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104. Phillip Island (Montag, 12. Januar 2009)

„Das ist normal, das lässt sich nicht reparieren!“...??..!!!..???. Was war geschehen? So kam es zu dieser Aussage: Mein Fotoapparat und ich sind seit längerer Zeit Freunde. Genau gesagt ist das teure Sigma-Objektiv mein eigentlicher Freund. (Sigma 24-70mm EX DG 2,8 für Fotofreaks). Schon lange begleitet mich dieses Objektiv und bescherte mir immer tolle Bilder. Zuerst zuhause und dann auf unserer Weltreise. Das (für mich) teure Markenobjektiv hat den Vorteil, dass ich es einmal im Jahr einschicken kann für einen „Gratis-Service“. Leider versäumte ich dies noch kurz vor unserer Abreise. Kein Problem dachte ich, es funktioniert ja noch super. Während unseren schon fast 4 Monaten Aufenthalt hier in Australien hat es jedoch schon arg gelitten. Das Problem lässt sich eigentlich einfach erklären. Man kann mit dem Objektiv von Hand zoomen, wenn man an dem dafür vorgesehen Rad dreht. Am Anfang ging dieses Rad noch sehr Streng und man musste etwas Kraft ausüben um es zu drehen. Mittlerweile ist es jedoch so locker, dass es von alleine aus- oder zurückfährt, wenn man gegen den Boden bzw. gegen den Himmel fotografiert. Ich erkundigte mich also schon sehr bald für einen geeigneten Sigma-Händler, welcher dass auch reparieren konnte. Fündig wurde ich in Melbourne und nach deren Auskunft per Email waren die Techniker genau heute zurück aus den Sommerferien. So wagten wir uns also mitten in den Alltagsverkehr der 3,8 Millionen Metropole. Wir benötigten mehr als eine Stunde haarsträubender Fahrt zwischen Tram, sechsspurigen Autobahnen, abenteuerlichen Kreuzungen und sonst noch alles Schlimme was man sich als Landei vorstellen kann. Es war mehr dem Zufall überlassen dass wir die Firma und einen freien Parkplatz davor gefunden hatten. Schnell ging es dann ins Geschäft und ebenso wieder hinaus. In den 2 Minuten, welche wir mit dem Techniker dort gesprochen hatten, spielte sich genau das ab was ich im ersten Satz dieses Tagesberichtes geschrieben habe. L

Wieder durch den Verkehrsdschungel von Melbourne ging es dann in Richtung Phillip Island. Diese Insel besuchten wir genau aus einem Grund: Zwergpinguine. Diese sollen angeblich jeden Abend immer an der gleichen Stelle aus dem Ozean kommen und zu ihren Nestern am Strand spazieren. Wir fragten die Nette Dame im Campgroundoffice wo denn die Stelle ist. Diese sagte uns zu unserem erstaunen, dass wir dazu Tickets benötigen und diese am „Informationcenter“ in der Nähe kaufen können. Tickets? Also kauften wir für 20 AUD pro Person Tickets und freuten uns auf den Abend.

Da die Pinguine um 21.00 Uhr an Land kommen, waren wir schon 2 Stunden vorher dorthin gefahren um noch einen schönen Platz zu bekommen. Die „Pinguinparade“ konnte man nämlich nur von einer Tribüne direkt am Strand beobachten. Wir waren aber doch sehr enttäuscht als wir erfuhren, dass fotografieren der Pinguine strengstens verboten sei. Ich war eher stinksauer darüber, zumal wir 20 AUD pro Nase bezahlten und ich wusste wie ich den Blitz meines Fotoapparates auszuschalten habe. So sassen wir auf der Tribüne, warteten fast zwei Stunden und lernten sogar noch zwei ganz nette Schweizer kennen.

Als es dann allerdings soweit war, verflüchtigte sich unsere negative Einstellung dieser vermeintlichen „Geldfabrik“ am Strand. Die ersten Pinguine zeigten sich am Strand und warteten immer bis Sie eine kleinere Gruppe waren. Zusammen watschelten Sie dann zwischen den Möwen den Strand und die Böschung hinauf. Spätestens jetzt verstanden wir das Foto und Kamera Verbot. Die Ranger vor Ort hatten alle Hände voll zu tun, die Touristen welche mit Blitz das Fotografieren versuchten, in Schach zu halten. Keine einfache Aufgabe mit zirka tausend Leuten auf den Tribünen. Das Blitzlicht würde die Tiere nur verwirren und dann würden Sie den weg zu ihren jungen nicht mehr finden. Und seien wir einmal ehrlich, lieber 1000 Touristen konzentriert auf einer Tribüne als wenn alle zwischen den Pinguinen umherlaufen und diese dann umso mehr stören würden.

Die Putzigen Kerlchen waren jedoch einzigartig zum Beobachten. Wir sahen etliche Jungtiere die an Land auf ihre Eltern warteten. Sobald Sie diese auf 5 bis 10 Meter Entfernung ausmachten, watschelten sie ihnen hungrig entgegen. Manche Elterntiere hatten einen Fussmarsch bis zu einem Kilometer landeinwärts bis Sie Ihr Nest erreichten.

Geschrieben von Peter

 

 

105. Phillip Island (Dienstag, 13. Januar 2009)

Der Sommer ist da! Heute genossen wir zum ersten Male einen heissen Sommertag in Südaustralien.

Bei angenehmen 35 Grad im Schatten verbrachte ich den ganzen Tag unter der Sonne Australiens mit sünnala. Peter bevorzugte die etwas kühleren Temperaturen im Büssli und widmete sich der Reiseplanung.

Geschrieben von Nicole

 

 

106. Eden (Mittwoch, 14. Januar 2009)

Nicole und Peter fahren mit ihrem Campervan die Strecke von A nach B. Die Distanz zwischen A und B beträgt 620 Kilometer. Sie fahren mit einer durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde. Dazwischen legen sie eine Mittagspause von 60 Minuten und eine „Zvieripause“ von 30 Minuten ein.

1.       Berechnen Sie wie lange Peter und Nicole mit Autofahren beschäftigt sind.

2.       Um welche Zeit kommen Nicole und Peter am Ziel an, wenn sie am Morgen um 09.30 Uhr starten.

Richtig, Nicole und Peter waren praktisch den ganzen Tag nur am Autofahren und dies von Phillip Island nach Eden. Dabei überquerten sie die Grenze von Victoria nach New South Wales und überfuhren dabei noch die eigene Sonnencreme*. Seit geraumer Zeit konnten sie wieder einmal die Klimaanlage des Campervans beanspruchen, da es draussen etwa um die 40 Grad Celsius heiss war.

*Als Nicole mit fahren an der Reihe war, gab es unterwegs plötzlich einen lauten Knall auf der linken Seite. Sofort fuhr sie links an den Strassenrand und ich überprüfte das Auto. Welches Tier wir wohl überfahren haben fanden wir nicht heraus. Es war nämlich alles in Ordnung mit dem Camper. Mit einem etwas mulmigen Gefühl fuhren wir dann weiter ohne zu ahnen was überhaupt passiert war. Nicole war sich sicher irgendetwas überfahren haben zu wollen. Später am Abend entdeckte ich die Sonnencreme, welche während der Fahrt vom oberen Fach des Campers heruntergefallen sein musste. Dabei muss sie offenbar mit lautem Getöse die Kochablage getroffen haben. Somit war auch das Tier identifiziert, welches Nicole heute überfahren hatte. Diese neu entdeckte Gattung wurde von mir auf „Cremis Solaris Fortissimo“ getauft und gehört von nun an zu der Rasse der wirbellosen Plastikfamilie. J

Geschrieben von Peter

 

 

107. Canberra (Donnerstag, 15. Januar 2009)

Gott sei Dank stand heute keine Monstertour auf dem Programm. So fuhren wir gemächlich durch die Snowy Mountains. Diese wunderschöne Landschaft ist durchzogen von kurvigen Bergstrassen und bekannt für seine Skigebiete. Ja, richtig gelesen ... Skigebiete! Auch in Australien gibt’s Schnee ... allerdings nicht zur Weihnachtszeit J

Am späteren Nachmittag erreichten wir Canberra, die Hauptstadt Australiens. Unsere Erwartungen waren: Verkehrschaos, „gestriegelte“ Staatsbeamte und schwerbewaffnetes Polizeipersonal. Doch Canberra zeigte sich von einer ganz anderen – positiveren – Seite: Wenig Autos und mehr Velofahrer (auf eigener Radel-Spur), Beamte mit Punk-Frisuren und schrillen Outfits, keine Maschinenpistolen ... alles easy going!

Wir freuen uns auf die morgige Entdeckungstour!

Geschrieben von Nicole

 

 

108. Canberra (Freitag, 16. Januar 2009)

Frisch und munter, ausgeschlafen und voller Entdeckungslust starteten wir den Tag zuerst mit dem gewohnten Morgenritual (Aufstehen, Toilette, und Morgenessen). Wir hatten viel geplant für diesen Tag. Als erstes stand das Australische Parlamentshaus auf der Liste. Es steht mitten in einem riesigen Verkehrskreisel in einen Hügel eingebettet. Von aussen schon fast wie ein Bunker zu vergleichen, aber ausgesehen hat es alles andere als ein Bunker. Zuerst fuhren wir mit unserem Camper in das Parkhaus direkt unter dem Parlamentsgebäude. (Keine Sicherheitskontrollen, gar nichts...???) Auf der Vorderseite beim Haupteingang ist ein riesengrosser Platz der von zwei Grassflächen an den Seiten flankiert wird. Diese Grasflächen laufen schräg auf einander zu und treffen sich oberhalb des Komplexes und bilden zugleich einen Teil vom Dach. Oben auf dem Dach weht eine Riesengrosse australische Flagge. Das Innere des Gebäudes besteht aus über 7000 einzelnen Räumen und es arbeiten hier bis zu 8000 Leute. Wir genossen eine geführte Tour und konnten so einiges über die Geschichte und Tradition von Australien lernen. Dabei sahen wir wo der Senat und das Parlament ihre Tagungen abhielten (Bei uns wohl der Stände- und Nationalrat mit dem kleinen Unterschied, dass es hier sogar noch einen Stuhl für die Queen hatte.... nur falls Sie mal das australische Parlament besuchen möchte).

Nach dem Parlament wollte ich unbedingt das abgebrannte Observatorium auf dem Mount Stromlo besuchen. In engen kurven führte die Strasse den Mount Stromlo etwas ausserhalb der Stadt hinauf. Doch leider waren wir alleine auf dem Parkplatz und das Visitor Center sowie andere Sehenswürdigkeiten waren geschlossen. So sahen wir lediglich eine kleinere abgebrannte Kuppel welche leider keine Instrumente mehr aufwies. Wir sahen lediglich noch die Beton-Montierungen der grossen Teleskope. Das riesengrosse 75 Zoll Refraktor Teleskop in der grossen Kuppel sahen wir nur durch eine verdunkelte Scheibe einer verschlossenen Türe. Wau, diesen Riesending hätte ich gerne gesehen, aber es gab ja noch anderes zu sehen hier in Canberra.

Sehr rasch nachdem wir diesen Berg hinauf gefahren waren, ging es auch schon wieder hinunter in Richtung „Deep Space Observatory“. Dazu mussten wir ungefähr eine halbe stunde abseits von Canberra in ein von Bergen geschütztes Tal fahren. Hier erwartete uns ein riesengrosses Radioteleskop, das im Auftrag der Nasa mit Sonden im Weltraum kommuniziert. So wurden hier zum Beispiel die ersten Filmaufnahmen von Nil Armstrong auf dem Mond empfangen. Momentan steht das grosse Radioteleskop unter anderem mit der Sonde Casini in Verbindung. Dabei gehört das Observatorium zu einem Zusammenschluss von mehreren Observatorien, unter anderem auch in Spanien und Kalifornien. Je nach dem welcher Teil der Erde in Richtung der Sonde zeigt, kommuniziert dass entsprechende Teleskop mit den Sonden.

Zu guter Letzt wollte Nicole noch bei der US Botschaft vorbei schauen, um sich über die aktuellen Einreisebestimmungen Informationen zu lassen. Wir besitzen zwar noch ein Visum welches bis ins Jahr 2010 gültig ist, der Pass indem das Visum klebt ist allerdings abgelaufen und wir wissen nicht genau was zu tun ist. Der Wachmann vor der Botschaft konnte uns allerdings nicht weiterhelfen geschweige denn uns hinein lassen. „Diese Botschaft ist nicht für Visa-Fragen zuständig“ bekamen wir zu hören. Was allerdings in diesem Riesenkomplex genau passiert war uns schleierhaft. Vielleicht haben wir ja an einer CIA oder NSA Zentrale angeklopft und werden von nun an überwacht. J

Geschrieben von Peter

 

 

109. Canberra (Samstag, 17. Januar 2009)

Heute stand ein weiteres Highlight auf unserem Erkundungs-Programm: das Australian War Memorial. Es ist den gefallenen australischen Soldaten der letzten Weltkriege und aktuellen Kriege gewidmet.

Das imposante Kriegsdenkmal thront in prächtiger Lage auf einem Hügel mit Sichtkontakt zum House of Parliament (Sinn und Zweck: Das Parlament soll sich bei seinen Entscheidungen über die Konsequenzen bewusst sein!). Im altrömischen Innenhof des Eingangsportals wird den 102'000 gefallenen australischen Soldaten feierlich gedacht. Unter dem Mosaik der Hall of Memory ist das Grab eines unbekannten australischen Soldaten, dessen sterbliche Überreste von einem Schlachtfeld des Ersten Weltkrieges hierher überführt wurden – symbolisch für alle australischen Kriegsopfer.

Eine riesige Sammlung von Bildern, Dioramen, Andenken und Ausstellungsstücken informierte uns ausführlich über die Ereignisse, Waffen und menschlichen Opfer. Diverse Kurzfilme und Sound- & Lightshows zogen uns in den Bann. Bereits nach wenigen Stunden war unser Aufnahme-Potenzial ausgeschöpft. Doch Peter wollte unbedingt noch die „schweren Kriegsgeräte“ bewundern ... Da wird der Manne zum Kind J. Also Foto mit Panzer, U-Boot, Flieger, Helikopter etc. Danach rauchten unsere Köpfe und wir zogen uns ins Camperli zurück.

Geschrieben von Nicole

 

 

110. Cowra (Sonntag, 18. Januar 2009)

Von Canberra fuhren wir in Richtung Blue Mountains. Unterwegs war jedoch ein halt in Cowra eingeplant. Warum? Ganz einfach, hier gab es eine private Sternwarte die öffentliche Führungen anbot. Dies wollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen, zumal wir bis jetzt immer Pech mit dem Wetter oder den Öffnungszeiten der bisherigen Sternwarten hatten. So bezogen wir nach der Fahrt von Canberra hierher einen wunderschönen Campingplatz und versuchten dann unser Glück mit der Reservierung der Sternwarte. Wir wurden allerdings auf den Abend vertröstet bis klar war was wie das Wetter sein würde. So statteten wir am Nachmittag dem japanischen Garten in Cowra einen Besuch ab. Es war ein wunderschöner idyllischer Garten ganz in japanischer Manier. Hier in Cowra gab es auch noch den einzigen japanischen Soldatenfriedhof ausserhalb Japans. Hier wurden nämlich während dem zweiten Weltkrieg 1200 japanische Kriegsgefangene in einem Lager verwahrt. Irgendwann spielte sich eine dramatische Ausbruchsaktion ab, bei welchen Dutzend japanischen Sträflingen sowie einige australische Wärter ums Leben kamen.

Dabei lernten wir auch gleich noch einen australischen „Drive-in-Friedhof“ kennen. Kein Witz! Hier fährt man einfach mit dem Auto über den Friedhof bis zum gesuchten Grab. Grotesk erschien uns auch, dass einige Gräber mit prunkvollen Marmorkaskaden gesäumt waren und daneben fand man einen kümmerlichen Erdhaufen mit einem „Holzkreuzchen“ welches dürftig beschrieben war. Tja, Zweiklassen-Gesellschaft bis ins Jenseits.

Danach probierten wir unser Glück nochmals mit einem Anruf bei der Sternwarte. Bei bestem Wetter wurden wir nochmals um eine Stunde verschoben. (Bei Jose hätte es so etwas garantiert nicht gegeben! J ) So warteten wir nochmals eine Stunde bis wir dann endlich einen positiven Bescheid bekamen.

Am Abend kurz vor der Dämmerung machten wir uns dann auf den Weg. Die 22 Kilometer lange Strecke führte übers unbewohnte Land zwischen Kängurus, Weizenfeldern und kleinen Hügeln hindurch. Die Sternwarte war sehr einfach zu finden, es wurde ja auch mit grossen Schildern an der Hauptstrasse darauf hingewiesen. Sternwarte war vielleicht etwas übertrieben, denn es handelte sich eher um einen alten Schuppen mit einer eingezäunten Terrasse. Der Sternwartenbesitzer, ein älterer Herr, betrieb die Führungen privat und ganz alleine. So wurden wir zuerst in den Schuppen geführt wo uns zuerst ein Film über die erste Mondlandung präsentiert wurde. Dabei füllten sich langsam die Plätze und wir wurden dann auch schon bald nach draussen geführt. Wau, so einen Sternenhimmel sah ich schon lange nicht mehr. Es zeichnete sich sogar ganz schwach ein Schatten am Boden ab. Der Schatten stammte von dem Licht der Sterne!! So bewunderten wir „Nordhalbkugel-Bewohner“ Die Magelanischen Wolken, das Kreuz des Südens und sonst noch einige „Einheimische Himmelsobjekte“. Auf der Beobachtungsplattform standen einige Teleskope bereit. Zuerst konnten wir durch einen 12-Zöller die Venus betrachten, den M42 sahen wir durch einen 20-Zöller, die Plejaden (hier Seven-Sisters genannt) betrachteten wir durch ein grosses Binokular und mit einem weiteren 8-Zöller wurden uns die Spektrallinien diverser Sterne gezeigt. Der Sternwartenbesitzer sprang von einem Teleskop zum anderen und stellte immer wieder neue Objekte ein. So sahen wir in diesen zwei Stunden etwa 10 interessante Objekte. Zwischendurch beantwortete er immer wieder die Fragen der Besucher oder erklärte Zusammenhänge unseres Kosmos teilweise auch mit dem Hintergrund der Aboriginal-Kultur. Hut ab, die „One Man Show“ war gelungen und wir waren fasziniert vom „Seeing“ hier im „Outback“.

Geschrieben von Peter

 

 

111. Katoomba (Montag, 19. Januar 2009)

Die Nacht war kurz – zu kurz. Doch unser Weg führte weiter in Richtung Blue Mountains. Das Vorgebirge beginnt von Sydney aus in Richtung Inland und steigt bis zu einem 1100 m hohen Sandsteinplateau an, das von in Tausenden Jahren in den Stein gefressenen Tälern durchlöchert ist. Katoomba – unser Tagesziel – ist die urbane Krone der Blue Mountains. Hier bezogen wir am späteren Nachmittag unseren Campground und machten sogleich mit einem Schottischen Ehepaar Bekanntschaft. Auch sie befinden sich für 1 Jahr auf Weltreise. Die Chancen stehen gut, dass wir sie in Neuseeland oder auf den Galapagos Insel wieder treffen werden. Ja, die Welt ist klein!

Geschrieben von Nicole

 

 

112. Katoomba (Dienstag, 20. Januar 2009)

Es ist schon schön wenn man ausschlafen kann und den Campground nicht wie gewohnt um 10.00 Uhr verlassen muss. Ich kann mich noch an unsere ersten Tage hier erinnern, damals konnten wir nicht länger als bis 8.00 Uhr schlafen. Jetzt, wo wir ans Schlafen im Camper gewöhnt wären und lange schlafen könnten, müssen wir schon bald unseren geliebten Camper zurückgeben. Aber eben, bald ist noch nicht heute und heute stehen die Blue Mountains auf dem Programm.

Bevor es los ging wollte ich auf alle Fälle wieder einmal unsere Bilder und Tagesberichte auf DVD’s brennen, damit uns die Daten nicht verloren gehen! Weil ich immer alles doppelt sichere und eine Kopie davon per Post in die Schweiz sende, brauche ich auch jedes Mal doppelt so lange für diese Aktion.

Danach ging es dann aber auch schon los. Die Plattform von welcher wir die „Three Sisters“ sehen konnten, war nur gerade drei Gehminuten von unserem Campground entfernt. Die „Three Sisters“ kann man sich als eine Felsformation vorstellen, wobei drei ähnlich aussehende „Gipfel“ nebeneinander stehen. (Etwa so wie bei uns die Kurfürsten). Nach den obligatorischen Fotos ging es dann steil Bergabwärts. Ein kleiner Weg mit vielen Treppen (zirka 1000 Stufen) führte der Felswand entlang ins 250 Meter tiefer liegende Tal hinab. Dabei genossen wir immer wieder einen Ausblick auf wunderschöne Wasserfälle und imposanten Regenwald.

Unten angekommen hatten wir die Wahl entweder wieder alles zu Fuss hinauf zu marschieren oder mit der steilsten Eisenbahn der Welt hinauf zu fahren. Wir entschlossen uns für die Eisenbahn und genossen eine halsbrecherische Fahrt zurück aufs „Hochplateau“.

Den Rest des Tages verbrachten wir wieder einmal mit gar nichts tun und Faulenzen. J

Geschrieben von Peter

 

 

113. Umina Beach (Mittwoch, 21. Januar 2009)

Frühmorgens besuchten wir nochmals die Three Sisters. Die einzigartige Aussicht auf die Blue Mountains sowie auf den darum liegenden Nationalpark verschlug uns den Atem. Wow!

Danach hiess es .... Ferien wir kommen! Doch um an unser Ferienziel zu gelangen, mussten wir quer durch Sydney düsen. Dabei passierten wir ungewollt eine Toll-Strasse. Jedoch fehlte von einem Kassier-Häuschen alla Italia jede Spur. Mehrere Schilder machten den aufmerksamen Autofahrer darauf aufmerksam, sich innert 48 Stunden unter der Telefonnummer 13TOLL registrieren zu lassen. Dies wollten wir auch innerhalb der angegebenen Frist erledigen. Eins nach dem andern ...

Nach 2 Stunden Autofahrt erreichten wir unser Feriendomizil „Umina Beach“. Schon beim Check-in erkundigten wir uns nach dem Wireless-Internet Anschluss. Gemäss der netten Rezeptionistin war der Empfang auf das Office beschränkt. Etwas enttäuscht machten wir uns auf den Weg in Richtung Stellplatz. Nach einem erfrischenden Bad im Meer und einem feinen Mittagessen schnappte ich mir den Laptop und machte mich auf die Suche nach Wireless-Internet (nicht war-driving sonder war-walking!). Siehe da ... hinter dem Office befanden sich drei leere Stellplätze und genau hier spürte unser Laptop ein Signal auf. Kurzerhand begaben wir uns wieder in Richtung Office und baten um einen Platzwechsel. Die Antwort der uns bereits bestens bekannten Rezeptionistin kam promt: NEIN! Nach längerer Diskussion und grossem Bittibätti willigte sie doch noch ein. Juhuiii, jetzt konnten unsere Ferien beginnen!

Geschrieben von Nicole

 

 

114. Umina Beach (Donnerstag, 22. Januar 2009)

Das Morgenessen genossen wir heute auf unserem neuen Stellplatz. Leider, so wie es uns die nicht wirklich nette Dame vom Office gesagt hatte, war es nicht gerade ein ruhiges Plätzchen. Sehr viele Kinder fuhren mit Ihren Skootern, Rollbrettern oder Fahrrädern immer an unserem Camper vorbei. Und Kinder sind ja bekanntlich nicht wirklich Langschläfer. War ja auch egal, da uns die Wärme der Sonne sowieso früher oder später aus dem Bett geholt hätte. Dafür hatten wir ja als einzige von den 400 Stellplätzen einen funktionierenden Internetanschluss. So genossen wir seit langem wieder einmal das Internet ohne zeitlichen Druck und ohne an die Kosten denken zu müssen. Wir kauften uns nämlich einen 5 Tages Pass für 50 AUD!! Klingt zuerst teuer, ist es aber nicht. Pro Tag macht das nämlich 10 AUD und ist im vergleich zu anderen Campgrounds sehr billig. Kommt ja noch dazu dass man den ganzen Tag und ohne irgendwelche Limiten im Internet surfen kann.

Doch etwas war schon komisch. Jedes Mal wenn wir uns einloggten kam eine Meldung, dass wir noch so und so viel Zeit zur Verfügung hätten. Der Zähler zählte von Drei Stunden an rückwärts. Am Abend kam dann die Ernüchterung, dass unser Internet vermutlich auf 3 Stunden am Tag beschränkt ist. Es funktionierte von da an nicht mehr.

Draussen begann es zu Regnen und wir waren froh, dass es zum einen etwas abkühlte und zum anderen weniger Betrieb auf der Strasse herrschte.

Geschrieben von Peter

 

 

115. Umina Beach (Freitag, 23. Januar 2009)

Leider erhörte die Wireless-Antenne unser Flehen nicht, d.h. wir konnten uns immer noch nicht einloggen. Ausgerüstet mit allen Unterlagen wie Login-Kärtli und Quittung machten wir uns auf den Weg in Richtung Rezeption. Die uns bereits bestens bekannte Dame vom Check-in resp. Platzwechsel wollte uns nicht bedienen. Die zweite uns noch unbekannte Dame unterstellte uns, dass wir innert 3 Stunden 1'000 MB gedownloadet hätten. Natürlich bestritten wir dies und machten sie auf die 3 Stunden limitierte Internetbenutzung aufmerksam. Ein Wort gab das andere und Nicole wurde immer lauter und lauter .... Da kam eine weitere Rezeptionistin hinzu und übernahm Verantwortung. Sie telefonierte kurz mit der zuständigen Informatik-Firma ... et voilà .... der Fehler war gefunden: Das Login-Kärtli war tatsächlich falsch programmiert (3 Stunden statt 120 Stunden)!!!

Danach widmeten wir uns einem weiteren Problem ... dem Toll. Nach einem kurzen Telefongespräch mit der zuständigen Behörde war jedoch dieses Problem schon behoben. Der Toll wird nun direkt von der Kreditkarte abgebucht!

Nun waren alle Probleme gelöst und wir konnten uns endlich auf unsere wohlverdienten Ferien konzentrieren!

Geschrieben von Nicole

 

 

116. Umina Beach (Samstag, 24. Januar 2009)

Sind wir hier in Alice Springs oder was? Eine erdrückende Hitze machte sich in unserem Camper breit und wir waren wieder Einmal gezwungen früher als gewollt aufzustehen. Draussen war das schönste Sommerwetter und das Thermometer zeigte schon vor Zehn Uhr morgens über 30 Grad Celsius an. Doch das war noch nichts. Während dem Tag stieg es auf über 42 Grad Celsius an. Es war kaum zum aushalten. Wir konnten uns nur mit gelegentlichen Abkühlungen im Meer oder unter der Dusche einigermassen kühl halten. Unsere drei Ventilatoren liefen im Hochbetrieb und das zusätzlich gekaufte Eis vermochte die Getränke nicht wirklich zu kühlen. Später am Abend bemerkten wir, dass unser Campervan kein Gas mehr hatte. Kurzerhand entschieden wir uns in der nahe gelegenen Imbissbude zu verpflegen. So gab es Pizza bzw. Fisch mit Pommes.

Es ist schon zum heulen. Genau 5 Tage vor der Übergabe des Campers hatten wir kein Gas mehr. Gereicht hat es für über 120 Tage. L Tja dann heisst es wohl Gas auffüllen oder auswärts Essen!

Geschrieben von Peter

 

 

117. Umina Beach (Sonntag, 25. Januar 2009)

Shopping ... juhuiii! Im grössten Einkaufszentrum der Central Coast machten wir uns auf die Suche nach der passenden Jeans (für mich!). Alle 330 Läden wurden abgeklappert, mehrere Jeans in allen Farben, Formen und Grössen durchprobiert ... nichts! Die Erkenntnis: Mein Schweizer A... passt in keine OZ-Jeans!
Also wurde das Projekt „Jeans“ verworfen und wir wandten uns einem nicht unwesentlichen australischen Kleidungsstück zu, dem Bikini. Auch hier hatte ich genaue Vorstellungen von dem passenden Bikini. Wieder wurden alle 330 Läden abgeklappert, doch mein Wunsch-Bikini war ausverkauft!
Nach geschlagenen 3 ½ Stunden verliessen wir das Einkaufszentrum mit  .... einem neuen Oberteil (typisch Frau!).

Das Gas-Problem war schnell behoben. An einer Tankstelle kauften wir eine neue Gas-Flasche. So stand für Peter nichts mehr im Wege, ein feines Nachtessen zuzubereiten!

Geschrieben von Nicole

 

 

118. Umina Beach (Montag, 26. Januar 2009)

Der australische Nationalfeiertag erinnerte mich sehr stark an den 1. August in der Schweiz. Was ist an einem 1. August in der Schweiz? Jawohl, es regnet in Kübeln. Eigentlich hat der Tag ganz nett angefangen. Am morgen der übliche Lärm der Skooters, Fahrräder und Inline Skates der Kinder die um unseren Camper herum fuhren. Der „Fritösenduft“ vom nahegelegenen Restaurant welches schon am Mittag auf hoch touren „Fish and Chips“ verkaufte und natürlich die Enten, welche im Gänsemarsch über den Campground stolzierten. Viele Kinder waren mit den Farben der Nationalflagge im Gesicht geschminkt und man sah überall australische Flaggen.

Wir machten uns am Nachmittag auf den Weg etwas einzukaufen. Jawohl, es gab Läden welche geöffnet waren. Zum Glück, sonst hätten wir wieder auswärts essen müssen und die meisten Restaurants gehörten nicht zu denen welche geöffnet hatten. Später am Nachmittag setzte dann der Regen ein und hörte bis zum nächsten Morgen auch nicht mehr auf. Wir hörten zwar spät am Abend ein Feuerwerk, hatten jedoch keine Lust bei dem Regen nach draussen zu gehen.

Geschrieben von Peter

 

 

119. Umina Beach (Dienstag, 27. Januar 2009)

Bald ist es soweit ... Am Donnerstag geben wir unser liebgewonnenes Schnurrli dem TCC-Team zurück. Folglich stand dieser Dienstag ganz im Zeichen „schrubben, putzen, polieren“. Bereits am Vormittag schnappte sich Peter einen Lappen und reinigte unsere riesigen Camperfenster sowie die staubige Führerkabine. Was sich nicht alles nach 14'000 Kilometer ansammelt .... Mich zog es jedoch – ganz Ladylinke – an den Pool. Nein, ganz untätig war auch ich nicht ... standen doch 4 Waschmaschinen im Einsatz J.

Geschrieben von Nicole

 

120. Sydney Lakeside Holiday Park (Mittwoch, 28. Januar 2009)

Heute Morgen brachen wir zu unserem letzten Campground in Australien auf. Es war ein Campingplatz im norden von Sydney und nur wenige Fahrminuten vom Vermieter entfernt. Heute drehte sich alles um unseren Camper, denn dieser musste gründlich gereinigt werden. So entschlossen wir uns für einen Stellplatz mit eigenem WC / Dusche. Dies hatte folgenden Grund: Wir konnten unseren gesamten Kram in dieses kleine „Häuschen“ buxieren und dann mit dem leeren Camper zur Waschanlage fahren. Dort gab es nämlich die geeigneten Staubsauger mit welchen der gesamte Camper herausgesaugt wurde. Später auf dem Campground wurde dann noch alles mit Putzlappen und Putzmittel gereinigt.

So gegen 16.00 Uhr war es dann geschafft. Der Camper glitzerte und glänzte wie neu! J So hatten wir nun Zeit das letzte Mal in Australien ein Bad im Meer zu nehmen. Dieses war ausserordentlich Rau hier. Ich glaube solche Wellen hatten wir bis jetzt noch nirgends erlebt. Es war die totale Spülmaschine! Irgendwo am Rande gab es eine Art Freibad welches einfach mit Meerwasser gefüllt war. Sand am Boden und überhaupt keine Wellen oder Strömungen. Es war ideal um sich abzukühlen.

Am Abend machten wir mit gemischten Gefühlen das letzte Mal das Bett im Camper......Ich weiss nicht genau aber waren etwa 120 Übernachtungen in diesem Camper....

Geschrieben von Peter

 

 

121. Sydney (Donnerstag, 29. Januar 2009)

Heute war es nun soweit ... wir mussten uns schweren Herzens von unserem Camperli trennen. Mehrere tausend Kilometer hatte es immer treu seinen Dienst erwiesen und dies bei Tropenstürmen, Outback-Hitze, Passfahrten etc.
So standen wir nun wehmütig mit gepackten Koffern im Office des Travel Car Centers. Für ein ausgiebiges Abschiednehmen war jedoch keine Zeit. Im Office herrschte reges kommen und gehen! So dauerte die Camper-Übergabe nur wenige Minuten und plötzlich sassen wir im Taxi in Richtung Jugendherberge Sydney Central. Alles ging ruckzuck!

Kurz nach Mittag bezogen wir unser Doppelzimmer (mit WC/Dusche). Welch ein Luxus: Ein riesiges Bett, ein eigenes WC und eine eigene Dusche sowie viel, viel, viel Platz. Bereits nach wenigen Minuten herrschte im Zimmerli das absolute Kleider-Chaos J.
Nach einem feinen Mittagessen stürzten wir uns ins Markt-Leben. Nebst frischem Gemüse und Obst wurde auch an mehreren Ständen (meist asiatische Anbieter) australischer Schnickschnack angeboten. Auch wir deckten uns mit Souvenirs ein. Diese waren jedoch für unsere Geburi-Damen (Enya & Sonja) bestimmt!
Vor Sonnenuntergang schlenderten wir in Richtung Opera House. Unterwegs legten wir bei der Public Viewing Area des Australian Open einen Stopp ein und guckten vergnügt den Match unseres Rogi!
Nun hiess es hopp, hopp ... auf zum Opera House. Auf keinen Fall wollten wir die Abfahrt des riesigen Passagier-Schiffes namens Diamond Princess verpassen. Die Szenerie war einfach fantastisch: Der Kapitän manövrierte gekonnt das Schiff rückwärts neben die Harbour Bridge und im „Vorwärtsgang“ am Opera House vorbei.

Geschrieben von Nicole

 

122. Sydney (Freitag, 30. Januar 2009)

Der letzte Tag in Australien. (Nicht ganz, wir fliegen ja erst morgen aber dafür schon am morgen um 7.00 Uhr ab.) Eigentlich könnte man meinen es sollte „Endzeitstimmung“ oder so etwas Ähnliches aufkommen. Aber nichts da, nach 121 Tagen in Australien waren wir voller Tatendrang und starteten den Tag mit einem der Highlights in Australien: (Zumindest für mich war es ein Highlight!) Die „Star Wars Ausstellung“ im „Powerhouse“ in Sydney. Hier wurden dutzende Original-Requisiten aus allen „Star Wars“ Filmen gezeigt. Nein, es war nicht die Zahnbürste eines Darstellers oder die Filmklappe aus irgendeiner Szene, es war viel mehr! So sah man einen „R2D2“, „C3-PO“, die Puppe von „Joda“ oder ein Kostüm von „Darth Vader“....ja, alles Originalstücke!!!! So sahen wir zum Beispiel auch das Gefährt von „Luke Skywalker“ mit welchem er im aller ersten Film ganz am Anfang auf die Suche nach „R2D2“ geht. Im Film schwebt das Gefährt mit irgendeiner Zukunftstechnologie knapp über den Boden, das echte Gefährt hat Räder unten dran. (Mit damals aufwendigen Filmtricks wurden dann die Räder einfach wegretuschiert.) Ganz gewiss, so nah an dran an „Star Wars“ war ich seit meiner Kindheit nicht mehr!

Am Nachmittag wollte Nicole noch die Kleiderläden in Sydney unsicher machen! Ohne mich, ich verweilte mich im Hotelzimmer mit Koffer Packen und Fotos bearbeiten. Zum Abendessen machten wir uns wieder einmal schick und gingen Auswärts essen. (Wir mussten ja noch die restlichen Australien Dollar verpulvernJ). Später gab es dann noch den einen oder anderen Drink in der Bar der Jugendherberge.

Gute Nacht und bye bye Australien! Wir kommen wieder, irgendwann!

Geschrieben von Peter

 
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