres Treffens.
Geschrieben von Peter
155. Westport (Mittwoch, 4. März 2009)
Frühmorgens fassten wir den Entschluss, noch einen weiteren Tag in Westport zu verweilen. Dies lag darin begründet, dass wir von verschiedener Seite aufgefordert wurden, unsere Homepage wieder zu aktualisieren. Natürlich wollten wir unsere „Fans“ nicht enttäuschen und so planten wir einen ganzen Nachmittag für die Aktualisierung unserer Reisedaten ein.
Doch vor der Arbeit kommt das Vergnügen. So düsten wir mit unserem Cämperli zur Tauanga Bay und statteten der Seal Colony einen Besuch ab. Ein kurzer Wanderweg führte der Küste entlang auf eine kleine Aussichtsplattform. Unterhalb der staunenden Touristen tummelten sich mehrere neuseeländische Pelzrobben auf den Felsen. Grunzende und zankende Robben-Babys absolvierten eine amüsante Show, während sich die Mütter und Vätter für den Fischfang ins offene Meer stürzten.
Wie bereits erwähnt, widmeten wir den ganzen Nachmittag der Aktualisierung unserer Reiseberichte, Fotos etc. Kurz vor dem Abendessen war das Werk vollendet und wenige Minuten danach erhielten wir auch bereits positive Rückmeldungen.
Geschrieben von Nicole
156. Punakaiki (Donnerstag, 5. März 2009)
Der Weg führte uns heute nach Pinakaiki. Hier gibt es ein Naturschauspiel ganz besonderer Art. Die sogenannten „Pancakes“ sind Felsformationen am Strand, welche über Jahrzehnte vom Regen, Meerwasser und den üblichen Erosionen zu spektakulären Figuren geformt wurden. Das Spezielle daran ist, bei Flut strömt Wasser in ein Labyrinth aus unterirdischen Höhlen und dabei spritzt das Wasser an der Oberfläche mehrere Meter in die Luft. Das ganze sieht dann aus wie ein Geysir.
Als wir dort ankamen war natürlich erst einmal totale Ebbe. So entschieden wir uns einen Tag hier zu bleiben und am Abend bei Flut nochmals vorbei zu schauen. Der Campingplatz selber war nicht gerade der Hit aber er war zweckmässig. Es hatte sogar noch einen kleinen Fluss direkt neben dem Campingplatz. Doch leider zeigten sich meiner Angel keine Fische! L
Am Abend bei Flut, als wir nochmals die „Pancakes“ besuchten, begann es etwas zu regnen. Es war jedoch nicht so schlimm, dass wir wieder umkehren mussten oder wollten. So waren wir gespannt auf die Flut und ihre Auswirkungen auf diese Felsformationen. Doch es passierte gar nichts. Kein Wasserspritzen, keine Fontäne, kein gar nichts. Anscheinend hatte es zuwenig grosse Wellen. Kein Wunder es windete auch gar nicht.
Dafür sahen wir etliche Delphine vor uns im Meer. Einmal sah ich sogar einen Delphin einen Salto schlagen. Vermutlich jagte er einem Fisch hinterher.
Geschrieben von Peter
157. Greymouth (Feitag, 6. März 2009)
Kurz nach Mitternacht begann es wieder heftig zu stürmen. Das Trauma vom letzten Wochenende sass noch tief in meinen Knochen. Folglich konnte ich bis zur Morgendämmerung kein Auge zumachen (natürlich schlief Peter die ganze Nacht durch).
Total übernächtigt fuhren wir in Richtung Lake Brunner. Die Einheimischen bezeichnen den Lake Brunner und den dazugehörenden Arnold River als weltbesten Platz zum Forellenangeln. Selbstverständlich mussten wir diesem Anglerparadies einen Besuch abstatten. So kämpften wir uns auf einer unbefestigten Strasse in Richtung Südufer vor. Die Szenerie war einfach atemberaubend. Weit und breit keine Menschenseele – nur wir und tausende von Sandflys L. Umhüllt von einer Anti-Sandfly-Stinkwolke verbrachte Peter den Nachmittag mit fischen und ich sass im geschützten Camperli mit einer Tasse Tee in der einen Hand und ein Buch in der anderen.
Am späteren Nachmittag fuhren wir nach Greymouth auf einen Campground mit Beach-Access. Leider war das Meer sehr rau und der Strand sehr steinig. So fiel der geplante Strandspaziergang aus.
Gechrieben von Nicole
158. Hokitika (Samstag, 7. März 2009)
Ganz in der Nähe von Greymouth gibt es ein kleines „Goldgräber-Städchen“ namens Shandytown. Dieses wollten wir uns unter keinen Umständen entgehen lassen. Heute war sogar noch ein spezieller Tag dort. Lokale Künstler, Handwerker und sonstige schräge Typen stellten dort ihre Werke aus. So war der Eintritt von 20 Dollar auf 1 Dollar pro Person heruntergesetzt worden. Das kleine Museums-Dörfchen wurde regelrecht von Besuchern überschwemmt. Dies war jedenfalls der erste Eindruck als wir auf den Parkplatz fuhren. Wir hatten nur noch auf einer nassen unebenen Wiese ein Plätzchen gefunden. (Oh weh, ich dachte mir da kommen wir nie mehr weg!). Das Dörfchen selber war ganz schön zum anschauen. So gab es sogar eine ganz alte Dampflokomotive, welche noch in Betrieb war. Wir besuchten das altertümliche Krankenhaus, eine Bank, ein Wohnhaus aus der Zeit von 1850 und noch einige andere alte Einrichtungen. Zwischendurch regnete es 10 Minuten lang. (Halt das typische Neuseeland Wetter). Mit Müh und Not konnten wir dann unseren Camper von der nassen Wiese manövrieren. Der Abschleppdienst war schon damit beschäftigt andere Autofahrer, welche in noch schlechteren Positionen als wir waren, mit Seilen und 4x4 Fahrzeugen aus dem Schlamm zu ziehen. Wir hatten wirklich Glück! J
Nachher fuhren wir weiter bis nach Hokitika. Eigentlich wollte Nicole hier Einkaufen und ich Fischen gehen. Doch aus beidem wurde nichts. Der Fluss war vom vielen Regen viel zu Trüb und die Grösse des Dörfchens war einfach zu klein um da auf Einkaufstour zu gehen. So verbrachten wir den Tag mit Nichts Tun und den faulen Lenz zu huldigen.
Geschrieben von Peter
159. Franz Josef (Sonntag, 8. März 2009)
Ein Highlight der Südinsel sind sicherlich die beiden Gletscher Franz Josef und Fox. Nirgendwo sonst entlang dieses Breitengrades reichen Gletscher so nah an die Küste heran. Die zwei gefrorenen Giganten sind Musterbeispiele für Eiskaskaden, die sich unaufhörlich durch Täler auf das Meer zu bewegen. Ihre atemberaubende Entwicklung haben die Gletscher vor allem dem endlosen Regen an der Westküste zu verdanken. Die Gletscher sind aussergewöhnlich steil; dies erklärt, warum sie sich relativ schnell vorwärts bewegen und so eine weite Strecke zurücklegen, bis das Eis endgültig geschmolzen ist.
Für geborene „Bergler“ – wie uns – ist es ein „Muss“ diesen zwei Giganten einen Besuch abstatten. Also verliessen wir frühmorgens die kleine Stadt Hotikitika und fuhren in Richtung Süden 140 km bis zum Franz Josef Gletscher. Für diese Strecke benötigten wir ganze 2 Stunden und 45 Minuten. Die Strasse schlängelte sich bedächtig durch den dichten Regenwald. Kurz nach Mittag erreichten wir den Campground. Nach einem feinen zMittag starteten wir zur Besichtigung des Dörfchens Franz Josef – nach wenigen Minuten war es auch bereits erkundet J.
Aufgrund des schlechten Wetters verbrachten wir die restliche Zeit des Tages auf dem Campground ... doch morgen geht’s los!
Geschrieben von Nicole
160. Franz Josef (Montag, 9. März 2009)
Die Sonne schien ... doch die Berge waren von dichten Wolken verhüllt. Dennoch waren wir zuversichtlich, mit einem Rundflug das Gletscher-Gebiet erkunden zu können.
Gleich nach dem Frühstück begaben wir uns ins örtliche Booking-Center. Unsere Entscheidung fiel auf einen Rundflug mit dazugehörender Gletscher-Landung. Nein, nicht mit einem Heli sondern mit einem Flugi. Doch wie es das Schicksal so wollte, war es am heutigen Tage zu windig für einen Rundflug ....
So begaben wir uns nun per Fuss auf Erkundungstour. Zuerst statteten wir dem Franz Josef Gletscher einen Besuch ab ...
Die Maori nannten den Franz Josef Gletscher früher „Tränen des Lawinenmädchens“. Der Legende zufolge stürzte der Geliebte eines Mädchens von den Gipfeln der Umgebung in den Tod; die zahllosen Tränen gefroren zur Gletscherzunge.
... danach ging unsere Reise zum Fox Gletscher weiter.
Während der Eiszeit erreichten der Franz Josef und der Fox Gletscher das Meer. In der folgenden Tauperiode haben sie sich stark zurückgezogen. Doch seit den letzten hundert Jahren wachsen die Gletscher wieder!
Leider hatte sich der Wind auch am späteren Nachmittag nicht gelegt. Wann werden wir zu unserem Rundflug starten?
Geschrieben von Nicole (Eigentlich wäre hier Peter an der Reihe gewesen)
161. Franz Josef (Dienstag, 10. März 2009)
Vielleicht hat der eine oder andere Leser es schon bemerkt. Wir wechseln uns täglich ab mit dem Tagesbericht. Doch leider ist Nicole gestern ein Fehler unterlaufen und Sie hat mein Tagesbericht geschrieben. So schreibe ich heute „ihren“ Tagesbericht und ab morgen geht es dann wieder normal weiter.... J
Bei dem Sauwetter das wir heute erlebten gibt es eigentlich nicht viel zu schreiben. Schlechtes Wetter hier in den Bergen sieht folgendermassen aus. Eigentlich ist es bewölkt. Doch es regnet längst nicht den ganzen Tag. So kann es für eine halbe Stunde trocken sein und man sieht sogar die Sonne. Dann plötzlich beginnt es fest zu regnen und man könnte meinen, jemand leert da kübelweise Wasser auf uns herab. Auf einmal hört es dann plötzlich wieder auf zu regnen und die nächste Trockenperiode beginnt.
Wir statteten, passend zu diesem Wetter, den heissen Quellen einen Besuch ab. Das Thermalbad erinnert stark an jenes bei uns Zuhause in Bad Ragaz. Allerdings lässt sich die Werbung „Frisches Gletscherwasser“ mit „Heissen Quellen“ irgendwie nicht vereinbaren. Nichts desto trotz es war schön, entspannend, sauber und der beste Zeitvertreib bei diesem Wetter. Herrlich wenn man in einem 40 Grad heissen Pool sitzt, der Regen prasselt auf den Kopf hinunter und Ringsherum ist man von neuseeländischem Regenwald umgeben. Allerdings spätestens nach Zwei Stunden steigt einem die Wärme in den Kopf und man hat genug davon. So ging es dann zurück zum Camper und wir hörten uns ein Hörbuch über Bill Clinton und sein Leben an. J
Den Rundflug über die Gletscher hatten wir noch nicht ganz aufgegeben. So hofften wir am nächsten Tag den Flug antreten zu dürfen, auf der Warteliste des Veranstalters standen nämlich immer noch unsere Namen. Der nächste mögliche Termin wäre wohl am nächsten Tag um 11.00 Uhr.....
Geschrieben von Peter (Heute wäre Nicole an der Reihe gewesen)
162. Wanaka (Mittwoch, 11. März 2009)
Die Pläne für die weiteren Tage sahen folgendermassen aus: Heute machen wir den Rundflug, fahren danach die 20 Kilometer lange Strecke nach „Fox Glacier“ und von dort geht es dann weiter nach Haast. Natürlich sind unsere Pläne wieder vollständig verworfen worden und es kam alles anders.
Um 10.30 Uhr Morgens trafen wir im Büro des Rundflugveranstalters ein. Dieser teilte uns dann mit, dass es momentan nicht gut sei mit dem Wetter, aber es könne bis um 13.00 Uhr besser werden. So entschieden wir uns bis um 13.00 Uhr zu warten. Wir verbrachten die Zeit indem wir sämtliche Souvenirläden des Dorfes abklapperten. Nach einem feinen Mittagessen im nahegelegenen Cafe ging es dann wieder zurück zum Veranstalter. Leider hat sich das Wetter noch mehr verschlechtert und der Rundflug sollte heute nicht mehr stattfinden. Des langen Wartens überdrüssig entschlossen wir uns weiter zu fahren. So fuhren wir nicht erst wie geplant nach Fox Glacier, nein, wir fuhren bis nach Haast und von dort aus sogar noch weiter bis nach Wanaka. So verbrachten wir den ganzen restlichen Tag nur noch mit Autofahren und legten eine Strecke von 300 Kilometern zurück. (Für Neuseeländische Strassen-Verhältnisse ist das sehr viel)
In Wanacka angekommen gab es nur noch eins. Nachtessen und dann ab ins Bett. Wir waren enttäuscht, Müde und wir hatten kalt! Jawohl das Thermometer viel in der anschliessenden Nacht auf 10 Grad Celsius. Das ist mit dem Winter in der Schweiz nicht zu vergleichen, aber wenn man bedenkt dass wir draussen im Auto übernachten, ist das schon recht kalt! L
Geschrieben von Peter
163. Queenstown (Donnerstag, 12. März 2009)
Ein bisschen Spass muss sein ... so standen wir am Morgen vor den Toren der Puzzeling World. Erstaunlicherweise vergnügten sich nicht nur Kinder im dreidimensionalen „Grosslabyrinth“ oder mit unzähligen Knobelspielen. Nein, jede Altergruppe war vertreten. Wir verbrachten die meiste Zeit (1 Stunde = 2 Kilometer Fussmarsch) im Irrgarten und in den Illusions-Räumen. Wir hatten riesigen Spass!
Die schmale und gewundene Bergstrasse von Wanaka über Cardrona nach Queenstown stellte für unser Camperli eine grosse Herausforderung dar (es kam wieder arg ins schnaufen J). Dafür handelte es sich bei der Route um eine der landschaftlich schönsten Strecken auf der Südinsel. Es lockte eine herrliche Aussicht auf üppige Täler, Vorberge und unzählige schneebedeckte Gipfel. Die Szenerie erinnerte uns stark an zu Hause.
Am späteren Nachmittag erreichten wir das quirlige Queenstown. In Neuseelands „Adrenalinhauptstadt“ werden unzählige Aktivitäten an jeder Strassenecke angeboten: Bungee-Jumping, Höhlenwanderungen, Rafting, Schlitten-, Jetboat- und Skifahren, Fallschirmspringen und Drachenfliegen ... Für welchen „Höllenritt“ werden wir uns entscheiden?
Geschrieben von Nicole
164. Queenstown (Freitag, 13. März 2009)
Nach reiflicher Überlegung sind wir nun zum Schluss gekommen, unsren Rundflug hier in Queenstown zu unternehmen. Wir möchten von hier aus zum „Milford Sound“ fliegen und da mit einem Schiff die Gegend erkunden. Zurück soll es dann wieder mit dem Flugzeug gehen. So ersparen wir uns die lange Sterecke mit unserem Camper bis zum Milford Sound. Gesagt getan, am Morgen standen wir im Information Center und wollten uns beraten lassen. Da ich unbedingt noch eine geführte Fischer-Tour machen möchte, fragte ich zuerst nach solchen Touren. Ehe ich die nette Dame nach diesen Touren fragte, war ich schon für eine Tour heute Nachmittag um 15.00 Uhr eingebucht worden....noch fragen? Ähnlich fix ging es mit der Tour zum „Milford Sound“. Nach 10 Minuten waren wir wieder draussen und um einige hundert Dollar erleichtert. Wir hatten eine Tour zum „Milford Sound“ für morgen und ich eine Fischertour für heute gebucht.
Pünktlich um 15.00 Uhr stand ich am Hafen und war bereit für die Fischertour. Ich freute mich darauf und war zuversichtlich endlich fachliche Antworten auf meine zahlreichen Fragen rund ums Fischen zu bekommen. Der Guide kam dann auch und teilte mir mit, dass er keine Tour mit nur einer Person durchführen werde. Und da ich nun mal alleine am Pier stand, sah ich ganz schön alt aus.... L
So gingen wir zurück zum „Information Center“ und konnten die Fischertour um einen Tag und bei einer anderen Firma buchen. So habe ich heute noch Gelegenheit den Kühlschrank zu leeren bevor ich mit Kiloweise Fisch nachhause komme! J (Da wir gestern erst einkaufen waren, hätte ich sowieso keinen Platz mehr für Fisch gehabt).
So verbrachte ich den restlichen Tag mit Tagesberichten schreiben und nichts tun, während die Nicole sämtliche Kleider und Schuhläden der Stadt unsicher machte.
Geschrieben von Peter
165. Queenstown (Samstag, 14. März 2009)
Heute war es nun endlich soweit ...die Erkundung des Milford Sound per Flugzeug und Schiff stand auf unserem Programm.
Pünktlich um 6.00 am klingelte unser heissgeliebter Wecker und nach wenigen Sekunden waren wir auch hellwach. Ganz leise begaben wir uns nach draussen und warteten auf unser Shuttle-Bus. Nach einer kurzen Fahrt erreichten wir den Flughafen von Queenstown. Ein älterer Herr, unser Pilot, begrüsste uns freundlich und wies uns zur Maschine.
Wir starteten in einen wunderschönen frischen Herbsttag. Auf den Feldern und über dem See lag Nebel und die Bergkuppen schienen im Morgenrot zu glühen. Unser Flug führte über die Richardson Mountains, den Dart River (Isengard), die Humboldt Mountains, den Harris Saddle, den Lake Adelaide, die Darran Mountains mit Mt. Tutoko und Mt. Madeline, den Cascade Peak und schliesslich zum Milford Sound. Der Flug dauerte nur 35 Minuten, doch waren wir von den Eindrücken erschlagen J.
Gleich nach der Landung brachte uns der Shuttle-Bus ins Bootsgebäude. Unser Schiff stand schon abfahrtbereit am Pier. Natürlich stürmten wir gleich an Board und uns aufs Frühstück-Buffet. Gemächlich schipperte der Kahn im Milford Sound. Wir passierten den Mitre Peak, die Anita Bay, St. Anne Point, kehrten auf der Tasmansee in Richtung Dale Point und erhielten unter den Stirling Falls eine kleine Dusche. Nach gut 1 ½ Stunden waren wir wieder an der Anlegestelle.
Den Rückflug genoss Peter als Co-Pilot. Dabei flogen wir nochmals durch die Milford Sound, über das Transit Valley, den Lake Ada, den Mt. Anau, den Lake Erskine, den Lake Gunn, die Ailsa Mountains, den Lake Wakatipu entlang nach Queenstown. Nach einer etwas holprigen Landung (auf Gras) verabschiedeten wir uns vom Piloten und stiegen ins wartende Taxi.
Kurz nach Mittag erreichten wir unser vorübergehendes zu Hause (Campground). Leider blieb nicht viel Zeit .... Peter musste pünktlich um 2.00 pm am Pier erscheinen. So verschlangen wir einen kleinen zMittag und begaben uns ins quirlige Queenstown.
Während Peter sich beim Fischen vergnügte, schlenderte ich durch die Strassen und besuchte die unzähligen Souvenir-Shops. Die Zeit verging wie im Fluge ... und da stand Peter mit einer grossen Braunforelle am Pier. Sein Anglerstolz war nicht zu übersehen J.
Die Ereignisse des heutigen Tages können nicht in Worte gefasst werden ... einmalig und unvergesslich.
Geschrieben von Nicole (Weitere Ergänzungen zum Fischfang-Erlebnis folgen!)
166. Queenstown (Sonntag, 15. März 2009)
Nach dem eindrücklichen aber auch anstrengenden Tag von gestern, starteten wir den heutigen Tag recht gemütlich. So wurde bis 11.00 Uhr morgens gründlich ausgeschlafen. Am Nachmittag statteten wir dem ehemaligen Goldschürfer-Städchen Arrowtown einen Besuch ab. Doch so richtig verzaubern wie Shantytown vermochte uns dieses Städtchen nicht. So besuchten wir noch einen Schauplatz an welchem das Adrenalin nur so in Strömen fliesst. Der „Shotover-Bach“ führt durch enge Felsen in einen richtigen Canyon hinein. Dort kann man mit einem Jet-Boat mit haarsträubender Geschwindigkeit durch diesen Canyon rasen. Wir sahen dem Treiben auf dem Fluss etwas zu und gingen dann zurück auf den Campground. Ach wie schön wäre es zum Fischen in diesem Bach gewesen!
Beim Stichwort fischen kommt mir gerade noch in den Sinn, dass ich die Erlebnisse von gestern noch schildern sollte. Pünktlich um 14.00 Uhr trafen wir am Hafen ein. Stu der Angelfanatiker wartete bereits mit weiteren drei Anglern auf mich. Zu fünft fuhren wir dann sehr rasch mit dem Boot raus auf den See. Die anderen drei Angler, übrigens Grossvater, Vater und Sohn, waren alle von Dunedin. Stu erklärte uns während der Fahrt zum ersten Angelspot die relevanten Sicherheitsbestimmungen und erzählte uns einiges über die Gegend, den See und seine Fische. Am ersten Spot angekommen, erhielt jeder von uns eine Angelrute zugewiesen, die Arbeit erledigte allerdings meistens Stu. So tuckerten wir dann mit 5 ausgeworfenen Angeln dem Ufer entlang. Nach etwa 30 Minuten, nachdem ich schon fast die Hoffnung aufgegeben hatte, biss tatsächlich Einer an. Es war zwar nicht meine Angel, wir holten trotzdem eine beträchtlich grosse Regenbogenforelle ins Boot. Danach war wieder 30 Minuten nichts los. Stu, der stets seine Aussprache mit einem „bloody“ schmückte, wurde langsam nervös und fragte sich nur warum die Fische denn heute nicht beissen. Darauf wechselten wir den Standort und siehe da, innerhalb von 10 Minuten kamen weitere 4 Fische dazu. Einer davon war eine schöne „Braunforelle“ und die hat sich tatsächlich an meinem Hacken verbissen. Allerdings den Fisch an Land holen, ihn zu töten und ihn auszunehmen war nicht uns überlassen. Stu erledigte alles womit man sich die Finger dreckig (oder eher stinkigJ) machen konnte. Allerdings habe ich ihn genau beobachtet und alles mit meinen wissbegierigen Augen aufgesogen was ich nur lernen konnte. Alles in allem ein spassiger und interessanter Ausflug auch wenn mich diese Braunforelle etwa 120 NZD gekostet hat!
Geschrieben von Peter
167. Invercargill (Montag, 16. März 2009)
Der heutige Tag stand ganz im Zeichen von „Kilometerrasseln“. Bereits nach wenigen Stunden erreichten wir die grösste Stadt Southlands. Invercargill bot keinen besonderen Reiz ... ausser dem beliebten Pak’n’Save (unser bevorzugtes Lebensmittel-Geschäft). Mit gefülltem Kühlschrank fuhren wir in Richtung Campground und verbrachten dort einen relaxten Nachmittag.
Geschrieben von Nicole
168. Kaka Point (Dienstag, 17. März 2009)
Von Invercargill aus war es noch ein Katzensprung zum südlichsten Punkt unserer Reise. Vermutlich war das sogar der südlichste Punkt den wir in unserem Leben je besuchen werden. Dieser Punkt unten an der Südinsel Neuseelands kann eigentlich nur noch von Stewart Island oder der Antarktis übertroffen werden. An beiden Orten ist es eher unwahrscheinlich, dass wir sie besuchen werden. So verläuft unsere zukünftige Route in Neuseeland vorwiegend nur noch nach Norden. Das praktizierten wir auch und genossen bei schönstem Wetter einige Aussichtspunkte und Attraktionen der Gegend. Pinguine und Seelöwen hatten wir vorerst zwar noch keine gesehen, jedoch einen versteinerten Wald aus einer längst vergangenen Zeit, viele wunderbare Strandabschnitte und eine atemberaubend schöne und idyllische Landschaft. Ich bin überzeugt, das Hintergrundbild von Windows XP (Das mit der schönen Wiese) muss irgendwo hier aufgenommen worden sein. Natürlich muss ich auch die zahlreichen und unzähligen Schafe erwähnen. Unsere Fahrt endete heute am „Kaka Point“. Am Abend fuhren wir nochmals 7 Kilometer weiter um eventuell doch noch Pinguine zu sehen. Doch leider blieben uns diese lustigen Kerlchen verborgen und wir sahen „nur“ ein paar Seelöwen aus der Ferne.
Geschrieben von Peter
169. Dunedin (Mittwoch, 18. März 2009)
Nach einem Sonnentag folgt bekanntlich Regen L. Dieser hielt auch – hartnäckig – den ganzen Tag an. So blieb uns nichts anderes übrig als die wenigen Kilometer bis nach Dunedin durchzufahren und den restlichen Tag im Camper oder in den Campground-Gebäuden zu verbringen. Wir verbrachten die Zeit mit dem Studium des Reiseführers, dem Verfassen der Reiseberichte und des Bearbeiten der Fotos.
Wie schnell doch die Zeit vergeht ....
Geschrieben von Nicole
170. Dunedin (Donnerstag, 19. März 2009)
Nach unserer selbst definierten Neuseeland-Wetterregel sollte es heute, nach dem Regen von gestern, schön werden. Der Morgen versprach nur gutes und so machten wir uns mit dem Bus auf, die Stadt zu erkunden. Dunedin ist eine 100'000 Einwohner grosse Stadt mit einigen ganz hübschen Gebäuden. So statteten wir dem Bahnhof, einer Kirche und sonstigen im gotischen Stil errichteten Gebäuden einen Besuch ab. Ach ja, unterwegs entschied ich mich noch meine Haare schneiden zu lassen. Schnell wurde ein Herrencoiffeure gefunden. Dieser überzeugte mich total. Drei etwas in die Jahre gekommene ältere Herren fertigten die ausschliesslich männliche Kundschaft im fünf Minuten takt ab. Ich setzte mich hin, sagte nur „Kurz bitte“ und fünf Minuten später war ich fertig. Das ganze hat mich nur 12 Dollar gekostet (etwa 8 Sfr). Jedoch wurde ich das Gefühl nicht los, dass diese drei Herren früher auf einer Schafsfarm gearbeitet hatten.... J In einem eher mittelklasse Fastfood Restaurant gab es dann noch etwas für den Hunger. Natürlich mussten wir die Shoppingmeile der Stadt noch ablaufen (damit Nicole sah was sie alles hätte einkaufen können).
Wir besuchten zusätzlich noch ein Reisebüro um uns für Last-Minute Angebote über Fiji zu erkundigen. Diese Option schwirrt uns nämlich schon lange im Kopf herum. Warum auch nicht, von Neuseeland ist es ja nur gerade ein Katzensprung bis nach Fiji. So erarbeitete uns die Kundenberaterin sogleich eine fixfertige Offerte. Wir erkundigten uns noch zusätzlich bei der Konkurrenz, diese konnten uns aber nicht überzeugen. Weitere Infos folgen über dieses Thema.
Geschrieben von Peter
171. Dunedin (Freitag, 20. März 2009)
Heute stand einiges auf unserem Tagesprogramm.
Den Vormittag verbrachten wir im Reisebüro und buchten unsere Flitterwochen auf Fiji (doch mehr verraten wir nicht ... noch nicht!).
Nachmittags fuhren wir zur Otago Peninsula. Sie geniesst den Ruf, auf der Südinsel der am leichtesten erreichbare Lebensraum von Wildtieren wie z.B. von Albatrossen, Gelbaugenpinguinen, Zwergpinguinen, Pelzrobben und Seelöwen zu sein.
Im Yellow-Eyed Penguin Conservation Reserve konnten wir einen Blick auf die gefährdeten Tierchen werfen. Nach einer kurzen Einführung ins „Pinguin-Leben“ watschelten wir mit dem sehr netten und engagierten Guide ins Pinguin-Hospital. Die abgemagerten und „verrupften“ Tierchen können sich dort von ihren Qualen erholen und werden liebevoll wieder aufgepäppelt. (Auch ein eigener Pool steht den Patienten zur Verfügung.) Danach ging’s ab ins freie Feld. In eigens konstruierten „Schützengräben“ konnten wir die Pinguine aus nächster Nähe beobachten. Ein toller Anblick!
Weiter ging’s zum Taiaroa Head an der Ostseite der Halbinsel. Auf einer Aussichtsplattform konnten wir die weltweit einzige Königsalbatroskolonie (auf Festland) beobachten. Wir waren von den Flugkünsten der imposanten Vögel sehr beeindruckt!
Geschrieben von Nicole
172. Omarama (Samstag, 21. März 2009)
Das nächste Ziel das wir anstrebten war der höchste Berg Neuseelands. Der Mt. Cook ist etwas höher als 3700 Meter und ist etwa 2 Tagesfahrten(Nach unseren Verhältnissen) von Dunedin entfernt. So fuhren wir gegen Mittag los, nachdem wir unseren Kühlschrank aufgefüllt und dem Reisebüro nochmals einen Besuch abgestattet hatten. Omarama sollte unser heutiges Tagesziel sein, diese kleine Ortschaft liegt genau zwischen Dunedin und dem Mt.Cook. Die Fahrt an sich war nicht so weltbewegend, die Landschaft dagegen schon. Der Campground in Omarama war schön und zweckmässig. Hier merkte man förmlich wie der Herbst Einzug gehalten hat. Sobald die Sonne weg war, wurde es richtig kalt. Die Bäume verfärbten sich langsam vom Grün in ein sattes Gelb und am Morgen lag überall um uns herum eine weisse kalte Frostschicht auf der Wiese. Wir bekommen auch immer mehr die Kälte in der Nacht zu spüren. Wir sind zwar im Besitze eines elektrischen Heizlüfters, gegen die Feuchtigkeit sind wir aber machtlos. Ungern werden wir an die ersten feuchten und kalten Tage rund um Sydney erinnert. Jeden morgen wenn wir erwachen sind unsere Scheiben richtig Nass, als ob es von innen geregnet hätte. Natürlich macht die Feuchtigkeit auch keinen halt vor unseren Kleidern. So fällt es uns umso schwerer am Morgen aufzustehen und bei 12 Grad Celsius uns in die feuchten Kleider zu zwängen. Aber sobald das „Heizöfeli“ wieder läuft, haben wir wieder warm und die ersten Sonnenstrahlen sind noch stark genug um die Feuchtigkeit aus dem Camper zu jagen.
Geschrieben von Peter
173. Fairlie (Sonntag, 22. März 2009)
Bereits nach einer Stunde Autofahrt erreichten wir den spektakulären 700 km2 grossen Aoraki/Mt. Cook National Park. Er ist zu einem Drittel dauerhaft von Schnee und Gletschereis bedeckt. Von den 27 Dreitausendern Neuseelands liegen 22 in diesem Park. Alle Berge blicken zum mächtigen Mt. Cook empor – mit 3755 m der höchste Bergs Australasiens. Auch wir wurden automatisch von der Szenerie in den Bann gezogen. So entschlossen wir uns kurzfristig, die Wanderschuhe umzuschnüren und ins Hooker Valley zu laufen. Der Wanderweg führte über zwei imposante Hängebrücken und der Zunge des Hooker-Gletschers entlang, dem Mt. Cook entgegen. Wir genossen die kurze Wanderung unter strahlend blauem Himmel und umgeben von einer einmaligen, atemberaubenden Landschaft.
Nach einem kurzen Zwischenstopp am Lake Pukaki (Postkartenansicht des Mt. Cook) ging’s weiter in Richtung Lake Tekapo. Der kleine Ort am Südende des gleichnamigen Sees begeisterte uns mit einer tollen Aussicht auf das türkisfarbene Wasser, das von den Hügeln und schneebedeckten Bergen im Hintergrund eingerahmt wird. Natürlich durfte ein Besuch in der kleinen malerischen Church of the Good Shepherd nicht fehlen. Wegen ihrer perfekten Lage geben sich Brautpaare hier die Klinke in die Hand ... Heute waren jedoch nur Touris anwesend J.
Geschrieben von Nicole
174. Akaroa (Montag, 23. März 2009)
Wieder einmal stand Kilometer abspulen auf dem Tagesprogramm. Unser Ziel? Akaroa gleich hinter Christchurch. Hier treffen wir vielleicht nochmals auf Andy und Corinne, welche hier ihre letzten Tage in Neuseeland geniessen sollten. Aber eben, zuerst mussten einmal die 250 Kilometer abgespult werden. Zum Glück war der grösste Teil der Strecke flach, gerade und mit 100 Km/h befahrbar. In anderen Teilen Neuseelands benötigt man fast einen ganzen Tag (und unser Cämperli fast einen ganzen Tank voll Benzin) für so eine Strecke. Wir erreichten unser Ziel jedoch schon um zirka 14.00 Uhr. Corinne und Andy waren noch nicht hier, so nutzten wir die Zeit um unsere Pflichten zu erledigen: Bilder bearbeiten, Tagesberichte schreiben, Homepage aktualisieren usw. Wir genossen auch seit langem wieder einmal eine richtig schöne warme Dusche, auch wenn diese Duschen und Toiletten noch aus dem letzten Jahrhundert stammen könnten.
Geschrieben von Peter
175. Akaroa (Dienstag, 24. März 2009)
Nach einem harten Arbeitstag (es stand wirklich sehr viel Arbeit an) gönnten wir uns einen gemütlichen freien Tag. Der Morgen begann sehr gemächlich: ausschlafen, ausgiebiges Brunchen ... Danach widmeten wir uns wieder unserer Arbeit, der Aktualisierung der Homepage, welche jedoch dank einer schnellen Internetleitung und Peters IT-Fähigkeiten ziemlich rasch erledigt war. So verbrachten wir den restlichen Tag mit der Erkundung von Akaroa und dem Lesen von Krimis, Reiseliteratur, Strassenkarten etc ... bis plötzlich Corinne und Andy vor unserem Cämperli standen! Juhuii, wir freuten uns riesig über ihre Anwesenheit. Schnell wurden die Camping-Stühle zusammengerückt, ein paar Bierchen geöffnet und die neusten Erlebnisse ausgetauscht. Als es nach dem Abendessen eindunkelte und es merklich kühler wurde, lud uns Corinne und Andy in ihre bescheidene Behausung (auch ein 2er Cämperli) ein. Wir genossen einen lustigen Abend mit Bier, Jack Daniels, Schwarztee (Frauen-Getränk) und Cookies.
Geschrieben von Nicole
Herzlichen Dank an Corinne und Andy für ihre Gastfreundschaft.
176. Christchurch (Mittwoch, 25. März 2009)
Von Akaroa nach Christchurch gibt es zwei verschiedene Routen. Wir entschieden uns für den Touristdrive da wir die andere Strecke bereits bei der Anfahrt gesehen hatten. Der Touristdrive ist eine Strasse, die über die hügelige Landschaft der Region Akaroa führt. Unterwegs hat man atemberaubend schöne Aussichten auf die Bucht, das Meer und Akaroa. Die Schattenseite des Touristdrive sind seine Steigungen und halsbrecherischen Kurven.
Es braucht schon viel, dass man uns als Bündner mit einer Bergstrasse beeindrucken kann. Doch diese Strassen hier übertreffen alles. Kommt dann noch hinzu, dass unser Cämperli etwas untermotorisiert ist. Im zweiten Gang zwängt sich das arme Gefährt die Steigung hinauf, gerade noch genug Kraft um den Umdrehungsanzeiger in den roten Bereich zu jagen, hat aber zuwenig Kraft um im dritten Gang vorwärts zu kommen. Der Benzinverbrauch steigt in solchen Situationen ins unermessliche. Sind es bei konstanter Fahrt auf der „Autobahn“ ohne Gegenwind etwa 14 Liter auf 100 Kilometer, so ist der Verbrauch in Extremsituationen wie heute Morgen sicherlich jenseits der 25 Liter Marke. Es ist daher nicht verwunderlich, dass wir mit einem vollen Tank (Ich glaube irgendwie 45 oder 50 Liter) stets nie mehr als 400 Kilometer zurücklegen können. Und das in einem Land wo Diesel nur gerade etwas mehr als die Hälfte von Bleifreiem Benzin kostet. Natürlich schluckt unser Camper kein Diesel.
Wir erreichten trotzdem noch unser Ziel in Christchurch. Da stand uns ein Einkauf im Supermarkt sowie einige Ladungen Wäsche bevor.
Geschrieben von Peter
177. Christchurch (Donnerstag, 26. März 2009)
Voller Tatendrangen erkundeten wir die englischste Stadt Neuseelands, Christchurch. Als Belege dafür dienen die Stechkrähne, die über den malerischen Fluss Avon gleiten, eine grosse anglikanische Kathedrale, die sich über den Hauptplatz der Stadt erhebt, und die Strassenbahnen, die durch die Strassen mit erschreckend britischen Namen rattern.
Auf dem von Touri und Einheimischen beherrschten Cathedral Square begannen wir unsere Tour, welche in die vom Platz beherrschenden Christchurch Cathedral weiterführte. Nach einem kurzen Besuch schlenderten wir den Strassen in Richtung Botanik Garten weiter. Mit einer Grösse von 30 ha und mit über 10'000 einheimischen und eingeführten Pflanzenarten und mehreren Gewächshäusern sowie thematischen Gärten könnten wir tageweise (mein Mami sogar ein ganzes Jahrzehnt J) hier verbringen. Nach einem langen Spaziergang mussten wir uns stärken und dies taten wir im angesagtesten Pub von Neuseeland, dem Dux de Lux. Das lebhafte Restaurant ist seit langem wegen seiner herzhaften Vegi Küche und seiner Meeresfrüchte-Kreationen beliebt und natürlich auch landesweit bekannt. Seit langem genoss ich eine feine hausgemachte Vegi-Lasagna und Peter verschlang einen würzigen Fisch. Mmmhhh .... Nach einer solchen „Fress-Orgie“ kam ein kleiner Verdauungs-Spaziergang durch die Strassen von Christchurch wie gerufen. Allzu lange dauerte dieser jedoch nicht ... Christchurch hat nicht wirklich viel zu bieten.
Geschrieben von Nicole
178. Christchurch (Freitag, 27. März 2009)
Ich habe noch gar nicht erwähnt, dass mich die letzten Tage eine heimtückische Blasenentzündung heimgesucht hatte. Ich vermute mal die nächtlichen Temperaturen um 10 Grad Celsius in unserem Camper haben auch dazu beigetragen. Es ist schon mühsam, wenn man alle 20 Minuten den Drang zur Toilette verspürt. Auf jeden Fall ist es in den letzten zwei Tagen deutlich besser geworden.
Heute stand der Besuch im Internationalen Antarktis-Center auf dem Programm. Ganz gespannt betraten wir dieses Museum, wo man alles über die Antarktis in Erfahrung bringen kann. Es hatte sogar eine Kältekammer, wo die eisigen Temperaturen des Südpols und sogar eines Eissturmes simuliert wurden. Ich betrat die Kammer mit einer Dicken Winterjacke, welche ich vor Ort geliehen bekommen hatte und mit kurzen Hosen!! Zuerst war es gerade Mal nur -8 Grad Celsius kalt. Während des Orkans (Ventilatoren) sanken die Temperaturen dann auf gefühlte -18,5 Grad Celsius. Das ganze dauerte vielleicht nur gerade 10 Minuten. Man kann sich jetzt aber leicht vorstellen, dass sich nicht nur mein Fotoapparat kurzzeitig verabschiedete sondern auch meine Blase sich bemerkbar machte. J So genoss ich den Rest des Tages mit etlichen Besuchen der Toilette. Wir sahen auch noch einige Pinguine im Antarktiscenter, wobei diese oder eine ähnliche Gattung sahen wir schon in Australien in freier Wildbahn.
Am Abend trafen wir nochmals Andy und Corinne. Diese waren nun auch in Christchurch eingetroffen und genossen die letzten Tage in Neuseeland. Es gab noch einmal einen lustig netten Abend mit ihnen.
Geschrieben von Peter
Danke Andy und Corinne für die herzliche Gastfreundschaft und für die „Restposten“ eurer Neuseeland-Reise!
179. Hanmer Springs (Samstag, 28. März 2009)
Nach unserem gewohnten morgendlichen Ritual verabschiedeten wir uns noch von Andy und Corinne. Sie werden Ende dieses Monates wieder in die Schweiz zurückkehren. Wir wünschen ihnen eine gute Heimreise und freuen uns mit ihnen in Kontakt zu bleiben.
Unser heutiges Tagesziel ist die Ortschaft Hanmer Springs, den wichtigsten Thermalkurort der Südinsel. Die Reise führte uns auf einer kurvenreichen Strasse ins landesinnere an unzähligen Schaffarmen vorbei. Wir genossen die kurze aber sehr abwechslungsreiche Autofahrt bei strahlend schönem Herbstwetter.
Hanmer Springs ist eine kleine abgelegene Ortschaft mit ca. 700 Einwohnern. Doch die vielen Touristenströme lassen die Einwohnerzahl immer in die Höhe schnellen ... und all diese Touris sind im Thermalbad anzutreffen. Seit über 100 Jahren relaxen Besucher im Mineralwasser des Hanmer Springs Thermal Reserve. Das Wasser der heissen Quellen wird mit frischem kaltem Wasser gemischt, um so den Badegästen Becken mit unterschiedlichen Temperaturen bieten zu können. So genossen wir die diversen Pools (Wassertemperaturen mit 38 – 41 Grad) mit dampfendem Mineralwasser oder die etwas stinkendem Schwefel. Erholung pur!
Geschrieben von Nicole
180. Kaikoura (Sonntag, 29. März 2009)
Bei schönstem Herbstwetter führte unsere Reise heute nach Kaikoura. Dieses Städtchen ist bekannt für seine vielseitigen Meeresbewohner. Eigentlich wollten wir uns gemütlich über die verschiedenen Angebote der zahlreichen Veranstalter informieren lassen. Wir wussten, entweder Delfine oder Wale wollten wir sehen. Leider sahen die Wetterprognosen für den nächsten Tag nicht gerade rosig aus. So versuchten wir noch eine Tour für heute Nachmittag zu ergattern. Doch leider waren die Wale ausgerechnet heute nicht mit normalen Booten erreichbar. Und die Veranstalter mussten eine Tour nach der anderen streichen. Wir entschieden uns deshalb für eine kurze billige Küstentour. So fuhren wir eine Stunde später mit einem supermodernen Katamaran der Küste entlang immer auf der Suche nach Meersgetier. Schon kurz darauf spielte sich vor unseren Augen ein Spektakel der Natur ab. Ein riesiger Schwarm Delfine schwamm vor uns im Wasser stets auf der Suche nach frischem Futter. Da sprangen einige Tiere meterhoch in die Lüfte und fabrizierten die tollsten Akrobatiksprünge vom Salto bis zur Schraube usw. Nach diesem absoluten Wow-Erlebnis ging es dann weiter zu Albatrossen und Seehunden. Diese hatten wir halt schon ein paar Male gesehen, waren aber trotzdem interessant zum ansehen (und zu riechen ... Seehunde L). Die Tour hat uns so gut gefallen, dass wir uns gleich beim verlassen der Tour für eine weitere Fahrt für morgen Früh angemeldet hatten. Hoffentlich macht das Wetter dann auch einigermassen mit. Ich möchte auf keinen Fall für die „Katz“ um 6.00 Uhr aufstehen J
Geschrieben von Peter
181. Picton (Montag, 30. März 2009)
Pünktlich um 6.00 am krochen wir aus unserem geheizten Bett (in der Zwischenzeit haben wir uns eine Heizdecke zugelegt J). Wir waren einwenig aufgeregt und freuten uns riesig auf unsere Whale-Watching Tour.
Beim Check In informierte uns das Personal über die Wetterbedingungen: Sonne / Wellenhöhe: Seekrankeit / Tierwelt: Wale noch nicht gesichtet ... das kann ja heiter werden! Im Videoraum harrten wir der Dinge und warteten auf unseren Guide. Kurz vor Abfahrt erhielten wir nochmals weitere Instruktionen. Wir versuchten des Kauderwelsch-Enlisch unseres Guides zu verstehen, scheiterten jedoch kläglich (im Allgemeinen kommen wir mittlerweile sehr gut mit dem Britisch-Englisch-Dialekt zu recht) zu verstehen. Einzelne Brocken blieben jedoch hängen: Seit einem Vulkanausbruch in der Südsee haben sich die Wale von der Küste Kaikouras entfernt, dieses Jahr sind ungewöhnlich viele Kälber geboren worden ... Hoffentlich gelingt es uns trotzdem einen Pottwal zu sichten!
Unser Schnellboot (ein Katamaran) war auf den letzten Platz besetzt. Zufrieden aber noch einwenig müde starteten wir mit Volltempo in einen wunderschönen Herbstmorgen. Als der Kapitän nach ca. 20 Minuten Fahrt die Motoren stoppte, stürmten alle auf die Besucherterrassen. Doch die Wale liessen sich nicht blicken. Auch das Sonargerät schlug nicht an. So wurden die Motoren wieder gestartet und unsere Fahrt in hohem Tempo fortgesetzt. Nach weiteren 20 Seemeilen wiederholte sich die Prozedur: Motoren wurden gestoppt, Besucher stürzten nach draussen, mit Fernglas wurde das Meer abgesucht, mit dem Sonargerät nach Geräuschen gelauscht ... Dieses wiederholte sich noch ca. 3 Mal ... ohne Erfolg. Die Wale waren ausser Reichweite unseres Bootli. Schade, gehörten wir nun zu den 5%, die keine Wale in Kaikoura gesehen haben. Zu allem „Übel“ wurden nun die Wellen immer höher, so dass sich bei manchem Touri der Magen in Form von Seekrankheit bemerkbar machte ...
Einwenig enttäuscht wandten wir uns ans Whale-Watch-Office. Dieses erstattete uns 80% der Tourgebühren. Wir waren nun sehr dankbar, dass wir gestern die Coastel-Tour angetreten hatten.
Bevor wir uns vom atemberaubenden Kaikoura verabschiedeten, besuchten wir noch die Robben-Kolonie vor Point Kean. Auch unterwegs legten wir bei einer weiteren Robben-Kolonie einen Stopp ein. Diese Tierchen sind einfach schnuckelig! (Sorry, Mara, wir können dir wirklich keinen Robbi zu senden L!)
Am frühen Nachmittag erreichten wir Blenheim, das Tor zum grössten Weinbaugebiet Neuseelands. Natürlich suchten wir sofort das Weingut Fromm auf. Nach einer Degustation diverser Rotweine, dürfen wir uns nun stolze Besitzer eines feinen Tröpfchens Fromm Weins bezeichnen!
Nach weiteren 20 Kilometer Autofahrt durch Weinberge erreichten wir unseren Campground in Picton. Heute war wirklich viel los ... ab ins Bett!
Geschrieben von Nicole
182. Picton (Dienstag, 31. März 2009)
Ach wie schön, wieder einmal ausschlafen! Nach den Strapazen von gestern lagen wir heute nur faul herum! J Das einzige wozu wir uns animieren konnten, war ein Mittagessen einzukaufen. Eigentlich hatten wir hier einen gratis Internet Anschluss, aber unsere Homepage aktualisierten wir trotzdem nicht. Es war wirklich ein total verschlafener Dienstag! Das Fischen schlug ich mir nach den ersten Regentropfen aus dem Kopf. So bleibt wohl nicht mehr viel übrig was ich schreiben könnte....
Nun sind wir schon etwas mehr als ein halbes Jahr unterwegs. 180 Tage lang, fast jeden Tag irgendwo anders. 180 Tage in einem engen und kleinen Campervan mit gerade mal 6 Quadratmeter Wohnfläche. Jeden Tag bauten wir mühsam die Rückbank in ein Bett und am Morgen wieder zurück. Ein halbes Jahr lang hatten wir bei jedem Toilettengang zuerst den Rand mit Toilettenpapier gereinigt. Ein halbes Jahr weg von unserer Familie und all unseren Freunden. Die ganze Zeit ohne Fernsehen und Handy. Wir waren Stürmen, Regen, Feuchtigkeit, brutaler Hitze und momentan sind wir der herbstliche Kälte ausgesetzt. Wir hatten aber auch 180 Tage lang Glück und uns ist nichts Schlimmes zugestossen. Wir genossen dieses halbe Jahr in vollen Zügen. 180 Tage sind wir nun arbeitslos und hocken jeden Tag auf engstem Raum zusammen. Vielleicht gingen wir uns gegenseitig etwas auf den Wecker aber gegen alle Warnungen und Befürchtungen haben wir uns nie wirklich gestritten. Ein halbes Jahr lang schrieben wir täglich unsere Erlebnisse in diesen Bericht. 180 Fotos mit meinem Hut als Motiv sind in der Bildergalerie zu bestaunen. 180 Tage lang erlebten wir das grösste Abenteuer unseres Lebens.
Geschrieben von Peter
Ergänzung von Nicole: Über 180 Tage glückliches Eheleben!!!
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