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58. Tag Atherton (Donnerstag, 27. November 2008)
War ich froh, dass wir dieses Cape Tribulation“ verlassen hatten. Es war zwar wunderschön und traumhaft, aber die Hitze und diese Luftfeuchtigkeit war einfach nicht zum aushalten. Ich schwitzte den ganzen Tag, 24 Stunden lang. Beim Essen, beim Schlafen auf der Toilette einfach überall. Es gab keinen Pool und ins Meer war auch keine Option. Zumal es viel zu warm war und da eben die Quallen, Krokodile und Stachelrochen auf einem warteten. Auch heute Morgen war es heiss, obwohl der Himmel mit Wolken verhangen war. Wir fuhren also wieder in Richtung Süden. Das erste Mal seit unserem Australienaufenthalt. Natürlich schwitze ich wie ein Wasserfall während der fahrt.
In der Nähe von Mossman lotste uns Nicole noch zu einem Wasserloch. Tönt zuerst nach einem dreckigen Tümpel irgendwo zwischen Moskito verseuchtem Regendwald…Aber als wir das „Wasserloch“ vor uns sahen, fühlte ich mich wie im Paradies. Der Bach führte frisches, 20 Grad kaltes, klares und sauberes Wasser. Keine Krokodile, keine Quallen, kein Chlor und kein Salzwasser !!!! Einfach nur…ja einfach nur Schweiz! Es sah aus wie an der Maggia im Tessin. Die Stelle an der die Touristen badeten war etwa 30 Meter lang und bis zu 3 Meter tief. Es war einfach perfekt um sich abzukühlen und um zu schwimmen.
Später auf dem Weg Richtung Süden stoppten wir noch an einem alten Flugzeugmuseum. Schon von weitem sah ich den Riesenflieger vor dem Hangar und sagte zu Nicole: “Sofort anhalten, Hut-Foto-Motiv!.“
Gegen 2 Uhr Nachmittags erreichten wir dann einen Campground in Atherton. Und als ob es der Wettergott mit uns gut meinte, war es bewölkt und die Temperaturen bewegten sich um schöne und angenehme 25 Grad Celsius. Ich konnte sogar in einem T-Shirt herumlaufen ohne zu schwitzen!
Geschrieben von Peter
59. Tag Atherton (Freitag, 28. November 2008)
Die Voraussetzungen für einen Waschtag waren wahrhaftig nicht ideal. In Atherton hat die Regenzeit begonnen. Einzelne Tropfen, Nieselregen, Sturzregen …. das „Waschprogramm“ änderte sich von Minute zu Minute. Wir genossen den Regen, die angenehmen Temperaturen (rund 25 Grad) und die Moskito-Freie-Zone. Dieser Wetterumschwung war für uns das Paradies …..
Nun zurück zum Thema: der Waschtag. Die vielen verschwitzten T-Shirts und die sandigen Badetücher mussten einen neuen, blumigern Duft erhalten. Also wurden die Waschmaschinen mit unserer Dreckwäsche gefüllt (Weiss- und Buntwäsche natürlich getrennt) und tonnenweise OMO sowie Weichspüler beigefügt…. Warum tonnenweise Waschmittel? Hier die Erklärung: Die Waschmaschinen waschen nur mit kalten Wasser!!! Da die Wäsche mit Kaltwasser sicherlich nicht sauber wird, riecht sie – dank der Beigabe von „tonnenweisem“ Waschmittel – dafür umso besser J
Den Nachmittag verbrachten wir damit, ca. 40 Gruss- und Weihnachtskarten zu schreiben, einwenig zu lesen, Musik zu hören, mit unseren Campingnachbarn zu plaudern etc.
Abends besuchten wir Nick’s Restaurant in Yungaburra. Mmmmhhhh …. Schweizerkost. Peter bestellte Bratwurst mit Rösti und ich ein feines Risotto (wie bei Mami!). Zum Dessert gönnten wir uns einen Bananasplit und ein Caramelköpfli! Zur Krönung unseres speziellen Schweizer-Abends spielte Nick mit seiner Handorgel zum Tanz auf! Jolidu, liduli, duli ….
Geschrieben von Nicole
60. Tag Kurimne Beach (Samstag, 29. November 2008)
Morgens um 9.00 Uhr verliessen wir Atherton in Richtung Kurrimne Beach. Auf dem Weg dorthin wollten wir noch etwas die Tablelands Rund um Cairns erkunden. Die „Tablelands“ sind eine Art Hochplateau im Landesinnern Rund um Cairns. Wirklich hoch ist es dort aber nicht. Mann kann es etwa wie bei uns im Appenzell vergleichen. Eine Art hügelige Landschaft mit vielen kleinen Bächen und Flüssen welche sich mit zahlreichen Wasserfällen ins Flachland stürzen. So sahen wir auch einige dieser Wasserfälle und ich genoss im einen oder andern ein kleines Bädchen darin. Nur leider regnete es teilweise so heftig, dass die Abkühlung eher von Oben als vom Schwimmen kam. Nichts desto trotz genoss ich das Baden in dieser von Krokodilen verschonten Gegend.
Unterwegs trafen wir auf einen von vielen Strassenhändlern. Diese preisten jeweils am Strassenrand ihr frisches Gemüse oder Früchte zu einem Spotpreis an. Wir kauften 4 Kilo Kartoffeln, 2 Kilo Zuchetti, und 2 Kilo Salatgurken für insgesamt 6 AUD ein. Das sind umgerechnet ein bisschen weniger als 6.- SFr. Die Ware war natürlich frisch und sehr schmackhaft. (Keine Angst wir haben nicht gleich alles auf einmal gegessen.)
Später beim Einkaufen im Supermarkt erinnerte ich mich nur zu gerne an den leckeren Fisch vor zwei Tagen. So gab es kein Fleisch mehr, dafür umso mehr Fisch. J Am Abend in Kurrimne Beach gab es dann auch einen schmackhaften „Perch Nile“ zum Nachtessen(Keine Ahnung was für ein Fisch das ist). Dieser war nicht ganz so gut und auch nicht ganz so billig wie der Barramundi vor zwei Tagen …J
Geschrieben von Peter
61. Tag Charters Towers (Sonntag, 30. November 2008)
Der heutige Tag stand ganz im Zeichen von „Kilometerrasseln“. Wir wollten so rasch als möglich das Outback erkunden. Doch bevor wir in Richtung Alice Springs aufbrachen, erledigten wir noch diverse Einkäufe (literweise Wasser, riesiger Ventilator etc.) und füllten unser Benzintank auf (1 Liter Bleifrei = AUD 0.99 = ca. Fr. 0.80).
Das Outback ist zwar nur dünn besiedelt, trotzdem gibt es grosse, sehr ordentliche Strassen. Sobald man diese Hauptverkehrsadern verlässt, verschlechtert sich der Strassenzustand rapide … Schotterstrassen mit Schlaglöchern. Wir benutzten den Highway und hatten daher keine Probleme, bis …. ein Hund (nein, kein Känguru) auf der Strasse spazieren ging. Ich drückte auf die Hupe und verringerte die Geschwindigkeit von 100 km/h auf ca. 60 km/h. Doch dieses „Sch….viech“ wollte nicht ausweichen und stolzierte auf dem Mittelstreifen weiter. Folglich musste ich auf den Pannenstreifen ausweichen. Der Hund überlebte mein Ausweichmanöver. Doch wie die darauffolgenden Auto- und Truckfahrer reagierten …?
Am späteren Nachmittag erreichten wir unseren Campingplatz in Charters Towers. Nach einer kurzen Abkühlung im Pool, werkelte Peter am neuen Ventilator und ich gönnte mir ein Sonnenbad.
Geschrieben von Nicole
62. Tag Mt. Isa (Montag, 1. Dezember 2008)
Auch der heutige Tag stand ganz im Zeichen vom Autofahren. Wir waren allerdings um 10.00 Uhr schon etwas Spät dran mit der Zeit, als wir den Campingplatz verliessen. Wir nutzen vorher noch den Internetanschluss um mit Fabio in Calgary zu skypen. Danach wollten wir noch auf der Post um unsere Postkarten und das Geschenk-Paket abschicken. Die nette Dame am Postschalter wollte allerdings die 37 Postkarten nicht selber frankieren. So drückte Sie uns Briefmarken, Luftpost-Kleber und die Postkarten in die Hand und verwies uns in eine Ecke, wo wir die „Arbeit“ selber erledigen durften. Nachdem Nicole alle 37 Briefmarken „abgeleckt“ hatte, besorgte ich uns ein nasses Schwämmli für die Luftpost-Kleber. Ansonsten hätte Sie überhaupt keine Spucke mehr für das Gummihuhn gehabt. Das Gummihuhn war für „Bobbi“ bestimmt und wurde auch ins Geschenkpacket eingepackt. Sobald das Hundi dann die Spucke riecht, weiss er genau von wem es kommt, zumal er ja nicht lesen kann. J
Nach der Post ging es dann aber wirklich los. Einige Hundert Kilometer mussten abgespult werden. Je eher desto besser. Das Ziel war Alice Springs und das war noch etwa 2500 Kilometer von uns entfernt. Wir fuhren bis um ca 19.30 Uhr am Abend und spulten so etwa 700 Kilometer ab. Unterwegs gab es nicht wirklich viel zu sehen. Eigentlich eher gar nichts. Unendlich weite Steppenlandschaft. Teilweise mit kargen Bäumen, teilweise einfach nur Sträucher und Staub. Wir kreuzten sehr viele von den sogenannten „Roadtrains“. Bis zu 50 Meter lange Lastwagen mit teilweise mehr als 3 Anhängern. Aber im Allgemeinen trafen wir nicht viele andere Verkehrsteilnehmer. Zirka alle 10 Minuten sahen wir ein anderes Auto. Vermutlich sahen wir mehr tote Kängurus am Strassenrand als andere Autos in dieser Gegend. Man kann nur hoffen dass man hier keine Panne hat, ansonsten ist warten angesagt.
Geschrieben von Peter
63. Tag Tennant Creek (Dienstag, 2. Dezember 2008)
Unser Tagesziel „Tennant Creek“ lag ca. 600 Kilometer von uns entfernt. Für jeden Outback-OZ eine normale Tagesstrecke. Für uns Schweizer jedoch eine Riesenentfernung.
Bereits frühmorgens klemmten wir uns hinters Steuerrad. Ganz nach dem Motto: Schnell hinter uns bringen! Ja, ja, die Tempolimite von 130 km/h wurde natürlich eingehalten! Die Strassenszenerie bot über mehrere Hundert Kilometer immer das gleiche Bild: Rote Steppe mit olivgrünen Spinifex-Büschel trifft auf einen hellblauen Himmel, die Strasse ist mit toten Kängurus und Kühen gesäumt.
Die einzige Abwechslung bilden die jeweiligen Tankstellenstops (4 Tankstellen auf 1'000 Kilometer). Je weiter landeinwärts, desto höher der Benzinpreis. Mittlerweile bezahlen wir für den Liter Benzin ca. AUD 1.99 (Man erinnere sich an den Preis in Townsville von AUD 0.99)!!!
Nun freuen wir uns auf eine kühle, sternenklare Nacht!
Geschrieben von Nicole
64. Tag Alice Springs (Mittwoch, 3. Dezember 2008)
Heute hatten wir unser Ziel ganz klar vor Augen, Alice Springs. Noch 500 Kilometer weit entfernt, wie ein Katzensprung im Vergleich zu den letzten Tagen. Das Wetter war schön und es war heiss. Die Strecke war eintönig und einsam. Wir freuten uns auf einen BIG4 Campingplatz mit richtig kaltem Wasser in den Duschen und erfrischend kaltem Pool. Das gab es gestern leider nicht. Wenn man beim Duschen den Wasserhahn für kaltes Wasser öffnete, dann kam etwa 30 Grad warmes Wasser aus der Brause. Keine wirkliche Erfrischung zumal das Wasser zusätzlich noch nach Öl stank.
Um Drei Uhr Nachmittags war es dann so weit. Wir erreichten Alice Springs. Ohne Klimaanlage hätten wir es vermutlich nicht geschafft. So bemerkten wir auch lange nicht die 40 Grad Celsius warme Aussenluft. Etwa eine Stunde nachdem wir uns eingerichtet hatten, eine kalte Dusche genossen und uns etwas verpflegten, kamen wir zum Entschluss, hier nicht wirklich lange bleiben zu wollen. Es ist einfach viel zu heiss hier. Momentan können wir uns nicht vorstellen hier einen Tag ohne Klimaanlage zu verbringen. Wir sehen was der morgige Tag bringen wird.
Ein weiteres Problem sind hier diese verdammt lästigen Fliegen. Das sind mit Abstand die ekligsten Viecher die ich bis jetzt in Australien erlebt habe. Nun gut, sie beissen nicht. Aber dafür sind Sie absolut lästig. Zuerst landen Sie im Gesicht. Dann verjagt man Sie mit der Hand und eine Sekunde Später landen Sie wieder auf dem Gesicht. Diese verdammten Drecksviecher gehen nicht weg. Versucht man 5 Meter wegzurennen sind Sie Garantiert noch da. Das einzige was man tun kann ist Sie zu ignorieren. Das geht so lange gut bis Sie entweder in die Nase oder in die Ohren hineinkriechen. Nun ja wir haben es uns ja so ausgesucht und ich will auf keinen Fall jammern. Ich würde keine Minute dieser Reise missen wollen.
Natürlich geniessen wir auch die einzigartige Landschaft und deren Stimmungen. Ein ganz eigenartiges Gefühl bekomme ich, wenn ich diese Aborigines auf der Strasse sehe. Für mich wirken diese als ob sie von einem anderen Planeten kommen. Nein, ich mache mich auf gar keinen Fall lustig über diese Menschen. Aber ich habe bis jetzt noch nie solche Menschen zu Gesicht bekommen. Ich habe irgendwie das Gefühl man sieht es ihnen an, dass sie zwischen zwei Welten hin und hergerissen sind.
Geschrieben von Peter
65. Tag Alice Springs (Donnerstag, 4. Dezember 2008)
Glücklicherweise kam nachts die ersehnte Abkühlung. So fanden wir doch noch für einige Stunden einen angenehmen Schlaf. Doch bereits frühmorgens knallte die Sonne unbarmherzig auf unseren Campervan, kein Lüftchen wehte (ausser unsere 3 Ventilatoren), die Luftfeuchtigkeit lag weit unter 0% … die Frisur sitzt schon lange nicht mehr! Wieder kommen Gedanken auf: Was zum Teufel machen wir hier???
Vormittags erkundeten wir die Fussgängerzone von Alice Springs. Doch die Hitze liess keinen gemütlichen Bummel zu. So flüchteten wir in ein kühles Internet-Café. Peter aktualisierte die Homepage, ich führte eine interessante Unterhaltung mit dem Geschäftsführer, einem Aborigine. Dieser erzählte mir von seinen Ferien in der Schweiz und seinen missglückten Snowboard-Versuchen.
Im 7 Tage die Woche und 24 h geöffneten Supermarkt deckten wir uns mit Frischeprodukten ein. Mittlerweile lagern wir auch unser Toastbrot und Buurabrot im Kühlschrank. Ansonsten würde das Brot innert 2 Tagen verschimmeln. Erfreulicherweise befinden sich in den Campingplatz-Küchen riesige Kühlschränke. So können wir auch unsere Erfrischungsgetränke (selbstgebrauter Tee) in diesen Kühlschränken lagern. Peter wurde zum Tee-Braumeister ernannt und füllt täglich mind. 6 Liter Tee in Flaschen ab. Die australische Hitze trocknet einen völlig aus.
Mittags suchten wir noch den von unserem Vermieter empfohlenen Garagisten auf. Auf der Fahrt durchs Outback bemerkten wir bei der Seitentür ein scheppern. Der nette Mechaniker konnte unser Problem auf die Schnelle lösen. Die Küchenrückwand ist am Seitenrahmen befestigt. Dieses Verbindungsstück (Niete) hatte sich gelöst.
Nachmittags stand ein Besuch im Alice Springs Reptile Center auf dem Programm. Auch dieses Mal kamen wir in den Genuss, ein Blauzungen-Lizard in die Hände zu nehmen oder uns Schlangen um den Hals legen zu lassen. Hinter Glas konnten wir noch einen Dornteufel, mehrere Bartagamen und Pythons bewundern. Wir genossen den Aufenthalt in diesem sehr persönlich geführten „Zoo“.
Unsere Gebete gen Himmel wurden erhört … nachmittags begann es zu regnen. Juhuiii. Falls dieses Wetter (Wolken mit kurzen Regenschauern) anhält, wollen wir hier noch einige Tage länger bleiben.
Geschrieben von Nicole
66. Tag Alice Springs (Freitag, 5. Dezember 2008)
Trotz einer angenehmen Nacht (28 Grad Celsius) konnten wir am Morgen nicht länger als 8 Uhr schlafen. Wir haben das lange Ausschlafen verlernt. Nach dem Frühstück erkundigten wir uns nach dem Wetter für die nächsten Tage. Da es aufs Wochenende deutlich abkühlen sollte, verlängerten wir unseren Aufenthalt in Alice Springs für 2 weitere Tage. Es macht ja auch keinen Sinn den „Ayers Rock“ bei bewölktem Himmel zu betrachten. So warten wir lieber hier in der Stadt, wo man alles bekommt, als irgendwo draussen in der Pampa bis es besser Wetter wird. Besser ist vielleicht das falsche Wort. Wir geniessen das „schlechte Wetter“, denn so ist es nicht 48 Grad Celsius heiss, was für diese Gegend durchwegs normal ist.
Wir vertrieben uns die Zeit mit Schlafen und einem Besuch bei der „School of Air“. Diese Schule macht es möglich, dass Kinder welche bis zu 1000 Kilometer von einander weit weg wohnen, trotzdem eine „Schule“ besuchen können. Früher funktionierte das noch per Funkgerät und Luftpost. Heute wird natürlich das Internet genutzt. Da es nicht überall gerade einen Superschnellen Breitband Anschluss zur Verfügung hat, wird zum Teil teure Satellitenschüsseln, Computer und was es sonst noch alles braucht von der Regierung zur Verfügung gestellt. So ist es möglich, dass 20 Kinder vor dem Computer sitzen und in Echtzeit verfolgen können was der Lehrer gerade an die Tafel schreibt. Das Einzugsgebiet der Schüler ist etwas vier Mal so gross wie Deutschland und zurzeit werden auf diesem Weg etwa 120 Kinder Unterrichtet.
Später genossen wir nochmals ein Stunde Internet im Internetcafe. Die Vier Dollar pro Stunde sind recht günstig im Vergleich was der Campingplatz dafür haben will. Dort müssten wir 10 Dollar für eine Stunde und 15 Minuten hinblättern.
Noch einige Worte zum Essensgott. Dieser meint es nämlich nicht gerade besonders gut mit uns. Heute Morgen holten wir den eiskalten Tee von gestern aus dem Kühlschrank. Der Süssstoff den wir zum ersten Mal testeten überlebte offenbar die Kälte nicht ganz so wirklich. Denn Tee konnten wir fortschmeissen. Weiter ging es mit den 4 Kilo Kartoffeln vom Strassenhändler. Diese vertrugen die tägliche Hitze im Camper auch nicht wirklich: Weggeschmissen. Brot verträgt ebenfalls keine Hitze über mehrere Tage: Weggeschmissen. Die Orangen vom Supermarkt im Billigangebot fanden zusammen mit den nicht Hitzeresistenten Avocados ebenfalls den Weg in den Mülleimer. Zu guter letzt schmeckte der Fertig-Kartoffelstock zum Nachtessen irgendwie nach „Weihnachtsguetzli“: Weggeschmissen.
Geschrieben von Peter
67. Tag Alice Springs (Samstag, 6. Dezember 2008)
Dank des Regens kühlte es in der Nacht merklich ab. Wir genossen die angenehmen Temperaturen und blieben morgens lange im Bett liegen. Es war nun auch Wochenende und somit langes Ausschlafen auch erlaubt J.
Nachmittags ging’s ins Royal Flying Doctor Service Base. Bei einer geführten Tour wurden uns nochmals die immensen Dimensionen des Outbacks aufgezeigt. Der von den Royal Flying Doctor’s aus Alice Springs abgedeckte Bereich geht über einen Radius von 600 km. In dieser Region leben ca. 36'000 Personen, von denen 90% Aborigines sind. Die Sprechstunde und Diagnose erfolgen heutzutage hauptsächlich telefonisch und Patienten werden nur auf Veranlassung eines Arztes mit dem Flugzeug zu einem Krankenhaus. Im Jahr 2008 wird die RFDS voraussichtlich ca. 250'000 Patientenbesuche in ganz Australien machen – d.h. alle 2 Minuten ein neuer Patient! In Alice Springs werden 4 einmotorige Pilatus PC-12 eingesetzt (die Schweiz lässt grüssen!). Jedes Flugzeug kostet einschliesslich Navigationssystem, Funk und medizinischer Ausrüstung mehr als 6 Millionen Dollar.
Zurück auf dem Campingplatz nahmen wir uns der Wochenplanung an. Die nächsten Tage möchten wir im Outback verbringen und den Uluru sowie den Kings Canyon besuchen.
Geschrieben von Nicole
68. Kings Canyon (Sonntag, 7. Dezember 2008)
Heute Morgen verliessen wir Alice Springs in Richtung Kings Canyon. Zuerst verabschiedeten wir uns noch von unsren Schweizer Nachbarn auf dem Campingplatz. Danach ging es noch schnell in die Stadt um den Kühlschrank und den Tank aufzufüllen. 500 Kilometer standen heute auf dem Tagesprogramm. Natürlich durch das Outback und ohne grosse Abwechslung. Der Himmel war zuerst etwas bewölkt, dann regnete es in Strömen und am Ziel angekommen war es wieder einmal schön. Wir bekamen zum ersten Male einen Eindruck für was die Zahlreichen Messlatten am Strassenrand jeweils bei kleineren und grösseren Bächen bezweckten. Teilweise fuhren wir bis zu 20 Zentimeter tiefe Bäche welche kurzerhand Ihren weg mitten über die Strasse suchten. Zum Glück waren Sie nicht tiefer denn unser kleines Wägelchen ist überhaupt nicht Geländetauglich geschweige denn hat einen Vier mal Vier.
Jetzt sind wir mitten im „Red Centre“ von Australien angekommen. Irgendwo mitten im Outback, hunderte Kilometer weit weg von der nächsten grösseren Ortschaft. Wieder einmal von lästigen Fliegen geplagt, auf einem Campingplatz der nicht weniger zu bieten hat als in dichter besiedelten Regionen. Ja sogar einen Pool gibt es hier. Von unserem Stellplatz sehen wir direkt auf den Kings Canyon welcher morgen zu Fuss erkundet werden soll. Und bald schon, wenn alles klappt, in zwei Tagen werden wir dann den „Ayers Rock“ bewundern.
Geschrieben von Peter
69. Kings Canyon (Montag, 8. Dezember 2008)
Kurz nach Sonnenaufgang packten wir unser Rucksäckli und zogen unsere Wanderschuhe an. Wir freuten uns auf die Erkundung eines der spektakulärsten Sehenswürdigkeiten im Zentrum Australiens – die gähnende Schlucht des Kings Canyon.
Bereits nach wenigen Metern Autofahrt kreuzte ein junger Dingo unsere Strasse. Fragend blieb er am Strassenrand stehen. Ohhh, am liebsten hätte ich mit ihm „gauschteret“ (Bobbie-Ersatz) ...
Auf dem Parkplatz des Kings Canyon angelangt, überprüften wir nochmals unsere Ausrüstung ... und los ging’s. Nach einem steilen Aufstieg über eine 100 m hohe Felskante verlief der Weg dem Canyonrand entlang. Mehrere Plattformen offenbarten uns atemberaubende Ausblicke in die Canyon-Schlucht, an die gegenüberliegende Canyon-Wand, auf die australischen Weiten. Nach halber Strecke erreichten wir den Garden of Eden – ein üppiger Bestand von Palmfarnen rund um einen Teich. Dieses ruhige, schattige Plätzchen nutzen wir als Rastplatz J. Weiter führte der Weg durch ein Labyrinth bienenkorbartiger Felskuppen. Der Abstieg war nicht sehr steil und verlief am Canyon-Rücken entlang.
Kurz vor 10.00 Uhr erreichten wir schweissgebadet den Parkplatz und unseren stickigen. Wir freuten uns auf eine kalte Dusche und ein ausgiebiges Bad im Swimmingpool. Natürlich gönnten wir uns auch diese Belohnung!!!
Am Nachmittag widmeten wir uns der Fotobearbeitung und der Planung unseres Besuches des Uluru-Kata Tjuta National Park (Uluru & Olgas).
Geschrieben von Nicole
70. Ayers Rock (Dienstag, 9. Dezember 2008)
Bevor wir die Strecke zum „Ayers Rock“(Uluru) antreten konnten, mussten wir zuerst noch unseren Tank mit Benzin auffüllen. Hier draussen im Aborigines-Land gibt es einen speziellen Treibstoff, den Opal. Diese Variante von Bleifreiem Treibstoff entwickelt keinerlei Gerüche. Somit gibt es auch keine Probleme mit süchtigen Benzinschnüfflern welche die Touristen am Strassenrand anhalten und nach Benzin betteln. Wir hatten sowieso keine andere Wahl, es gab nur Opal. (Das reimt sich sogarJ). Die 500 Kilometer lange Strecke war im Nu abgespult. Unterwegs sahen wir von weitem den Mount Conner welcher von vielen Touristen mit dem „Ayers Rock“ verwechselt wird. Auch wir meinten zuerst endlich den Uluru zu sehen. Doch den sahen wir erst 50 Kilometer später. Zuerst noch von weit weg, im Licht der Mittagssonne. Am Abend allerdings war es dann soweit. Unser Lager im Campground in Yulara war bezogen, das Nötigste eingekauft und das Mittel gegen die Fliegen war eingerieben. (Ja es gibt tatsächlich eine Art Creme welche die Fliegen auf Abstand hält.)
Wir fuhren die Strecke vom Campingplatz zum Beobachtungsplatz für den Sonnenuntergang. Schon auf dieser Strecke kam es mir vor wir fahren in eine andere Welt. Es wirkte alles so postkartenartig kitschig und mystisch. Nach 10 Minuten erreichten wir den Beobachtungsplatz. Der Anblick des Uluru war einfach fantastisch, als ob er da eigentlich nicht hingehört. Von einem höheren Wesen dahingestellt. Trotz des eher schlechten Wetters erlebten wir ein Feuerwerk der Farben und Natur. Die Wolken färbten sich von blau bis violett. Es bildete sich dank dem Regen ein Regenbogen direkt über dem roten Giganten. Die rote Erde und der Ayers Rock glühten förmlich in einem wunderschönen Rot. Die ausgedörrten Grasbüschel schimmerten Goldgelb in der Abendsonne. Ja es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Jederzeit würde ich wieder 5000 Kilometer durch die Wüste fahren um diesen Augenblick erleben zu dürfen. Wir genossen diesen Augenblick der einer der Höhepunkte der ganzen Reise darstellen sollte. Ich kann nur jedem empfehlen dasselbe auch einmal zu tun, es lohnt sich auf jeden Fall.
Geschrieben von Peter
71. Ayers Rock (Mittwoch, 10. Dezember 2008)
Pünktlich um 5 am morgens wurden die Tore zum Uluru-Kata Tjuta National Park (Ayers Rock und Olgas) geöffnet. Unser Campervan stand an vorderster Front. Wir wollten auf keinen Fall den Sonnenaufgang verpassen J ... und endlich war es soweit. Der Himmel war wolkenlos und die Sonne brachte den Uluru zum Glühen.
Die morgendliche Temperatur war so angenehm, dass wir den 10 km langen Base Walk in Angriff nehmen wollten. Doch bevor wir uns in die Touristenfluten stürzten, genossen wir auf dem Parkplatz am Fusse des Uluru unser Frühstück. Welch eine Aussicht!!! Nachher hiess es Wanderschuhe an und Rucksack auf. Der Base Walk umkreist den Felsen und führt vorbei an Höhlen, Malereien, Sandsteinfalten und geologischen Verwitterungsstellen. Wahrlich ein weiterer Höhepunkt unserer Reise!
Am Nachmittag statteten wir den Olgas (Kata Tjuta) einen Besuch ab. Diese auffällige Gruppe kuppelförmiger Felsen steht eng beisammen und bilden ungefähr 30 km westlich von Uluru kleine Täler und Schluchten. In einer dieser Schluchten (Walpa Gorge) führt ein hübscher 2 km langer Wanderweg entlang. So zogen wir wieder unsere Wanderschuhe an und schlenderten gemütlich dem Schlucht-Ende entgegen. Am Ende angelangt, begann es zu donnern. Bedrohlich dunkle Wolken zogen über uns hinweg. Schnurstracks machten wir uns auf den Rückweg. Doch so schnell liessen wir uns nicht einschüchtern ... unser Weg führte weiter zu den einzelnen Aussichtsplattformen. Wieder konnten wir ein wunderschönes Naturspektakel bewundern: Blitze schlugen in die Olgas ein!
Der Tag war noch lange nicht zu Ende. So fuhren wir ein weiteres Mal zur Uluru-Aussichtsplattform und hofften auf einen spektakulären Sonnenuntergang. Doch was bekamen wir zu sehen: ein weinender Uluru mit Regenbogen (Bilder sagen mehr als tausend Worte J! Wir waren von diesem Anblick so gefesselt, dass uns der fehlende Sonnenuntergang nicht auffiel.
Geschrieben von Nicole
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